Wasserfuhr-Brüder brauen IPA

Selbst Bier brauen: Jazz-Bier „Schnaff“ gibt’s jetzt als Flasche

Roman (l., 37) und Julian (34) Wasserfuhr sind nicht nur Jazzmusiker, sondern auch Bierbrauer: „Schnaff“ soll 2023 auf Tournee gehen. Dabei ist natürlich auch Julians Schnaffhorn.
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Roman (l., 37) und Julian (34) Wasserfuhr sind nicht nur Jazzmusiker, sondern auch Bierbrauer: „Schnaff“ soll 2023 auf Tournee gehen. Dabei ist natürlich auch Julians Schnaffhorn.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Die international erfolgreichen Künstler Roman und Julian Wasserfuhr vereinen Musik und Hopfen zu einer genussvollen Symphonie. Wie alles begann und wo´s das Bier in den nächsten Tagen gibt.

Remscheid. Aus einer Schnapsidee wird ein kleines Bier-Imperium: Das Jazz-Bier „Schnaff“ der Hückeswagener Jazzmusiker Roman (37) und Julian Wasserfuhr (34) ist ein Hit. Das milde, aber vollmundige India Pale Ale IPA aus dem privaten Braukeller landet selbst bei Nicht-Biertrinkern in den Top Ten: Eine fruchtige Frische vereint sich hier mit einem Unterton aus Weizen zu einer gelungenen Komposition.

Und die ist – genauso wie die Hückeswagener Musiker selbst – zum Erfolgsschlager geworden. Die Wasserfuhrs liefern seitdem Genuss für Ohren und Gaumen: Beide Leidenschaften verschmelzen hier zum Jazz-Bier, schön zu sehen auch im Logo: Hopfen und Flügelhorn als Einheit. Und nun geht „Schnaff“ auf Erfolgstournee. Wie ist „Schnaff“ entstanden? Wo gibt´s den flüssigen Genuss aus der 1. Hückeswagener Bierbrauerei?

2014: Alles beginnt mit einem Selbst-Brau-Starterset

Bier mochten die preisgekrönten Musiker Roman und Julian schon immer. Doch kein Kölsch. Das India Pale Ale (IPA), ein helles, obergäriges, stark hopfenbetontes Pale Ale, trinken die Brüder gern auf ihren Konzertreisen. Eines Tages im Jahr 2014 flatterte ein Prospekt einer Hobbybrauerei ins Hückeswagener Haus – und Roman bestellte kurzerhand ein Selbst-Brau-Starterset für 2500 Euro.
Gerade haben Roman und Julian Wasserfuhr ihre neue Platte vorgestellt: Mosaic.

Als die Brauanlage für 50 Liter Bier in der elterlichen Garage und die Idee „Komm, wir brauen heute Abend mal“ samt einem Freund stand, merkten die Brüder schnell: So einfach ist das gar nicht. Und es braucht Zeit. „Wir waren überfordert, keiner wusste, wie das eigentlich geht“, erzählt Roman Wasserfuhr lachend. So wurde das Experimentieren aufs Wochenende verlegt, Malz per Handkurbel geschrotet, probiert. „Aus dem ersten Versuch ist direkt was geworden – da hatten wir Feuer gefangen“, erzählt der 37-Jährige. Nun galt: doppelte Menge.

Die automatische Abfüllanlage füllt eine Flasche in 10 Sekunden.

Die Brüder besuchten Braumeister, feilten am Rezept, setzten Sude an. Manchmal ging es auch in die Hose. Mit der Reinigung kannten sich die Jazzmusiker zuerst nicht aus. Hier bildeten sie sich aber immer weiter, learning by doing. Und dann kam der erste Edelstahl-Gärtank mit 200 Litern.

2017: 600-Liter-Tank für den Keller

Das Hobby wurde mittlerweile recht teuer. Und zur Leidenschaft. „Du bist so stolz, behandelst jedes Bier wie dein Kind“, erzählt Roman. Als Hobbybrauer darf man zudem nur 200 Liter im Jahr brauen, aber nur für den Heimgebrauch, erklärt Julian Wasserfuhr, der findet: „Bier ist ein völlig unterschätztes Getränk.“ Seiner Meinung nach sollte es mehr Anerkennung erhalten.

