Intzestraße: Brückenneubau ist keine Option

An der Stelle, an der Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) steht, soll der Durchstich von Intzestraße zu Lenneper Straße erfolgen. Dafür muss das Haus im Hintergrund weichen – und Bäume. Foto: Roland Keusch
+
An der Stelle, an der Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) steht, soll der Durchstich von Intzestraße zu Lenneper Straße erfolgen. Dafür muss das Haus im Hintergrund weichen – und Bäume.

Stadt treibt den Durchstich voran – Naturschützer kritisieren Rodung und Flächenversiegelung

Von Melissa Wienzek

Der Idee, an der Intzestraße eine neue Brücke statt des geplanten Durchstichs zu bauen, erteilt die Stadt eine Absage. Aus Sicht der Verkehrsplaner ist ein Brückenneubau keine Option, erklärte Abteilungsleiter Burkhard Fey am Mittwochabend den Bezirksvertretern aus dem Südbezirk. „Ein Brücken-Neubau würde uns um viele Jahre zurückwerfen. Wir würden wieder bei null anfangen.“ Zumal dafür zurzeit ohne keine Fördermittel in Aussicht stünden. Denn ein Neubau würde mit 9,9 Millionen Euro zu Buche schlagen – viel zu teuer für die Stadt.

Außerdem sei Eile geboten. Denn die über 120 Jahre alte Brücke über die Bahngleise zwischen Intzeplatz und Baisieper Straße sei marode. Laut Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Brücke – eine wichtige Verbindung von und nach Wermelskirchen – schlappmacht. „Den Zeitaspekt finden wir so gravierend, dass wir gegen einen Brücken-Neubau sind“, erklärte Fey.

Die Artenschutzgutachten liefen, die weiteren Planungen würden vorangetrieben. Für das Mammutprojekt mit Kosten in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro gibt es Fördermittel. Den Antrag hat die Stadt Ende Mai bei der Bezirksregierung eingereicht. Mit einem positiven Förderbescheid kann nach Abschluss der Bauleitplanverfahren gerechnet und von einer Förderung von rund 65 Prozent der anrechenbaren Baukosten ausgegangen werden. In Summe senkt dies den Eigenanteil der Stadt auf 1,3 Millionen Euro.

Mit dem Durchstich würde die Brücke entlastet und der unübersichtliche Verkehrsknotenpunkt entzerrt. Der Plan sieht vor, die Intzestraße 200 Meter lang parallel zu den Gleisen geradeaus bis zur Lenneper Straße zu verlängern.

Die Idee, den Durchstich aufzugeben und stattdessen eine neue Brücke zu bauen, hatte der Naturschutzbeirat ins Spiel gebracht. Das Gremium kritisiert die Fällung von schützenswerten Bäumen und die Versiegelung weiterer Flächen im Zuge des Durchstichs. „Es sprechen viele Argumente dafür, das Vorhaben jetzt endlich umzusetzen – wobei Ersatzpflanzungen ein reiner Euphemismus sind. Wir müssen endlich aufhören, Flächen zu versiegeln“, sagte Barbara Kempf (Grüne). „Ja, eine Ersatzpflanzung ersetzt keinen alten Baum. Und ja, wir versiegeln mehr Fläche. Aber wir verbessern eine kritische Verkehrssituation“, entgegnete Fey.

Das sieht auch Sven Chudzinksi (FDP) so: „Es wird immer so getan, als wenn wir einen Park abreißen, wir reden hier von wilden Gärten. An der Stelle müssen wir abwägen – und mit dem Mehr an versiegelter Fläche leben.“ Noch einen Vorteil habe der Durchstich, fasste Stefan Grote zusammen: „Was da an Abgasen und Lärm reduziert wird, hat einen riesigen Mehrwert für die Anwohner. Und dann wird auch keiner mehr die Strucker Straße als Ausweichstrecke nehmen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Gute Nachricht für das Allee-Center: Schuhe Kämpgen kommt
Geldautomat in Lennep gesprengt: Verdacht auf TNT
Geldautomat in Lennep gesprengt: Verdacht auf TNT
Geldautomat in Lennep gesprengt: Verdacht auf TNT
Zusammenstoß: Frau muss leicht verletzt ins Krankenhaus
Zusammenstoß: Frau muss leicht verletzt ins Krankenhaus
Zusammenstoß: Frau muss leicht verletzt ins Krankenhaus
Kellerbrand in der Hindenburgstraße
Kellerbrand in der Hindenburgstraße
Kellerbrand in der Hindenburgstraße

Kommentare