Für Kinder ab 10 Monaten

In dieser Werkstatt wird an den Sinnen gearbeitet

Jetzt wird geraschelt: Nicole Böhmer (l.) leitet „Die kleine Sinneswerkstatt“ im Bürgerhaus-Süd. Mamas und Kinder haben Spaß. Foto: Roland Keusch
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Jetzt wird geraschelt: Nicole Böhmer (l.) leitet „Die kleine Sinneswerkstatt“ im Bürgerhaus-Süd. Mamas und Kinder haben Spaß.
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Heilpädagogin und Mama Nicole Böhmer bietet inklusive Gruppen in Hasten und im Südbezirk an – Wermelskirchen soll bald folgen.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Die Autos müssen im Körbchen parken. Denn jetzt geht es richtig los in der kleinen Sinneswerkstatt: Die Rasseleier, teils selbst gebastelt aus Ü-Eiern, werden aus dem Säckchen geholt. Jede Mama greift sich zwei. Nicole Böhmer stimmt das dazugehörige Lied an – und alle machen mit: „Meine kleinen Rasseleier rasseln hin und her, meinen kleinen Rasseleiern fällt das gar nicht schwer.“

Gerade in Corona-Zeiten zweifeln viele Mütter an ihren Fähigkeiten.

Nicole Böhmer möchte auch die Mamas stärken

Gemeinsam können die acht Frauen und acht Babys den Bergischen Symphonikern an diesem Mittwochmorgen im Bürgerhaus-Süd Konkurrenz machen. Die kleine Rasselbande hat dabei aber natürlich noch andere Dinge im Kopf: Das Ei wird über die Spielmatte gerollt oder hingebungsvoll abgelutscht. So manches Kleinkind möchte dazu jetzt auch gern einen Keks. All das ist hier völlig in Ordnung. „Die Eier können auch klopfen: Bumm-Bumm machen sie“, sagt Nicole Böhmer in die Runde und lässt die Eier gegeneinanderklatschen, ehe es mit dem Verstecken unter dem Stilltuch reihum weitergeht. Natürlich gibt es auch dazu ein passendes Lied. Adam (13 Monate) zieht sich das Tuch einfach selbst vom Kopf – und quittiert das mit einem freudigen Lachen.

Die kleine Sinneswerkstatt der 37-jährigen Heilpädagogin und Entspannungspädagogin hat gerade im Bürgerhaus-Süd eröffnet. Ab sofort trifft sich die Gruppe mit Kindern ab zehn Monaten immer mittwochs von 9.30 bis 10.30 Uhr im unteren Bereich. Weil sie gerade in den Südbezirk gezogen ist, hat Nicole Böhmer einen Ort für ihre Krabbelgruppe in der Nähe gesucht. Im Sommer soll ihr ein zweiter Raum im Bürgerhaus zur Verfügung stehen. „Dann können wir vielleicht eine Bewegungsbaustelle machen.“

Stets dabei ist ihre Tochter Sophie (11 Monate), die natürlich alle Lieder kennt. Mama Nicole ist noch in Elternzeit. Montags bietet sie zudem von 10 bis 11 Uhr für Babys ab drei Monaten ihre Sinneswerkstatt bei Deine Matte von Natalie da Silva in Hasten an. Und die Werkstatt baut an: Mit Heilpädagogin Barbara Wozniak möchte Nicole Böhmer bald auch in Wermelskirchen eine Gruppe eröffnen.

„Der Bedarf dort ist sehr hoch. Wir überlegen derzeit, das Angebot über die Frühen Hilfen laufen zu lassen“, erklärt Böhmer, die auch systemische Beraterin ist und stets in der Frühförderung gearbeitet hat.

Die Idee zur kleinen Sinneswerkstatt kam ihr aus einem persönlichen Anlass: „Weil meine Tochter im Alter von drei Jahren in St. Augustin operiert werden musste, kam ich mit vielen Müttern in Kontakt. Einige hatten Kinder mit Behinderungen.“ Die Hemmschwelle, Frühförderangebote wie Kurse und Gruppen zu nutzen, sei bei diesen Mamas recht hoch, erfuhr die Remscheiderin. Also überlegte sie sich ein eigenes Konzept.

Bei der kleinen Sinneswerkstatt, dem sensomotorischen Spiel mit Babys, gibt es für Eltern Raum, ihr Kind kennenzulernen, seine Verhaltensweisen zu verstehen und es durch gezielte Bewegungs-, Spiel- und Sinnesanregungen zu begleiten. Das können Trommeln, ein Bällebad, Lieder, Rasseln oder das Klatschen sein. Aber auch der Gleichgewichtssinn, was für Babys sehr wichtig sei, werde hierbei angesprochen, erklärt Böhmer. Sie arbeitet ressourcenorientiert: Wo hat das Kind seine Stärken? Kinder erfahren sich selbst, ihren eigenen Körper, ihre Sinne – und könnten hier soziale Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen.

Das ist auch Linda Gapmann wichtig. Aus Solingen ist sie mit Adam an diesem Mittwoch nach Remscheid gekommen. „Lange hat man wegen Corona gar nichts machen können. Jetzt bin ich froh, dass es solch ein Angebot gibt. Denn ich habe gemerkt: Adam tut es sehr gut, sich mit anderen Kindern zu umgeben“, berichtet sie. „Ich finde es gut, dass hier mit den Kindern aktiv etwas gemacht wird. Vor allem die haptischen Spiele sind schön.“

Und auch die Eltern nehmen etwas mit. „Gerade in Corona-Zeiten zweifeln viele Mütter an ihren Fähigkeiten. Daher möchte ich den Blick auf das Positive legen: Was mache ich alles richtig?“, sagt Nicole Böhmer. Sie würde sich freuen, wenn Kinder mit Handicap die Gruppe bereichern würden.

Kontakt

Familien können sich bei Nicole Böhmer über ihre Arbeit und über die Gruppen informieren. Die kleine Sinneswerkstatt ist auf Facebook und auf Instagram vertreten. Hier können Interessierte eine Nachricht schreiben. Die Internetseite befindet sich im Aufbau:

www.die-kleine-sinneswerkstatt.de

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