Mein Blick auf die Woche

Jetzt braucht es neue realistische Zukunftsversprechen 

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Die Stadtentwicklung Remscheids hat schweren Schaden genommen: Das DOC in Lennep ist Geschichte. Nun muss es um neue, realistische Ziele gehen, fordert RGA-Lokalchef Axel Richter. Damit sich die Negativspirale nicht weiter fortsetzt.

Mit dem Scheitern des Designer Outlet Centers hat die Entwicklung Remscheids schweren Schaden genommen. Zehn Jahre der Planung, Ausgaben von 16 Millionen Euro auf Seiten des Investors und Kosten für den Steuerzahler in noch unbezifferter Höhe waren für die Katz. Das Unverständnis darüber ist in weiten Teilen der Bürgerschaft nach wie vor spürbar. Umso wichtiger ist es jetzt, dass andere Projekte sichtbare Ergebnisse zeigen.

Das gilt zum Beispiel für den Friedrich-Ebert-Platz. 31 Bäume mussten dort in dieser Woche weichen und Platz machen für den Bau eines neuen Stadtplatzes, der Aufenthaltsqualität verspricht. Ob das die Ausgabe von 12 Millionen Euro rechtfertigt, sei dahingestellt. Fakt ist: Eine Neugestaltung mit einer Verkleinerung des überdimensionierten Busbahnhofes ist überfällig.

Überfällig ist auch die Sanierung der Alleestraße. Zur Erinnerung: Anno 2014 stimmte der Rat dem Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt zu. Viel wurde davon bis heute nicht sichtbar - mit Ausnahme jener Bänke, die aussehen, als wären sie vom Lastwagen gepurzelt, wie Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) es im RGA-Interview umschrieben hatte.

Ein Schlüsselprojekt wurde zwischenzeitlich von der Verwaltung buchstäblich verschlafen. Nun sucht sie nach einem Alternativstandort für den „Dritten Ort“: Wie im Kulturviertel Töölönlahti im finnischen Helsinki sollen Bibliothek, Volkshochschule und ein Café mit Außengastronomie zu einem neuen Treffpunkt verschmelzen. Der sollte eigentlich anstelle der Sinn-Leffers-Ruine entstehen. Weil die Stadt es versäumt hatte, das ihr zustehende Vorkaufsrecht fristgerecht anzumelden, gehört die Schrottimmobilie heute jemand anderes. Allerdings musste der seine Preisvorstellungen für einen Wiederverkauf deutlich nach unten korrigieren. Damit wird der alte Sinn auch für die Stadt wieder interessant. Zugleich nahm sie Gespräche mit Leo Schönhals, dem Besitzer der ehemaligen Woolworth-Immobilie, auf. Das Signal an den Sinn-Eigentümer ist klar: Wir können auch anders.

Wie die Pokerpartie ausgeht ist ungewiss. Aber es geschieht etwas in Remscheid. Das ist umso wichtiger nachdem die Stadt ihr größtes Zukunftsversprechen nicht hat einhalten können. Das DOC ist Geschichte. Bei den jetzt geplanten Projekten darf es deshalb nicht bleiben. Es braucht weitere realistische Zukunftsideen, damit sich die Abwärtsspirale in Remscheid nicht weiter fortsetzt.

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