Südbezirk

Intzestraße: Lkw-Verkehr belastet Bürger

Alltag auf der Intzestraße: Lkw quälen sich von der Mebusmühle aus bei Tempo 30 den Berg hoch. Foto: Roland Keusch
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Alltag auf der Intzestraße: Lkw quälen sich von der Mebusmühle aus bei Tempo 30 den Berg hoch.
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Gesperrtes Bauwerk im Eschbachtal sorgt für Kolonnen im Wohngebiet – Politiker hoffen auf den Durchstich.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Kai Feltens Familie macht nur noch ungern die Fenster zur Straße auf: Sie lebt an der Intzestraße, eine der vielbefahrendsten Straßen im Südbezirk. Tagaus, tagein schleppen sich die Lastkraftwagen von der Mebusmühle aus den Berg hinauf und donnern dann weiter die Intzestraße hoch – und dabei gilt hier abschnittsweise Tempo 30. „Die Straße wird zusehends kaputtgefahren. Sie sieht katastrophal aus“, sagt Felten, der im Südbezirk lebt. „Noch ein bis zwei Winter, und die Teerplatten kommen hoch.“ Zudem belaste der Lärm die Anwohner.

Am Nadelöhr mit der Intzebrücke ist dann Schluss. „Ein absoluter Gefahrenpunkt“, sagt Felten, Geschäftsführer der Bergisch Borner Firma Friedrich Sicherheitswerkzeuge. Die marode Brücke aus dem Jahr 1896 ist mit ihren 5,20 Metern sehr schmal. Das wird vor allem im Begegnungsverkehr mit Lieferwagen oder breiten SUVs deutlich. Lkw müssen dann rechts über die Baisieper Straße fahren – die Verkehrssituation ist unübersichtlich und birgt Gefahren. Manch ein Fahrer lenkt seinen Mehrtonner jedoch auch durch das Wohngebiet am Struck, hat Elke Rühl beobachtet. Die Sprecherin der CDU-Ratsfraktion in der Bezirksvertretung Süd lebt selbst dort und sagt: „Es ist eine missliche Situation.“ Viele Lkw führen auch von der A 1 ab und direkt über die Intzestraße.

Das Problem: Weil der Durchlass auf der L 409 in Preyersmühle im Grenzgebiet mit Wermelskirchen marode ist und hier eine 16-Tonnen-Beschränkung gilt, können Lkw nicht über die Wermelskirchener Straße in Richtung Remscheid/Mannesmann/Vaillant hinauf, wo sie meist auch hin wollen, sondern müssen über die Intzestraße fahren. Und das seit über zwei Jahren. Das Thema beschäftigt auch die Bezirksvertretung schon genauso lange.

Der RGA hakte beim Landesbetrieb Straßenbau NRW nach, Eigentümer des sanierungsbedürftigen Bauwerks im Eschbachtal. „Der Entwurf für den Ersatzneubau der Eschbachbrücke Preyersmühle ist im Moment noch in Bearbeitung eines Ingenieurbüros“, sagt Sprecher Sebastian Bauer. Es sei geplant, dies zeitnah fertigzustellen und nach Möglichkeit 2021 mit dem Bau zu beginnen. „Dazu sind noch Abstimmungen mit Versorgungsträgern sowie bezüglich der Straßenentwässerung erforderlich.“ Weil dem Landesbetrieb aufgrund eines Fledermausvorkommens nur ein Bauzeitfenster von April bis November zu Verfügung stehe, müsse ein möglicher Baubeginn gesichert im April erfolgen. „Sollten die beiden Punkte nicht rechtzeitig abgestimmt werden können, muss die Maßnahme um ein komplettes Jahr verschoben werden“, erklärt Bauer.

„Wenn die Brücke den Geist aufgibt, ist Remscheid von Wermelskirchen abgeschnitten.“
Stefan Grote (SPD)

Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) sieht hier das nächste Problem: „Hoffentlich gibt es während der Bauarbeiten keine weitere Tonnagenbeschränkung, sonst kriegen wir da oben ein Problem.“

Damit ist die Intzebrücke gemeint. Seit langem appellieren er und die Bezirksvertreter an die Verwaltung, die nötigen Verfahren zu beschleunigen, um den Durchstich Intzestraße zu realisieren – und damit die Brücke zu entlasten. Den Appell erneuerte er auch in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung, als Christina Kutschaty, Fachdienstleiterin im Bau-Dezernat der Stadt, den weiteren Fahrplan für den Durchstich nannte (Kasten). „Wenn die Brücke den Geist aufgibt, ist Remscheid von Wermelskirchen abgeschnitten“, sagte Grote. „Das ist uns allen klar“, entgegnete Kutschaty. „Wir müssen an der Stelle aber sauber arbeiten. Wir brauchen ein Artenschutzgutachten. Und das geht erst im Frühjahr, wenn die Vögel da sind.“

Durchstich

Mit dem Durchstich soll parallel zur Bahnlinie eine Verlängerung der Intzestraße bis zur Lenneper Straße geschaffen werden. Bislang müssen Autofahrer eine Schleife über die Brücke fahren. Für die neue Straße müssen zwei Häuser weichen. Die Brücke wird künftig nur noch für Fußgänger und Radfahrer nutzbar sein. Die Stadt ist aktuell in der Entwurfsplanung. Man hofft, den Offenlagebeschluss vor den Sommerferien 2021 fassen zu können.

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