Kultur

In Lennep findet Rene Steinberg viele „Freuwillige“

Ausgehungert nach Kunst und Kultur: Remscheider feiern die Rückkehr der Komödianten in die Klosterkirche.

Von Dela Kirchner

Auch wenn Rene Steinberg gleich zu Beginn klarstellte, dass es in der Klosterkirche an diesem Freitagabend kein Stagediving geben würde, tat dies dem frenetischen Empfang des Lenneper Publikums für den Komödianten keinen Abbruch: Zu ausgehungert sind alle nach solchen Veranstaltungen. Oder um es mit den Worten von Steinberg zu sagen: „Ich war viel zuhause - und die anderen waren eben auch da. Es waren beschissene Zeiten.“

Auf seiner Suche nach „Freuwilligen“ wurde er in Lennep fündig. Steinberg machte seinem Publikum Mut („Wenn Du vom Leben einen Tritt in den Arsch kriegst, sieh zu, dass Du wenigstens den Schwung nutzt.“). Er staunte über die aktuellen Entwicklungen in unserer schnelllebigen Zeit: „Sonnenblumenöl ist das neue Klopapier; die Kanzlerin heißt auf einmal Olaf...“ Und er sprach offen über seine Traumatisierung in Kindertagen durch Turnen in Turnschläppchen.

Nachdem die wesentlichen Parameter des Abends überprüft („Sind irgendwelche Verschwörungstheoretiker anwesend?“) und hilfreiche Tipps ausgesprochen waren („Das Leben besser nicht durch die rosarote Brille sehen - sonst ist das grüne Gras braun.“), war die Halbzeit des Programms in Windeseile erreicht.

Nicht zu vergessen die musikalischen Höhepunkte, die das Publikum zu einem Teil der Show werden ließen. Auch der Comedian musste in den vergangenen Wochen und Monaten die Erfahrung machen, „dass wir jetzt schon viel zu viel Wut in der Welt haben“ und „Möppern eher ein männliches Phänomen ist“.

Steinbergs Erwartungen an das Publikum in der Klosterkirche und die Menschheit allgemein sind eigentlich einfach: „Wir brauchen mehr Humor – und müssen uns mit Humor zur Wehr setzen.“ Gegen Widrigkeiten aller Art. Tröstend sei es zu erfahren, dass „wir in der Mehrheit sind und nicht die Schwachmaten“. Oder knapp zusammengefasst: „Lachen stutzt auch die Mächtigen auf Normalmaß.“

Nach grandiosen Parodien von Karl Lauterbach, Udo Lindenberg und Klaus Kinski, den Feinheiten der deutschen Sprache („kodderig“ versus „usselig“, „fisseln“ versus „plästern“) und „Drostens Frust“ (frei nach dem Monolog in Goethes „Faust“) gab Steinberg wertvolle Erfahrungsberichte zu den Fallstricken der Autokorrektur zum Besten. Und zum Finale jede Menge Kinder- und Volkslieder zum Mitsingen.

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