Bühne

Isabel Varell macht Mut und unterhält

Isabel Varell unterhielt mit ihrer Lesung bestens.
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Isabel Varell unterhielt mit ihrer Lesung bestens.

Musikalische Lesung im Rotationstheater.

Von Sabine Naber

Volles Haus am Dienstagabend im gemütlichen Lenneper Rotationstheater. Als der Ohrwurm „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ erklang, betrat Isabel Varell die Bühne und wurde gleich mit einem großen Applaus begrüßt.

„Wie schön, dass Sie alle da sind und uns Künstler unterstützen“, begrüßte die sympathische Sängerin, Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Autorin das Publikum. Und betonte, dass wir alle zuversichtlich sein und uns gegenseitig unsere Geschichten erzählen sollten. „Wir dürfen nicht misstrauisch werden, sondern müssen uns jeden Tag neu erfinden. Mutig sein“, empfahl sie. Gab aber unumwunden zu, dass die Angst für sie eine vertraute Begleiterin sei.

Die Ballermann-Bühne war für sie das Falsche

Wie man sie überwindet – das schildert sie wunderbar authentisch und lebensklug in ihrem Buch „Die guten alten Zeiten sind jetzt“, aus dem sie vorlas. Zum Beispiel, als sie das Angebot bekam, mit dem Broadway-Musical „Hairspray“ auf Tournee zu gehen. „Eine tolle Herausforderung, aber nur zehn Prozent Freude kam auf. Der Rest war Angst“, gesteht sie. Nicht zuletzt, weil ihre Rolle unsympathisch, rassistisch gewesen sei. Nach fünf Probentagen ging es für sie zur Premiere nach Graz. „Und dann stand da Uwe Kröger vor mir. Mit der Aura eines Stars“, schwärmt sie. Und singt – am Piano gefühlvoll begleitet von Christian Heckelsmüller – das Lied „Frei und verrückt“.

Immer wieder würde sie in ihrem Beruf Neuanfänge erleben. Etwas Neues sei etwa ihr Auftritt auf der „Ballermann-Bühne“ in Mallorca gewesen, zu dem Jürgen Drews sie mit den Worten: „Da fehlen Frauen wie du“, eingeladen habe. „Da durfte ich mir aussuchen, welche Lieder ich singe. Ich habe nur die gewählt, die mir selbst gefallen“, erzählt sie und gibt mit Zarah Leanders „Nur nicht aus Liebe weinen“ gleich eine großartige Kostprobe, während sich im kleinen Theater die Discokugel unter der Decke drehte. Im Gegensatz zum Publikum im Rotationstheater habe sie auf Malle keinen Applaus bekommen. „Darum ging es auch gar nicht. Der Gesang morgens um vier Uhr diente nur dazu, den Ausschank zu erhöhen. Das war nichts für mich.“

Isabel Varells Buch ist eine Biografie und gleichzeitig ein humorvoll geschriebener Ratgeber. Zusammen mit ihren Liedern wurde aus der Lesung ein unterhaltsamer Theaterabend.

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