Gesagt, getan. „Wir dachten, es wäre doch cool, wenn wir das Bier unseren Freunden vorstellen könnten. Und wollten professioneller werden“, ergänzt sein Bruder. Also lernten die beiden Neu-Braumeister nicht nur neue Vokabeln wie Querlüftung und Maische, sondern schafften einen 600-Liter-Tank an. Und dann noch einen. Jetzt allerdings nicht mehr in der Garage, sondern im Keller des Wasserfuhr´schen Hauses mitten im Bergischen.

2017: Premiere beim Altstadtfest

„Schnaff“ feiert Premiere beim Hückeswagener Altstadtfest. Mittlerweile haben die Brüder ein Gewerbe. Am Nachmittag des dritten Tages war man ausverkauft. „Schnaff“, das Jazzbier, wurde zum Hit. Und es kam die neue Sorte Siena dazu, ein Brown-Ale, vollmundig, dunkel, mit Röstmalz und Schoko-Anklang.

2021: Gründung einer GmbH - aber Schnaff bleibt exklusiv

Roman und Julian gründen eine GmbH. Sie möchten noch mehr machen. Die Philosophie: „Alles steht im Zeichen der Schönheit. Deshalb möchten wir den Betrieb kleinhalten“, sagt Julian Wasserfuhr. Was weg ist, ist weg. „Schnaff“ gibt es nicht im Handel, in keiner Kneipe. Geplant ist aber eine exklusive Zusammenarbeit mit einem Jazzclub in Köln.

Das genaue Rezept verraten die Brüder natürlich nicht. Nur so viel: Neben 5,2 Prozent Alkohol steckt eine große Portion Leidenschaft drin. Nach fünf Wochen ist das Bier perfekt. „Brauen ist wie Kochen“, sagt Julian Wasserfuhr.

Heute: Bier-Tournee und Schnaffhorn

Nach den 5-Liter-Fässchen kommt nun das „Schnaff“ in exklusiven Flaschen. Nachhaltigkeit ist den Brüdern wichtig, daher kommen die Flaschen aus Deutschland. Eine vollautomatische Anlage füllt in Flaschen ab, die Geräte stammen ebenfalls aus Deutschland. Zurzeit gibt es einen Sudkessel mit 500 Litern Inhalt und vier Tanks im Keller, der fünfte kommt bald. Strom für die Kühlung gibt es in Energiekrisenzeiten über die Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Nächstes Jahr wollen die Wasserfuhrs mit „Schnaff“ auf Tournee gehen. Aber auch ein Heimkonzert spielen: in ihrem eigenen „Schnaff“-Garten neben dem Elternhaus. Dabei ist nun immer Julians Flügelhorn, das Schnaffhorn. Ein Instrumentenbauer aus Freiburg hat es gefertigt. Mittlerweile ist es schon 200 Mal gebaut worden. Das aus Messing hergestellte und vergoldete Prachtexemplar hat Julian auch am Freitag im Haus Eifgen sowie bei den Leverkusener Jazztagen dabei. Wer genau hinsieht, erkennt das „Schnaff“-Logo.

So sieht die neue 0,75-ml-Flasche aus.

Die Musiker

Julian und Roman Wasserfuhr zählen zu den renommiertesten Jazz-Musikern in Deutschland. Sie haben bereits einige Auszeichnungen erhalten, unter anderem den German Jazz Award in Gold vom Bundesverband der Musikindustrie. In „Mosaic“, so der Name des neuen Albums, verarbeiten sie die letzten beiden Jahre. Erneut sind Freunde und Musiker darauf zu hören. wasserfuhr-jazz.com

Hier gibt es Schnaff

Konzert am Freitag: Im Haus Eifgen präsentieren die Wasserfuhr-Brüder am Freitag, 9. September, ab 19 Uhr ihr neues Album „Mosaic“. Bei schlechtem Wetter wird das Release-Konzert nach innen verlegt. Hier gibt es auch Schnaff zu trinken. Karten: 25 Euro, 20 Euro ermäßigt im Vorverkauf: termine.rga.de

Altstadtfest: Am Samstag und Sonntag, 10./11. September, sind die Wasserfuhrs mit einem Bierstand auf dem Altstadtfest in Hückeswagen vertreten. Hier gibt´s alle Infos zum Altstadtfest 2022.

Online-Shop: Das Bier gibt es auch über den Shop: schnaff.beer

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