Karneval

Jecken feiern im kleinen Kreis

Auf tolle Bilder vom Rosenmontagszug in Lennep müssen die Remscheider im kommenden Jahr verzichten. Die Lenneper Karnevalsgesellschaft hat die Veranstaltung nicht angemeldet. Archivfoto: Roland Keusch
+
Auf tolle Bilder vom Rosenmontagszug in Lennep müssen die Remscheider im kommenden Jahr verzichten. Die Lenneper Karnevalsgesellschaft hat die Veranstaltung nicht angemeldet.

2021 wird es keinen Rosenmontagszug in Lennep geben.

Von Manuel Böhnke

Was Gunther Brockmann in normalen Zeiten am 15. Februar 2021 gemacht hätte, ist ziemlich klar. Er wäre in Lennep unterwegs gewesen und hätte dafür gesorgt, dass beim dortigen Rosenmontagszug alles glatt läuft. Doch normal sind die Zeiten nicht und so kommt es, dass auf den Vorsitzenden der Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) in der Fünften Jahreszeit ungewöhnlich wenig Programm wartet.

„Wir haben für die kommende Session keine Genehmigungen für Großveranstaltungen beantragt“, bestätigt Brockmann. Komplett schließt er die Tür für die Jecken aber noch nicht. „Am 11. November, Altweiber, Karnevalssamstag und Rosenmontag wollen wir kleinere Veranstaltungen organisieren“, kündigt er an. Nicht zuletzt, um die gebeutelten Gastronomen zu unterstützen. Ob diese Feiern sich jedoch auf den LKG-Vorstand beschränken oder für einen etwas größeren Kreis offenstehen, hänge vom Infektionsgeschehen im Frühjahr ab.

„Die Leidtragenden sind die Techniker, Zeltbauer und Securityfirmen.“
Gunther Brockmann, LKG-Vorsitzender

Für die Remscheider Karnevalisten ist freilich insbesondere der ausfallende Rosenmontagszug ein großer Verlust. Eine positive Nachricht gibt es aber laut Brockmann: Da die LKG keine langfristigen Verträge abgeschlossen hat, drohen dem Verein keine finanziellen Einbußen. „Die Leidtragenden sind die Veranstaltungstechniker, Zeltbauer und Securityfirmen“, bedauert er.

Nun geht es für Gunther Brockmann und seine Mitstreiter darum, mit bisherigen und potenziellen neuen Teilnehmern des Rosenmontagszugs in Kontakt zu bleiben. „Wenn mal ein Jahr Pause ist, besteht immer die Gefahr, dass das ein wenig einschläft“, sagt er.

Diese Befürchtung teilt er mit Holger Fischer. „Das A und O ist jetzt, die Mädchen bei Laune zu halten“, erklärt der Vorsitzende der Rot-Blauen Funken. Rund 20 Tänzerinnen in drei Garden zählt der Verein. Normalerweise haben sie in der karnevalistischen Hochphase bis zu 25 Veranstaltungen. „Altweiber wäre für 2021 zum Beispiel proppenvoll“, sagt Fischer. Die coronabedingten Einschnitte sind bitter für die Rot-Blauen Funken. Sie hätten in der kommenden Session ihr 70-jähriges Bestehen feiern wollen. „Zur Not müssen wir das am 11. November nachholen, das wäre ja auch noch 2021.“

Solange heißt es für die Tänzerinnen: Training, Training, Training. Das hätte nach einer kurzen Pause bereits nach Ostern wieder beginnen sollen. Die Corona-Beschränkungen warfen diesen Plan allerdings über den Haufen. Erst im Sommer tanzten die Rot-Blauen Funken wieder gemeinsam, zunächst in der Grünanlage Kuckuck. Inzwischen wird im Bürgerhaus Süd trainiert. „Dort ist im großen Saal genug Platz“, betont Fischer. Die Sportlerinnen bereiten sich auf alle Eventualitäten vor: „Wir wollen zur Stelle sein, falls sich doch spontan karnevalistische Veranstaltungen ergeben.“

Schützenverein plant mit dem Altweiberball im Schützenhaus

Dass das nicht ausgeschlossen ist, zeigt das Beispiel des Altweiberballs im Schützenhaus. Den hat der Remscheider Schützenverein von 1816 noch nicht abgesagt. „Stand heute könnte die Veranstaltung natürlich nicht stattfinden“, räumt dessen Vorsitzender Christoph Lange ein. Einen Grund, die Party frühzeitig abzusagen, sieht er deshalb aber noch nicht.

Denn die Schützen benötigen für die Planung nur eine kurze Vorlaufzeit: Die auftretenden Künstler kommen bereits seit Jahren, der Vorverkauf würde ohnehin erst Mitte Januar beginnen und den Saal herzurichten, dauert nur eine knappe Woche. Deshalb verspürt Lange keinen Druck: „Wir lassen das auf uns zukommen und warten mal ab, wie die Lage Anfang 2021 ist.“

Probetraining

Die Rot-Blauen Funken suchen neue Tänzerinnen und Tänzer. Für alle Vier- bis Achtjährigen findet am Mittwoch, 28. Oktober, ab 17 Uhr ein Probetraining statt. Die Acht- bis 16-Jährigen folgen am Freitag, 30. Oktober, ab 17.30 Uhr. Am selben Tag sind auch alle Interessenten ab 16 Jahren dran: ab 19.30 Uhr. Treffpunkt ist das Bürgerhaus Süd, Auguststraße 24. Weitere Infos gibt es im Netz.

www.rotblaue-funken-rs.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Fluten schädigen die Ökosysteme langfristig
Fluten schädigen die Ökosysteme langfristig
Fluten schädigen die Ökosysteme langfristig
Corona: Corona-Hilfe für Vereine - Inzidenz sinkt auf 13,5
Corona: Corona-Hilfe für Vereine - Inzidenz sinkt auf 13,5
Corona: Corona-Hilfe für Vereine - Inzidenz sinkt auf 13,5
L412 ist vorerst wieder befahrbar
L412 ist vorerst wieder befahrbar
L412 ist vorerst wieder befahrbar
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei
Nach Unfall mit hohem Sachschaden: Die L 74 ist wieder frei

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare