Lokale Wirtschaft

Gründer zeigen ihre ganze Kraft beim Innovationstheater

Der Auftritt der Tanzgruppe des Remscheider Tanzzentrums war mehr als nur Begleitprogramm des Innovationstheaters. Er zeigte vielmehr den Charakter der Veranstaltung – und gleichzeitig, dass Gründungen oft unkonventionell sind. Foto: Doro Siewert
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Der Auftritt der Tanzgruppe des Remscheider Tanzzentrums war mehr als nur Begleitprogramm des Innovationstheaters. Er zeigte vielmehr den Charakter der Veranstaltung – und gleichzeitig, dass Gründungen oft unkonventionell sind.

Wirtschaft mal anders: Das vierte Innovationstheater überzeugte mit Show, Charme und Witz.

Von Tristan Krämer

Eine gute Nachricht konnte Peter Schniering von Schumacher Precision Tools, der am Dienstagabend gemeinsam mit Inga Bauer von Bauer&Böcker die vierte Auflage des Innovationstheaters moderierte, schon vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung verkünden. „Wir hatten so viele Anmeldungen wie noch nie“, stellte Schniering fest. Rund 250 Besucher im Teo Otto Theater bedeuteten für das von der Stadt initiierte Innovationstheater einen neuen Rekord.

Es hat sich herumgesprochen, dass die Veranstaltung etwas anders ist als übliche Zusammenkommen der Remscheider Wirtschaftsleute. Mit viel Show, Musik und Witz will das Innovationstheater Impulsgeber sein. „Und darauf aufmerksam machen, was Gründer und Unternehmen in Remscheid so machen“, erklärte Schniering.

Knetmasse-Figuren werden zu weltweitem Internet-Hit

Dass das einiges ist, bekamen aufmerksame Besucher auch abseits des Hauptprogramms mit: Für das Catering im Foyer zeichneten das Restaurant „Der Grund“ und die Bäckerei Evertzberg verantwortlich. Im Theatersaal filmte und fotografierte das Team der Ewald&Denizli Studios, das seine Anfänge in Lennep hat und heute in Wuppertal sitzt. Und auch der Auftritt des Remscheider Tanzentrums, das Tilim Selva 2015 aus der Taufe gehoben hat, gab ein Beispiel dafür, wie vielfältig und manchmal neuartig Gründungen sein können.

Standpunkt von Axel Richter

„Gründer sind oft Menschen, die auf Konventionen und Organisationsstrukturen pfeifen“, beschrieb Inga Bauer. Und Moderationskollege Peter Schniering verglich das Aufeinandertreffen von Start-ups und etablierten Unternehmen mit zwei Straßengangs: „Hier trifft Kapuzenpulli auf Anzug.“

Wie breit das Spektrum der Gründerszene sein kann, bewiesen auch die drei Redner des Abends. Sharon Paschke, Berater und Mentor für Profisportler und Unternehmer, Sally Haas, einst Kandidatin in der TV-Show „Germany’s next Top Model“ und heute als Model und in den sozialen Netzwerken erfolgreich, sowie Simon Haase, der von Haus aus Designer ist und seit einigen Jahren mit Videos auf der Plattform Youtube Millionen Menschen erreicht, hatten nur zwei Dinge gemeinsam. Erstens: Alle drei kommen aus Remscheid. Und zweitens: Sie sorgten mit Einblicken in ihre Arbeit für jede Menge Unterhaltung.

UNTERNEHMERPITCH

WETTBEWERB Eingebettet ins Innovationstheater fand der Unternehmerpitch der Gründerschmiede statt. Statt wie sonst Gründern die Chance zu geben, sich und ihre Idee in wenigen Minuten zu präsentieren, standen dieses Mal mit Christian Sieg von Vaillant und Oliver Knedlich von Schulten Vertreter von zwei der größten Unternehmen in Remscheid auf der Bühne. Sie machten ihre Sache mit Bravour, befand anschließend David Mathauschek. Er hatte mit seinem Online-Karriere-Portal „Smusy“ im vergangenen Jahr den Pitch gewonnen.

Paschke schilderte, wie Menschen durch die richtige Einstellung und die richtige innere Stimme – der Lüttringhauser nennt diese „Mentalathlet“ – Blockaden lösen und aus schwierigen Situation herauskommen können. Sally Haas berichtete aus ihrem Alltag als Model und gab Einblicke, wie sie mit Hass-Kommentaren in sozialen Netzwerken umgeht. Auch spannend: ihr reflektierter Blick auf die TV-Show „Germany‘s next Top Model“. „Die Sendung soll unterhalten. Die Zuschauer sollen lachen und weinen. Das ist mit normalen Alltagsgesprächen nicht zu erreichen“, ordnete die Lenneperin Kritik ein, nach der vieles an der Show zu aufgesetzt scheint.

Für viele Lacher sorgte Simon Haase. Das lag auch daran, dass der Lüttringhauser Erfolg mit etwas hat, das spielerisch klingt: Er formt bekannte Figuren aus Knetmasse, filmt sich dabei und stellt die Videos auf dem Kanal „ClayClaim“ auf Youtube ein. Tatsächlich habe die Idee klein angefangen. Mit der heutigen Reichweite seiner Videos – und damit das Werbepotenzial – „spielt“ Haase dagegen in ganz anderen Dimensionen. Mehr als 1,5 Millionen Menschen auf der Welt haben seinen Kanal abonniert. Manch ein Video wurde allein schon 10 Millionen mal angesehen. Angesichts dieser Zahlen ist nachvollziehbar, dass Haase das „Spiel“ mit der Knetmasse mittlerweile als „harte Arbeit“ bezeichnet. Arbeit, in der er aufgeht und mit der noch lange nicht Schluss sein soll. Er plant, die Knetfiguren in bewegte Bilder und damit Filme zu setzen.

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