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Inflation an Zapfsäule und Heizkessel: Staat muss jetzt helfen

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„Und kost‘s Benzin auch 3 Mark 10. Scheißegal, es wird schon gehen.“ Die Textzeile aus dem NDW-Hit von Sänger Markus ist längst von der Realität eingeholt worden. Geringverdienern stellt sich angesichts der Inflation an Zapfsäule und Heizkessel die Existenzfrage. Deshalb muss der Staat jetzt helfen, findet RGA-Lokalchef Axel Richter.

Schon vor dem Krieg in der Ukraine musste Markus weit mehr als 1,50 Euro für den Liter bezahlen, um seinen Maserati auf 210 zu beschleunigen. Mittlerweile kratzen die Preise an der Zapfsäule jedoch an den 5 Mark, die die Grünen 1998 zur Rettung des Planeten forderten.

Wer gut verdient, wird darüber schimpfen, deshalb aber nicht weniger Auto fahren und auch nicht die Heizung runterdrehen. Geringverdienern stellt sich dagegen die Existenzfrage. Denn: Die Inflation an Zapfsäule und Heizkessel wird nach einem Friedensschluss zwar weniger sprunghaft verlaufen. Doch die Preise für Öl und Gas werden deshalb nicht wieder sinken. Nach dem ersten Schock an der Tankstelle steht allen, die mit Erdgas heizen, der nächste Schock deshalb noch bevor. Experten erwarten nahezu eine Verdoppelung der Preise.

Diese Entwicklung ist nicht allein dem Krieg geschuldet. Doch mit seinem Angriff auf die Ukraine hat der russische Präsident einen Prozess in Gang gesetzt, der sein Land als einen der größten Energielieferanten der Welt vom Markt nimmt. Niemand mag sich in Abhängigkeit eines Staates begeben, der seine Nachbarn mit Krieg überzieht und seine Öl- und Gasvorkommen als Waffe einsetzt. Deshalb wird die Energiewelt umgebaut. Bis sie aber steht, werden wir noch einen hohen Preis zahlen.

Auch im Supermarkt wird es bald deutlich teurer

Übrigens nicht nur für Energie. Es gibt nämlich noch eine andere Ölkrise: In den Supermärkten wird bereits das Sonnenblumen- und Rapsöl knapp. Auch das hat mit dem Krieg zu tun. Die Ukraine gilt als weltweit größter Speiseölproduzent. Weil das so ziemlich in jedem Brot und jedem Brötchen verbacken wird, werden die Remscheider auch dafür schon bald deutlich mehr zahlen müssen. Das heißt auch Grundnahrungsmittel werden teurer.

Angesichts der Preissprünge mögen die obligatorischen Tipps zum Energiesparen gut gemeint sein. Sie wirken zugleich zynisch. Es kann eben nicht jeder das Auto stehen lassen, und aus einem Altbau wird kein Niedrigenergiehaus. Deshalb muss jetzt der Staat seinen Bürgern helfen.

Die Mehrwertsteuer steigt und fällt abhängig vom Nettopreis, den die Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber verlangen. Das heißt, der Staat verdient an den Preissprüngen mit. Es ist an der Zeit, den Bürgerinnen und Bürgern etwas davon zurückzugeben. Nicht, damit sie wie einst Markus Maserati fahren - und das mit 210. Sondern, damit sie noch über die Runden kommen.

TOP Hilfsbereit: Das Haus Mollplatz 3 wird zu einer großen WG der Vereine.

FLOP Zugepflastert: Werbedeal beschert der Stadt neue Reklametafeln.

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