Erste Platte

In der Tanzschule Wieber legte er das erste Mal als DJ auf

„Class“ von der englischen Pop-Truppe Hot Chocolate bekam Oliver Haas von seinem älteren Bruder geschenkt. Seine erste Platte hat ihn das Handwerk gelehrt, etwas mit der Musik zu arbeiten. 35 Jahre lang legte der gebürtige Düsseldorfer als DJ auf.
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„Class“ von der englischen Pop-Truppe Hot Chocolate bekam Oliver Haas von seinem älteren Bruder geschenkt. Seine erste Platte hat ihn das Handwerk gelehrt, etwas mit der Musik zu arbeiten. 35 Jahre lang legte der gebürtige Düsseldorfer als DJ auf.

„Class“ von Hot Chocolate war Oliver Haas’ erste Platte – Seine Musikkarriere tauschte er gegen Maschinenbau und Paartherapie ein.

Von Peter Klohs

Oliver Haas hat extra für unseren Besuch ein kleines DJ-Set aufgebaut. Kein Wunder, denn der heute als Geschäftsführer eines Maschinenbauunternehmens und als Paartherapeut tätige Haas war mehr als 35 Jahre als DJ unterwegs. „Aber diese Zeiten sind vorbei“, sagt er haute. „Das Feuer ist erloschen.“

Musikaffin ist er, so lange er denken kann. Er erinnert sich an lange Autofahrten mit seinen Eltern, auf denen Musikkassetten mit Chris de Burgh, Roland Kaiser und Neil Diamond liefen, „ein feiner deutsch-englischer Mischmasch.“ Der junge Oliver griff im Kindergarten zum ersten Mal aktiv in die Musikszene ein: Er wurde „mit sanfter Gewalt“ zum Blockflötenunterricht geschickt. Auch heute noch spielt er Flöte, versuchte in vergangenen Zeiten jedoch, alle Instrumente spielen zu lernen, „wenn auch nur ein wenig.“ Zuletzt versuchte er es mit einer Handpan.

Im Zimmer seines älteren Bruders hatte er die Musik der englischen Pop-Truppe Hot Chocolate gehört. „Und nicht nur der Sound mit diesem leichten Karibik-Einschlag gefiel mir, auch der Leadsänger, Errol Brown, war mächtig beeindruckend für mich. Brown stammte von den Bahamas und ist leider 2015 verstorben. Aber die Musik von Hot Chocolate hat mich geprägt, Errol Brown und die Bee Gees.“ Sein Bruder schenkte ihm die LP „Class“, die 1980 bei RAK Records erschien, zu einer Zeit, da die großen Hits der Popgruppe schon Geschichte waren („Everyone’s a winner“, „You sexy thing“). Erst vor Kurzem hörte er das Werk noch einmal in Gänze. „Und erstaunt merkte ich, dass ich die Texte immer noch auswendig kannte“, wundert sich Haas.

Er wollte junges Publikum wie auch deren Eltern erreichen

Hot Chocolate hat ihn das Handwerk gelehrt, etwas mit der Musik zu arbeiten, Übergänge zwischen zwei Titeln zu finden, ohne dass man es als Musikhörer merkt. Oliver war 16 und regelmäßiger Gast in der Tanzschule Wieber, die jeden Samstag eine Jugend-Disco anboten. „Aber manchmal war die dort gespielte Musik nicht meins“, erinnert er sich. Er freundete sich mit dem DJ der Tanzschule, Thorsten Naujokat, an und vertrat ihn gelegentlich. „Das waren die Anfänge meiner DJ-Karriere“, weiß Haas, der sich später als DJ selbstständig machte.

Als guter DJ war er nicht auf eine spezielle Richtung spezialisiert, versuchte mit älterer Musik auch die Eltern der jungen Leute zu erreichen. „Von Bill Haley über Buddy Holly bis zu den Beatles reichte das Spektrum. Für die etwas jüngeren dann Hot Chocolate, Kool & the Gang und Rick Astley. Der war sowieso mein Hero. Sein ‚Never gonna give you up‘ war der Knaller in Tüten.“

Privat liebt er es musikalisch etwas ruhiger. Seine Favoriten sind der aus Baden-Württemberg stammende, mittlerweile jedoch in Wuppertal lebende Musiker Gregor Meyle sowie die dänische Popsängerin Tina Dico. „Meyle sah ich live in der Kölner Kulturkirche“, erinnert sich Haas. „Das hat mich geflasht.“ Sein erster Konzertbesuch galt allerdings Shakin’ Stevens, den er am 15. April 1983 in der Kölner Sporthalle sah. Heutzutage hört Oliver Haas „leider Spotify. Um eine LP in die Hand zu nehmen, fehlt mir ganz einfach die Zeit.“

Zur Person

Oliver Haas wurde 1971 in Düsseldorf geboren, ist gelernter Industriemechaniker und als Geschäftsführer der Haas Maschinenbau GmbH und als Paartherapeut tätig. Auch heute kauft er gelegentlich noch Langspielplatten. Nicht, um sie zu hören, „sondern um die Künstler zu unterstützen. Die LPs stehen noch verschweißt zu Hause. Aber es ist halt das Musikformat, mit dem ich aufgewachsen bin.“

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