Karneval

Jecken lassen Goldtaler im Schneetreiben regnen

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2019 und 2020 nahm der Förderverein der Schule am Lenneper Rosenmontagszug teil, am Freitag organisierte die Hilda-Heinemann ihren ersten eigenen. Hier: Mareike Krampe.

Hilda-Heinemann-Schule lud zum internen Karnevalszug auf dem Parkplatz-Rondell ein. Idee des Kollegiums begeisterte 154 Schüler.

Von Andreas Weber

Remscheid. Wieder kein Karneval? Nicht mit uns, sagte sich die Hilda-Heinemann-Schule und brannte am Freitagmorgen ein närrisches Feuerwerk vor dem Schuleingang ab. Was die Förderschule in Hackenberg binnen 14 Tagen auf die Beine stellte, sorgte für ausnahmslos strahlende Gesichter. Und das war das Ziel. Denn das 42-köpfige Kollegium wollte sich das Feiern nicht ganz vermiesen lassen. „Nach zwei harten Jahren haben sich unsere Schüler etwas Fröhlichkeit verdient“, betont Schulleiter Christian Jansen.

Konrektorin Janina Fiß.

Weil Rosenmontag schulfrei ist und die traditionelle Hallenveranstaltung im Schulgebäude am Tag nach Altweiber ausfallen musste, wurde der interne, corona-konforme „Kamelle-Umzug“ auf dem Parkplatz-Rondell vor der Schule gestartet. Mit kleinen Mitteln, riesiger Spendenbereitschaft und ungeheurem Engagement. Konrektorin Janina Fiß, mit der fünften Jahreszeit in Köln tief verwurzelt, hätte nie gedacht, dass sie Cheforganisatorin eines historischen „Zochs“ werden würde, den Kälte und Schneetreiben nicht stoppten.

Schulleiter Christian Jansen

Die 154 Schüler wussten zwar von einer Überraschung gestern und waren um Kostümierung gebeten worden, dass sie sich aber in den Straßenkarneval stürzen, merkten sie erst, als sie um 10 Uhr – getrennt nach Klassen – vor die Tür geführt wurden. Auf dem großen Vorplatz blieb genug Abstand für die einzelnen Gruppen, die 40 Minuten lang Trubel und Kamelle satt geboten bekamen und dies sichtlich genossen. Vorneweg Lehrerin Mareike Krampe auf einem jeck aufgemotzten Dreirad mit dem Hinweis „Hilda Helaaf“. Hinter ihr zuckelte der mit Luftballons und dem Motto „Janz Hilda trägt Pappnas“ dekorierte Opel-Schulbus mit Melanie Schewe an Bord.

Karneval an der Hilda.

Schulleiter Christian Jansen thronte in seinem voluminösen Spiderman-Outfit auf dem Anhänger seines Touran und schmiss mit vollen Händen Styropor-Flieger in Superhelden-Form dem jubelnden Schulvolk entgegen. An Wurfmaterial mangelte es nicht. „Überwältigend“, so Janina Fiß, sei die Spendenbereitschaft von privater Seite wie Firmen gewesen. Süßigkeiten hatten die Zugteilnehmer im Überfluss. „Aus dem Vollen zu schöpfen sind wir in der Schule sonst nicht gewohnt“, staunte Janina Fiß.

Die finanziellen Zuwendungen erlauben es sogar, dass kommenden Dienstag eine Runde Berliner Ballen für alle spendiert werden kann. Dann wird mit Bildern und Videos von Lehrer und Fotograf Matthias Wiese das bislang einmalige Ereignis in den Klassen aufgearbeitet. Die Schüler werden noch einmal einen Blick auf ihre Konrektorin werfen können, die als rundum zufriedene Glücksmarie Goldtaler verteilte. Einzelne Fußgruppen bildete auch der „Hilda-Nachwuchs“. Mike Kokott, Sarah Liebig und Kimberly Baldes sind drei junge Eltern, die ihren Nachwuchs im Kinderwagen auf die Doppelrunde schickten. Anna Weber war als Blumenmädchen verkleidet und verschenkte bunte Blumen, während Schulkrankenschwester Tatjana Mai in ihrem Wägelchen Schoko-Marienkäfer im Angebot hatte.

Aus dem Vollen zu schöpfen, sind wir sonst nicht gewohnt.

Janina Fiß, Konrektorin

Währenddessen beschallte Lehrer Martin Thelen mit schuleigenem Equipment unter einem Zeltdach in der Mitte des Rondells die Jecken mit rheinischem Liedgut wie „Ich bin nur ne Kölsche Jung“ von Brings. Für Thelen, der in Köln lebt, waren bislang die Karnevalsfeiern in der Schulhalle das närrische Highlight. Aber der Zug vor dem Schulgebäude sei noch mal etwas ganz Besonderes, befand er. Das bestätigte Janina Fiß, deren Unsicherheit, ob ihre Idee ankommen würde, schnell verflogen war. Eine Fortsetzung in 2023 ist durchaus denkbar.

Friedenszeichen

Ganz ging auch der russische Einmarsch in der Ukraine nicht an der Karnevalsfeier vorbei. Das Thema Krieg in Europa wird nächste Woche im Unterricht angesprochen, aber als ein Zeichen für den Frieden, bildeten Schüler und Lehrer am Ende des Karnevalszuges ein Peace-Zeichen.

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