Intensive 70 Minuten mit Musik und Lesung gehen auf das Leiden Christus ein

Passionskonzert am Karfreitag in der evangelischen Stadtkirche am Markt: Ursula Wilhelm und Martin Rogalla. Foto: Roland Keusch
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Passionskonzert am Karfreitag in der evangelischen Stadtkirche am Markt: Ursula Wilhelm und Martin Rogalla.

Kantorin Ursula Wilhelm und Pfarrer Martin Rogalla luden zum Passionskonzert in die evangelische Stadtkirche ein

Von Peter Klohs

Alt-Remscheid Kaum ein Bildnis zeigt so ungeschönt den leidenden Jesus an Karfreitag wie „Christus mit der Dornenkrone“ von Guido Reni (1575 - 1642), mit seinem flehentlich zum Himmel gerichteten Blick. Diese Stimmung erreichten Ursula Wilhelm, Kantorin der evangelischen Stadtkirche und Pfarrer Martin Rogalla in intensiven siebzig Minuten am Nachmittag des Karfreitags. In einer Mischung aus Musik und Lesungen, die passenderweise unter der Überschrift „O Haupt voll Blut und Wunden“ stand, wurden die dreißig Besucher der Stadtkirche Zeuge, wie sich Komponisten aus unterschiedlichen Epochen dem Lied von Paul Gerhardt näherten.

Dazu las der City-Pfarrer die zentrale Bibelstelle, die das Leiden und den Tod von Christus beschreibt: das Evangelium des Matthäus, 27, Verse 1 - 54. Obwohl sich die Orgelmusik ausschließlich auf dieses eine Stück konzentrierte, wirkten die Töne nie öde oder langweilig - zu unterschiedlich die Farben und Stimmungen der Musik. Nähert sich Johann Gottfried Walther, ein Zeitgenosse Bachs, in moderaten Formen und Stimmungen dem Thema in zehn Variationen, lassen die zum Teil harschen Töne des Esten Edgar Arro auch den Schmerz und die Verzweiflung hören, gleichsam ein Aufschrei. Auch Sigfrid Karg-Elerts Version, die mehr mit den Registermöglichkeiten der Orgel spielt, lässt den Schmerz des gepeinigten Jesus erahnen. Dazu las Martin Rogalla die Kreuzigungsgeschichte, die mit dem Verrat des Judas beginnt, mit seinem Selbstmord, der Freilassung des Barrabas und der Geißelung Christus weitergeht und mit seiner Leidenszeit am Kreuz endete.

Aus der Gemeinde erklangen zaghaft vier gesungene Strophen aus dem Lied des Abends (EG 85). Musik des venezianischen Komponisten Andrea Gabrieli, der einhundert Jahre vor Bachs Geburt starb, stand am Anfang. Arnulf von Löwen, Verfasser von Passionsgedichten aus dem frühen 13. Jahrhundert, hatte verschiedene Körperteile Christus mit Versen geehrt. Wilhelm las die Verse über das Haupt in Latein, Rogalla in Deutsch. Dass nach dem Programm die Besucher minutenlang in Schweigen ausharrten, beendete das Konzert angemessen.

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