Mitte Dezember soll Impfzentrum stehen

Ab 15. Januar wird in Remscheid gegen Corona geimpft

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Geimpft wird in zwei Schritten. Das heißt, es sind zwei Injektionen im Abstand von wenigen Tagen nötig. Das Serum liefert die Firma Biontech.
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Remscheid erwartet zunächst bis zu 25 000 Dosen des Serums.

Von Axel Richter

Remscheid. Es ist eine Nachricht, die hoffen lässt: Ab dem 15. Januar sollen die ersten Remscheider gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Stadt Remscheid erwartet bis dahin die ersten 20 000 bis 25 000 Dosen des neu entwickelten Serums der Firma Biontech. Es soll in einem eigenen Impfzentrum verabreicht werden. Bis zum 15. Dezember soll es stehen.

„Corona wird uns weiter beschäftigen, aber wir haben jetzt endlich eine Perspektive für das Ende der Pandemie“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), der kurz zuvor die gute Nachricht von der Bezirksregierung Düsseldorf erhalten hatte. Danach werden Mitte Januar 2,7 Millionen Dosen des Impfstoffes in Nordrhein-Westfalen erwartet. Es wird dann auf die 53 Kreise und kreisfreien Städte verteilt.

Dort bauen die Kommunen bis dahin eigene Impfzentren auf. Auch in Remscheid wird ein solches Zentrum eingerichtet. Wo, sei noch offen, sagt Thomas Neuhaus (Grüne), Leiter des Corona-Krisenstabes: „Es wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit in einer unserer Turnhallen entstehen.“ Die Feuerwehr hat dafür bereits Pläne entwickelt. Dazu sollen mobile Impfteams in der Stadt unterwegs sein. Geimpft wird in zwei Schritten, das heißt, jeder Remscheider, der sich gegen Sars-CoV-2 impfen lassen möchte, muss im Abstand von einigen Tagen zwei Injektionen bekommen.

„Die paar Wochen schaffen wir jetzt auch noch.“
Burkhard Mast-Weisz (OB)

Zu den ersten Remscheidern, die nach der Impfung gegen das Virus immun sein sollen, werden voraussichtlich die Mitarbeiter von medizinischen Einrichtungen zählen, die unmittelbar mit Covid-Patienten zu tun haben und deshalb als besonders gefährdet gelten, Pflegekräfte zum Beispiel oder die Abstrichteams der Gesundheitsämter, die danach selbst zum Impfteams werden.

Bis zum Sommer sollen mit der Lieferung weiterer Dosen sukzessive dann auch alle anderen impfwilligen Remscheider geimpft werden. Dazu werde jeder auf Absprache einen Termin erhalten, heißt es aus dem Krisenstab. Offen ist noch, ob dabei das Wohnortprinzip gelten soll, oder ob auch Berufspendler, die in der Stadt arbeiten, in das Remscheider Impfzentrum kommen dürfen.

Dr. Frank Neveling, Chef des Gesundheitsamtes, sieht die Stadt für jeden Fall gut gerüstet. „Wir haben mit der Massenimpfung im Verlauf früherer Grippeimpfungen in Remscheid bereits gute Erfahrungen gesammelt“, sagt der Mediziner. Pläne, auch personeller Art, auf die die Stadt zurückgreifen kann, gibt es seit dem Jahr 2010. Damals grassierte vorübergehend die Schweinegrippe.

Doch der Impfstoff, der Sars-CoV-2 den Schrecken nehmen soll, ist anspruchsvoll und erfordert eine aufwendige Logistik. Zum Beispiel muss das Serum bei minus 70 Grad gelagert werden. Dabei sollen in Remscheid die Apotheken helfen.

Bei allem, was bis zum 15. Dezember und dann bis zum 15. Januar noch zu regeln ist, überwog im Krisenstab gestern Erleichterung. „Heute beginnt die Phase, in der wir die Pandemie beenden werden“, erklären Thomas Neuhaus und Burkhard Mast-Weisz.

Ob sie sich auch selbst impfen lassen? „Selbstverständlich.“ Bis dahin werde es wohl noch ein Weilchen dauern, aber: „Die paar Wochen schaffen wir jetzt aber auch noch“, sagt der OB – mit Atemmaske, Händewaschen und Abstand.

Klinik-Lage

Die Krankenhäuser vermelden aktuell 33 positive Covid-19-Fälle in stationärer Behandlung. Darunter befinden sich 8 intensivpflichtige Behandlungen, 7 Patienten müssen beatmet werden. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Remscheiderinnen und Remscheider handeln.

Standpunkt: Die Krise hält an

Von Axel Richter

Die Krise ist nicht vorbei. Zwar gibt es mit den Daten, die die Stadt gestern für eine bevorstehende Impfung nennen konnte, endlich eine Perspektive für eine Zeit nach Corona. Doch noch weiß heute niemand verlässlich, wie diese Zeit aussehen wird. Die Wirtschaftskrise, die die Gesundheitskrise nach sich zog, dürfte noch manche berufliche Existenz ins Wanken bringen.

axel.richter@rga-online.de

Und auch die Folgen, die das Virus für unsere Demokratie hinterlassen hat, wirken nach. Der Beifall, den selbst ernannte Querdenker gemeinsam mit Nazis und anderem schlechten Umgang Anfang Oktober für die Beschimpfung unserer Parlamentarier auch in Remscheid erhalten haben, zeigt, wie leicht labile Wirrköpfe gegen den Rechtsstaat zu instrumentalisieren sind. 

Und diese Menschen verschwinden ja nicht, wie auch das Virus nicht verschwindet, das sie hervorgebracht hat. Bei der nächsten nationalen Bedrohungslage, die von ihnen verlangt, sich an Regeln zu halten, die nicht ihre eigenen sind, dürften die Demokratie-Verweigerer deshalb wieder auf der Straße stehen. Gegen Borniertheit ist schließlich noch kein Impfstoff entdeckt worden.

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Remscheid? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Remscheid.

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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