Kalter Genuss

In dieser Küche entsteht das beste Eis der Stadt

Marzia und Daniele Belfi bieten 25 Sorten an – aktuell aber nur to go.
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Marzia und Daniele Belfi bieten 25 Sorten an – aktuell aber nur to go.

Daniele Belfi gibt exklusive Einblicke in die Lütterkuser Manufaktur.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Für die RGA-Leser ist der Fall klar: Etwas anderes als die Kugeln des Lüttringhauser Eiscafés Belfi kommt ihnen nicht in die Waffeltüte. 2020 wählten unsere Leser die traditionelle Eisdiele im Herzen der Altstadt bei einer nicht-repräsentativen Umfrage auf Platz 1. Nun hat Familie Belfi wieder geöffnet. Und wir haben uns exklusiv in der Küche umgeschaut, in der das beste Eis der Stadt entsteht.

Die Herstellung: Drei Wetter-Apps hat Eismacher Daniele Belfi (41) immer im Blick. Denn das Eisgeschäft lebt vom guten Wetter. So haben die treuen Stammkunden Daniele und seiner Schwester Marzia Belfi (44) bereits diese Woche den Salon eingerannt. Und weil an Ostern die Sonne scheinen soll, hat der Eismacher gut vorausplanen müssen. „Momentan produziere ich bis Mitternacht vor, morgens fange ich wieder um 6.30 Uhr an“, erzählt der Gelatiere aus Leidenschaft. Und das funktioniert so: „Wir machen es wie früher: nach dem Original-Rezept meiner Eltern, das nie verändert wurde.“ Natürlich verrät ein Eismacher niemals sein Rezept. Aber Zucker, Ei und Milch mit mindestens 4 Prozent Fettgehalt sind enthalten, jedoch keine Sahne. „Manche Kunden essen zehn Kugeln auf einmal. Das könnten sie wohl nicht, wenn Sahne drin wäre“, sagt Marzia Belfi. Die Pasteurisiermaschine kocht die Masse erst auf 85 Grad auf, dann kühlt sie sie zügig wieder auf 4 Grad ab. „Das Pasteurisieren macht heute eigentlich kaum noch jemand“, sagt Daniele Belfi. Das Gerät verbrauche viel Strom, und viele Eismacher rührten nur noch kalt an. Die Maschine ist aber schließlich da, weil sie noch von seinen Eltern stammt. Und sie läuft wie am ersten Tag.

Gelatiere Daniele Belfi kocht nach Original-Rezepten seiner Eltern. Drei Maschinen helfen.

Dann geht es wahlweise in die 60 Jahre alte L 40 Carpigiani aus Italien oder in den „Mercedes unter den Eismaschinen“, den neuen Kälte-Rudi samt Digitaldisplay. Während das Eisschöpfen an der hübschen Retro-Maschine großen Körpereinsatz erfordert, schafft die neue dreifach so viel in kürzerer Zeit. Manchmal müssen aber auch beide ran. Denn das Belfi-Eis ist heißbeliebt. Dann geht’s in großen Metallschalen ab in den Tiefkühlschrank bei -14 Grad. Und von da aus in die Auslage. Übrigens: Für das Vanilleeis werden nur echte Vanilleschoten verwendet. „Die werden gehandelt wie Gold. Ein Kilo kostet 600 Euro.“ Den Unterschied schmeckt man jedoch. Und für das Erdbeereis stehen bereits echte Früchte parat. „Melone gibt es bei uns zum Beispiel nur im Sommer, weil sie vorher nicht reif genug sind. Das schmeckt doch sonst nicht“, sagt der Eis-Experte.

Die Sorten: 25 Sorten, die beliebtesten sind allerdings die Klassiker wie Stracciatella, Vanille, Nuss, Schokolade, Erdbeer und Zitrone. Neu seit 2020 ist Snickers. Es gibt aber auch Malaga, Kaffee, Trüffel oder Buttermilch-Sanddorn. Zudem traditionelles Tartufo, Spaghetti-Eis, Milchshakes. Und: Alle Fruchteissorten sind vegan und laktosefrei.

Der Preis: Eine Kugel Belfi-Vergnügen kostet 1 Euro.

Die Öffnungszeiten: Von März bis Oktober hat das Eiscafé Belfi, Richthofenstraße 9, täglich von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Auch über die Osterfeiertage. Aber nur zum Abholen.

Die Tradition: Eine Eisdiele im Gebäude Richthofenstraße 9 gibt es bereits seit 1952. 1976 übernahmen Daniele und Marzias Eltern. Daniele Belfi stieg mit 15 Jahren ein und lernte bei seinem Vater die Eisherstellung. Auch Daniele Belfis Opa und Uropa waren Gelatieri. Die Familie stammt aus den Dolomiten in Italien. Noch heute überwintern die Belfis dort.

Kontakt: Tel. 5 28 63; www.facebook.com/EisCafe-Belfi-168779189853015/

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