Sechs Nationalitäten vertreten

Integrationsrat nimmt seine Arbeit auf

Die Vorsitzende und ihre sechs Stellvertreter im neuen Integrationsrat nach der konstituierenden Sitzung in der Halle West: (hinten v.l.) Nihat Murat, Mehmet Keser, Vito Manuel Raposeiro Estradas und Oguz Ünal; (vorne v.l.) Erden Ankay-Nachtwein und Cennet Öztürk. Foto: Andreas Weber
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Die Vorsitzende und ihre sechs Stellvertreter im neuen Integrationsrat nach der konstituierenden Sitzung in der Halle West: (hinten v.l.) Nihat Murat, Mehmet Keser, Vito Manuel Raposeiro Estradas und Oguz Ünal; (vorne v.l.) Erden Ankay-Nachtwein und Cennet Öztürk.
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Erden Ankay-Nachtwein als Vorsitzende für weitere fünf Jahre im Amt.

Von Andreas Weber

Eines darf der neue Integrationsrat nach der konstituierenden Sitzung Donnerstagabend für sich in Anspruch nehmen: Er wird mutmaßlich das letzte politische Gremium in Remscheid sein, das in der Sporthalle West tagte, die zum Corona-Impfzentrum wird und danach wieder dem Sport zur Verfügung stehen wird. Die neue Vorsitzende des Integrationsrates ist die alte. Erden Ankay-Nachtwein setzte sich mit 15:8-Stimmen gegen Nihat Murat durch. Der RGA gibt einen Überblick über Mitglieder, Aufgaben, Pläne und Vorstand.

Warum gibt es einen Integrationsrat?

Remscheid vereint unter seinen über 110 000 Einwohnern mehr als 120 Nationen. 39,6 Prozent (45 070) haben einen Migrationshintergrund, rund 17 Prozent besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Remscheid gehört zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Einwohnern mit Migrationshintergrund in NRW.

Welche Aufgaben hat er?

Der Integrationsrat vertritt die Interessen hier lebender Ausländer. Um diesen Kreis stärker an der Politik zu beteiligen, wurde in Remscheid 1971 ein Arbeitskreis für Angelegenheiten ausländischer Arbeitnehmer eingerichtet, 1980 folgte der Ausländerbeirat. Diese Gremien existierten in Remscheid vor der gesetzlichen Verpflichtung, ein entsprechendes Gremium einzurichten. Seit 2014 heißt er Integrationsrat und kümmert sich um alle integrationspolitischen Themen in der Stadt. Nach den demokratischen Regeln kann der Integrationsrat Anträge an den Stadtrat stellen. So sollen Migranten an der politischen Willensbildung mitwirken. Darüber hinaus sind Mitglieder im Jugendhilfeausschuss, der Gesundheitskonferenz, der Konferenz Alter und Pflege und im Landesintegrationsrat präsent.

Wie sehen die Kräfteverhältnisse aus?

Bei der Wahl des Integrationsrates, angedockt an die Kommunalwahl am 13. September, waren 26 957 Remscheider aufgerufen, nur 3493 (12,96 %) stimmten ab. Die Teilnahme ist traditionell niedrig. Die Interkulturelle Liste (SPD) holte 39,38 % (1312 Stimmen), die FDP 13,81 % (460), Die Linke 8,67 % (289), Junge Vision 10,77 % (359), Remscheider Liste 2020 14,92 % (497). Die Einzelbewerber Metin Göcer holten 2,79 % (93) und Vitor Manuel Raposeiro Estradas 9,66 % (322).

Wer sitzt im Integrationsrat?

15 Mitglieder - die Interkulturelle Liste der SPD hat sieben Sitze: Erden Ankay-Nachtwein, Oguz Ünal, Yurdakul Kaya, Giovanni Farruggia, Dawit Kuflu Kidane, Nouhou Mody Diallo, Nana Camara; die FDP ist mit Nihat Murat und Dr. Axel Kolodziej vertreten; die Linke mit Mehmet Keser; die Junge Vision mit Cennet Öztürk und Serkan Özdemir; die Remscheider Liste 2020 mit Bekir Uzun, Oguzhan Yildirim; als Einzelbewerber Vito Manuel Raposeiro Estradas. Hinzu gesellen sich acht von den Parteien bestimmte Vertreter aus dem Rat: Jutta Velte, Bettina Stamm, Torben Clever, Peter Lange, Stefan Wagner, Nadine Gaede, Ursula Wilberg, Waltraud Bodenstedt.

Wie viele Nationalitäten sind in dem Rat vertreten?

Insgesamt sechs: vornehmlich Türkei sowie Portugal, Italien, Eritrea, Guinea, Deutschland.

Was motiviert die Mitglieder?

Versammlungsleiterin Waltraud Bodenstedt formulierte es unter dem Beifall der Anwesenden so: „Ich bin nach sechs Jahren zurückgekehrt in dieses Gremium, weil ich glaube, dass sich die Stadtgesellschaft verändern könnte. Dem will ich entschieden entgegentreten“.

Hintergrund

Die Vorsitzende: Erden Ankay-Nachtwein, 1951 in Izmir/Türkei geboren, lebt seit 1978 in Remscheid; verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Die pensionierte Grundschullehrerin ist seit 1990 SPD-Mitglied. Seit 2010 gehört sie mit kurzer Unterbrechung dem Rat an. Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Integrationsrates.

Ihre Stellvertreter: Nihat Murat, Cennet Öztürk, Mehmet Keser, Oguz Ünal und Vito Manuel Raposeiro Estradas.

In dieser Woche fand auch die konstituierende Sitzung des Seniorenbeirats statt. 

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