Vorstellung

Papiertheater: James Honk rettet eine Welt aus Pappe

2015 präsentierten Martin und Sieglinde Haase „James Honk jagt Dr. Kamishibai“ auf dem Papiertheatertreffen in Preetz, nun war die James-Bond-Parodie auch in Remscheid zu sehen.
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2015 präsentierten Martin und Sieglinde Haase „James Honk jagt Dr. Kamishibai“ auf dem Papiertheatertreffen in Preetz, nun war die James-Bond-Parodie auch in Remscheid zu sehen.

Das Papiertheater Haase überzeugt mit einer Parodie auf die Bond-Filme.

Von Sabine Naber

Remscheid. Kaum ist das Licht in Haases Papiertheater erloschen, da hebt sich der Vorhang und auf der kleinen Bühne beginnt eine spektakuläre Verfolgungsjagd. Ein weißer Aston Martin saust heran, wird von einem roten Hubschrauber so lange gejagt, bis er in die Tiefe stürzt, an den Klippen zerschellt. Es knallt. Und ein Feuerball ist zu sehen, der die Zuschauer zusammenzucken lässt.

Als der Soundtrack aus dem Film „James Bond jagt Dr. No“ erklingt, schlendert ein Mann lässig über die Bühne und zupft sich sein Jackett zurecht. „Sind Sie James Bond“, fragt ihn ein erstaunter Schäfer, der inmitten seiner friedlich blökenden Schafe steht. „Ich glaube, Sie verwechseln mich“, heißt es etwas von oben herab. „Mein Name ist Honk, James Honk.“ Erster Szenenapplaus.

Mit dem rund eine halbe Stunde dauernden Theaterstück „James Honk jagt Dr. Kamishibai“ ist Martin Haase eine herrliche Parodie auf die James-Bond-Filme gelungen. Und einmal mehr ist man als Zuschauer beeindruckt, mit wie viel Liebe zum Detail hier in diesem kleinen Privattheater an der Ackerstraße die Ideen umgesetzt werden.

Da drehen sich die Rotoren am Hubschrauber, da werden Schattenspielsequenzen präsentiert, in denen das Krokodil sein Maul aufreißt, da fährt am Ende ein beleuchteter Dampfer vor dem Eifelturm die Seine entlang, da spaziert ein Paar durch japanische Gärten, da drehen sich die Figuren. „Es ist nichts außer Pappe – aber es ist die ganze Welt“, hört man Honk am Ende sagen. Und er hat Recht.

Und darum geht es in dem Stück, das beim internationalen Papiertheatertreffen in Preetz 2015 Premiere feierte und später auch bei einem Festival im Niederländischen Ort Harderwijk vorgestellt wurde: Die Papiertheaterwelt ist in Gefahr.

Papiertheater sucht Fortführerder Tradition

Dr. Kamishibai versucht, sie im wahrsten Sinne des Wortes „platt“ zu machen. Er braucht schöne Bilder für sein japanisches Erzähltheater - und dafür bedient er sich hemmungslos bei anderen Bühnen. Licht und Bewegung kennt er nicht, Räumlichkeit und Tiefe sind ihm fremd. Alles wird flach unter seinen Händen, selbst der Eiffelturm in Paris - mit dramatischen Folgen. Ist Dr. Kamishibai noch aufzuhalten, kann James Honk das Schlimmste verhindern? Am Ende bedankte sich das Publikum mit viel Applaus für die großartige Aufführung. „Die Weiterentwicklung in eurem Theater, das ist der Hammer“, fasste es eine begeisterte Zuschauerin zusammen.

„Es gibt viele Menschen, die an bergischen Geschichten interessiert sind. Deshalb haben wir in dieser Richtung viel in unserem Programm. Aber wenn wir auf Festivals zu Gast sind, dann braucht es andere Geschichten“, macht Martin Haase deutlich. Es sind seine Ideen, die im Papiertheater umgesetzt werden. „Aber meine Frau ist meine erste Kritikerin, sagt mir, ob das, was ich mir ausgedacht habe, auch realisierbar ist. Und unsere Söhne sind dann schon mal das Testpublikum“, erzählt er. Weil er gerade Rentner geworden ist, wird bereits am nächsten Stück gefeilt. „Manchmal brauche ich nur ein paar Monate, manchmal aber auch eineinhalb Jahre, bis alles exakt so ist, wie ich es mir vorstelle.“ Da das Ehepaar mit seinem Papiertheater zukünftig öfter auf Reisen gehen will, bereits Kontakte nach Spanien und Dänemark geknüpft hat, wird zurzeit an einer kompakten Bühne gearbeitet, die schnell auf- und wieder abgebaut werden kann.

In der vergangenen Woche kam der Bewilligungsbescheid, dass Haases Papiertheater vom Land NRW als Amateurtheater gefördert wird. „Richtige Theaterstühle aus rotem Samt sind schon bestellt. Darauf freuen wir uns sehr“, sagt Martin Haase. „Außerdem können wir jetzt die Technik für Licht und Ton modernisieren. Unser Dank gilt natürlich auch der Kulturförderung und Frau Gottschalk-Elsner, die uns mit Infos über solche Fördermaßnahmen informiert hat.“

Vorschau

Am 26. August heißt es in Haases Papiertheater „Bitte umsteigen“. Die Gäste erwartet eine unterhaltsame Reise durchs Bergische. Am 16. September, wird mit dem Stück „Der verlorene Sohn“ eine Parodie auf „Bonanza“ geboten. Am 30. September steht die Premiere „Wupperwasser“ auf dem Spielplan. Alle Stücke beginnen um 19.30 Uhr in der Ackerstraße 14.

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