Coronavirus

Jeden Tag werden hier 300 bis 400 Personen getestet

Nehmen bis zu drei Stunden Wartezeit in Kauf: Der Corona Walk-In auf der Allee zieht nicht nur viele Remscheider an. Foto: Roland Keusch
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Nehmen bis zu drei Stunden Wartezeit in Kauf: Der Corona Walk-In auf der Allee zieht nicht nur viele Remscheider an.

Der Andrang am Corona Walk-In auf der Alleestraße bleibt ungebrochen - Auch Umland nutzt die Möglichkeit.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Eineinhalb Wochen nach seinem Start ist der Andrang am Corona Walk-In ungebrochen. Seit der rote Container auf der oberen Alleestraße am 7. Oktober das Testzentrum der Kassenärztlichen abgelöst hat, bilden sich davor zeitweise lange Schlangen. „Wir testen jeden Tag zwischen 300 und 400 Personen“, sagt Torben Vogler, Projektleiter der Betreiberfirma auf RGA-Anfrage. Das entspreche in etwa der Kapazitätsgrenze der Einrichtung.

Der überwiegende Teil der Getesteten seien Remscheider, sagt Vogler. „Außerdem war ein ganzer Teil Wuppertaler darunter.“ Das habe auch an der zwischenzeitlichen Empfehlung der Nachbarstadt gelegen, die ihren Bürgern geraten hatte, sich bei Bedarf in Remscheid testen zu lassen. „Das wird sich aber entspannen“, ist sich Vogler sicher. Auch weil seine Firma zwei Testzentren in der Nachbarstadt plane. Das wären dann die Nummern acht und neun, nachdem am Freitag ein weiteres in Dortmund eröffnet wurde.

In die Karten spielte der Betreiberfirma sicherlich die spezielle Situation in Remscheid: Als der Walk-In eröffnet wurde, war die Stadt mit einer Inzidenz von mehr als 60 bereits Risikogebiet. Kurze Zeit später wurde ein bundesweites Beherbergungsverbot für Reisende aus Hotspots beschlossen, wenige Tage später entschied die Landesregierung für Reisen notwendige Tests kostenfrei zu machen. Alle Remscheider, die in den Herbstferien innerdeutsch verreisen wollten, brauchten also zeitweise einen negativen Test – und bekamen diesen auch bezahlt. „Anscheinend ist es für die Remscheider wichtig, dass wir da sind“, sagt deswegen Torben Vogler. Dass die Regelung für die kostenlosen Tests für Reisende am Sonntag auslief, bereitet ihm keine Kopfschmerzen: „Ich bin mal gespannt, ob sich das auswirkt.“

Projektleiter erklärt: Standort hat sich als sinnvoll erwiesen

Wer wirklich verreisen wolle und dafür ein Testergebnis brauche, werde dies im Zweifel auch selber bezahlen, vermutet er. „Ich glaube nicht, dass die Zahl der Tests abnimmt, sie wird eher noch steigen.“ Wenig begeistert von dem Standort des roten Containers waren einige Anlieger auf der oberen Allee. „Natürlich haben wir das mitbekommen“, sagt Vogler. Dass es kaum jemand gut finde, dass Testwillige vor der eigenen Tür warten, dafür habe er Verständnis.

Doch der aktuelle Standort sei nicht nur von der Stadt zugewiesen worden, sondern erweise sich auch als sinnvoll. „Wir haben ja auch Testzentren außerhalb des Stadtgebietes, das ist aber immer mit einem großen Aufwand für die Testwilligen verbunden.“ Eine zentrale Lage wie in Remscheid sei wesentlich niederschwelliger.

Auch für Menschen, die sich zwar testen lassen wollen, aber zuviel Aufwand scheuen. „Wenn die am Testzentrum vorbeikommen, stellen sie sich spontan an.“ Um die Situation für die Anlieger zu verbessern, befinde man sich in einem ständigen Austausch mit der Stadtverwaltung. Als ein Ergebnis davon wurde unter anderem zuletzt der Anstellbereich verändert.

In unserem Live-Bölog finden Sie die neuesten Informationen zu Entwicklungen rund um das Coronavirus in Remscheid.

Welche Regeln aktuell speziell in Remscheid gelten, lesen sie hier.

Standpunkt: Mit voller Wucht zurück

Von Andreas Weber

andreas.weber@rga-online.de

Kein Grund zur Entwarnung, kommentierte der Krisenstab vor einer Woche, als Remscheid gegen den Landestrend die Spitzenposition in NRW verließ und die Inzidenzzahl auf 43,1 unter die rote Linie sackte, während die meisten anderen Großstädte darüber kletterten. Die vorsichtige Einschränkung erwies sich als vorausschauend, denn Corona kehrt auch in Remscheid mit voller Wucht zurück. Obwohl die Stadt gehandelt und die Regeln verschärft hat, geht es erneut steil bergauf mit dem 7-Tage-Wert. Die Zahl der Neuinfizierten hat bundesweit einen neuen Höchstwert erreicht und die zweite Covid-19-Welle lässt die Menschen vor dem Container auf der Allee geduldig anstehen. Das Geschäftsmodell von Zotz Klimas, einem medizinischen Verbund mit Laboren und Praxen an 18 Standorten, eine Teststation ohne vorherige Terminabsprache zu etablieren, läuft gut und wird Remscheid vorerst erhalten bleiben. Die langen Wartezeiten werden sich hingegen verkürzen. Denn all diejenigen, die aus den umliegenden Städten hierhin zum Abstrich kommen, werden in ihrer Heimat bald eigene Corona Walk-Ins haben.

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