Jan Donner entführt Zuhörer „butterweich“ in den Barock

Jan Donner mag es nicht, wenn es „scheppert“ – und so spielte er auch. Foto: Roland Keusch
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Jan Donner mag es nicht, wenn es „scheppert“ – und so spielte er auch.

Konzert in der Kirche Heilig Kreuz

Von Peter Klohs

Der Remscheider Posaunist Jan Donner ist bei der Deutschen Oper in Berlin beschäftigt und ist als Gast von vielen renommierten Klangkörpern europaweit unterwegs. Einige Tage im Jahr verbringt der 1989 geborene Musiker in seiner bergischen Heimat, wobei Donner immer danach trachtet, seine Aufenthalte in Remscheid mit einem Konzert in der Stadt zu verbinden.

Am frühen Samstagabend spielte Donner gemeinsam mit Peter Albrecht, dem Kantor von St. Pius und Zum Heiligen Geist in Köln-Zollstock, auf Einladung des „Kulturkreis jetzt“ in der Kirche Heilig Kreuz in Lüttringhausen festliche Musik aus dem Barock.

Eine Sinfonia von Giovanni Battista Pergolesi stand am Anfang des Programms. Das viersätzige Werk des nur 26 Jahre alt gewordenen italienischen Komponisten ist reich an melodiösen Themen und atmet deutlich den Geist jener Zeit zu Anfang des 18. Jahrhunderts. Spätestens bei Leopold Mozarts Konzert für Altposaune und Continuo wurde die Spielweise Donners klar: Der Musiker schafft es anscheinend leicht, das Instrument nicht so klingen so lassen wie das, was es eigentlich ist – ein Blechblasinstrument. „Ich mag nicht, wenn es scheppert“, sagt Jan Donner dazu. Wenn es das Attribut „butterweich“ nicht schon gäbe, man müsste es für die Spielweise Donners auf der Posaune erfinden.

Peter Albrecht zeigte seine großen musikalischen Qualitäten bei Präludium und Fuge in G-Dur von J.S. Bach (BWV 541), eines der bekanntesten und beliebtesten Orgelwerke Bachs. Und das nicht ohne Grund, denn das Werk ist für die Verhältnisse des Eisenacher Komponisten fröhlich und voller Überschwang.

Das Präludium spielte Albrecht im feurigen Presto, ohne die Erkennbarkeit der formalen Gliederung zu vernachlässigen. Die vierstimmige Fuge erklang im moderaten Tempomaß und ist mit knapp 90 Takten eher eine der kürzeren Werke Bachs für dieses Genre. Albrecht gestaltet das gut achtminütige Orgelstück homogen und nachvollziehbar bis zum letzten Ton.

Donners Posaunenton, besonders in langsamen Sätzen sehr prägnant und durch den sekundenlangen Nachklang in der Kirche Heilig Kreuz noch deutlicher im musikalischen Gedächtnis der Zuhörenden, erhob das Largo aus Vivaldis Cellokonzert in c-moll gleichsam zu einer Hymne, zu einem Gebet. Die für damalige Zeiten durchaus kühne Harmonik Vivaldis hat sich heute in die „typisch barocken Harmonien“ umgewandelt.

Bach und Vivaldi waren Zeitgenossen, ebenso wie Georg Philipp Telemann, dessen Konzert in f-moll das Programm beschloss. Im großen Werk des in Magdeburg geborenen Komponisten steht dieses Konzert an prominenter Stelle, denn in kaum einer anderen Komposition hat Telemann derart viele gesangliche Melodien integriert.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer, rund 20 an der Zahl, bedankten sich mit anhaltendem Applaus.

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