Chaos vor den Schulen

 Jedes dritte Kind kommt mit dem Elterntaxi zur Schule

Vor dem Leibniz-Gymnasium ist an jedem Morgen viel los. Nicht immer halten sich die Autofahrer an die Regeln.
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Vor dem Leibniz-Gymnasium ist an jedem Morgen viel los. Nicht immer halten sich die Autofahrer an die Regeln.
  • Axel Richter
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Viele Familien sorgen sich vor Gefahren im Straßenverkehr sowie vor Übergriffen und Belästigungen.

Von Axel Richter

Remscheid. „Elterntaxis“ sorgen für Chaos vor den Schulen und sind gefährlich. Der Meinung sind viele Eltern in Remscheid. Zugleich wird jedes dritte Schulkind mit dem Auto zur Schule gebracht. Übrigens aller Begeisterung für Greta und dem Klimaschutz zum Trotz.

Zwei Jahre lang untersuchte das Büro Elkmann Klimaschutz und Mobilität die Schulwege in Remscheid. 19 Schulen und 24 Schulstandorte standen auf der Liste der Stadt- und Verkehrsplaner in Dortmund. Wie kommen die Kinder zur Schule? Welche Wege nehmen sie? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Untersuchung, die Dipl.-Ing. (FH) Carsten Elkmann jetzt der Politik vorstellte. Als ein Ergebnis schlug er 74 bauliche Maßnahmen vor. Damit mehr Kinder zu Fuß zur Schule gehen.

Diplom-Ingenieur: Kindern entgehen Erfahrungen, wenn sie nicht alleine zur Schule gehen

Die Erfahrungen, die Kinder auf dem Schulweg sammeln, sind grundlegend. Sie nehmen ihre Umwelt wahr und lernen, sich sicher darin zu bewegen. Im Austausch mit anderen bauen sie Sozialkompetenz auf. „Alles entgeht ihnen, wenn sie nicht allein unterwegs sind“, erklärte Carsten Elkmann. Wobei es übrigens egal ist, ob sie im Auto sitzen oder von den Eltern begleitet werden. Kinder müssen lernen, selbst zur Schule zu kommen.

Immerhin: Die Hälfte geht zu Fuß. Mit dem Fahrrad kommen in Remscheid dagegen nur ganz wenige Kinder zur Schule. „Und das liegt nicht allein an der Topographie“, hielt der Fachmann fest, der sich selbst als Weichensteller für die Mobilität von morgen vorstellt.

280 Problemstellen machte sein Team auf den Schulwegen in Remscheid aus. Zum Beispiel an der Ecke Barmer Straße / Lindenallee in Lüttringhausen. Dort gibt es eine Fußgängerampel, doch eine Überquerung in einem Zug ist nicht möglich. Die Mittelinsel ist zugleich klein und die Wartezeiten für die Kinder lang. Im Dachsweg und auf der Lockfinker Straße sind die Probleme dagegen hausgemacht. „Da fahren alle rein“, haben die Verkehrsplaner beobachtet: „Egal, ob man da wenden kann.“

Schülerverkehr in Remscheid: Mehr Busse haben die Stadtwerke nicht

Polizei kritisiert Elterntaxis - Eltern haben Ängste

Ob vor der Grundschule Eisernstein oder dem Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen oder vor der Grundschule Siepen in Hasten: Auch die Polizei kritisiert die Elterntaxis. Doch viele Eltern sehen ihre Kinder bedroht. Einerseits vom Straßenverkehr. Und andererseits von Übergriffen und Belästigungen.

Die Angst vor Gewalt nennen 21 Prozent als Grund dafür, dass sie ihre Kinder mit dem Auto bringen. Wo und durch wen es dazu kommt, ließen die Eltern offen. Am Hauptbahnhof treffe sich die Trinkerszene, hieß es einmal. Der Rest blieb unkonkret.

Die 74 baulichen und 96 organisatorischen Maßnahmen, die das Dortmunder Büro für bessere Schulwege in Remscheid vorschlägt, summieren sich auf 473 gutachterlichen Seiten. Arnd Liesenfeld, Leiter des Remscheider Ordnungsamtes, verspricht: „Wir werden alles abarbeiten.“

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