Pandemie

Impfzentrum: Standort wird überprüft

Die Sporthalle Hackenberg: Ob hier bald geimpft wird, will die Stadt nun doch noch einmal überprüfen. Foto: Roland Keusch
+
Die Sporthalle Hackenberg: Ob hier bald geimpft wird, will die Stadt nun doch noch einmal überprüfen.

Entscheidung soll möglichst transparent werden.

Von Sven Schlickowey

Rermscheid. Die Entscheidung zum Standort des geplanten Corona-Impfzentrums wird noch einmal überprüft. Das bestätigte Thomas Neuhaus (Grüne), Leiter des städtischen Krisenstabs, auf RGA-Anfrage: Die Verwaltung erstelle eine Matrix möglicher Standorte mit Vor- und Nachteilen, inklusive der Örtlichkeiten, die im Rahmen der Diskussion der vergangenen Tage aufgekommen seien. Ziel sei es, die Entscheidung möglicht transparent zu gestalten, so Neuhaus.

Am Freitag hatte der Krisenstab bekanntgegeben, dass man sich für das Sportzentrum Hackenberg in Lennep als Standort für das Impfzentrum entschieden habe. Das hatte, vor allem im Remscheider Sport, für Widerspruch gesorgt. In der großen Halle Hackenberg spielt und trainiert Rollhockey-Bundesligist IGR Remscheid. Ein Umzug in eine andere Halle ist technisch für die Sportler nicht möglich.

Nachdem Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) am Wochenende offene Briefe mit seinem Vorgänger und Parteifreund Reinhard Ulbrich, dem Vorsitzenden des Sportbundes, ausgetauscht hatte, mischte sich am Montag die CDU ein. Markus Kötter als Fraktionsvorsitzender im Rat und Jens Nettekoven, Sprecher seiner Fraktion im Sportausschuss, forderten – ebenfalls in einem offenen Brief –, dass die Corona-Krisenkommunikation besser werden müsse: „Alle Beteiligten frühzeitig einzubinden, ist mühsam und zeitaufwendig, lohnt sich aber am Ende auf jeden Fall.“

Allzu viele mögliche Standorte kommen aber wohl ohnehin nicht in Frage, der Forderungskatalog von Bund und Land für mögliche Standorte ist lang. Neben der reinen Größe des Gebäudes und dessen Winterfestigkeit geht es unter anderem um Sanitäranlagen, Stromversorgung und Anbindung. Rund 20 Prozent der Remscheider Bevölkerung sollen hier in etwa sechs Monaten je zweimal geimpft werden.

Nämlich insbesondere „vulnerable“ Personen, also Menschen, die durch eine Infektion besonders gefährdet wären, und solche mit einem systemrelevanten Beruf. Wer genau unter diese Definition fällt, stehe allerdings noch nicht fest, sagt Thomas Neuhaus. Wichtig ist dem Leiter des Krisenstabs aber, dass kein Remscheider unaufgefordert zum Impfzentrum kommen soll.

Wer das Zentrum nutzen kann, wird entweder aktiv informiert oder braucht eine ärztliche Bescheinigung. Erst danach wird es möglich sein, wohl übers Internet oder ein Call-Center einen Termin zu machen. Ohne Termin keine Impfung. Bewohner von Alten- und Pflegeheimen werden von mobilen Teams geimpft, Mitarbeiter in Krankenhäusern erhalten ihre Dosis am Arbeitsplatz. Neuhaus: „Die brauchen uns dafür nicht.“

Betrieben wird das Zentrum von der Stadt mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), die auch die Ärzte stellt. Hier werden also unter anderem niedergelassene Ärzte ihren Dienst neben ihrer Arbeit in der Praxis verrichten. Daneben sind aber Freiwillige, zum Beispiel medizinisches Personal in Ruhestand oder in Teilzeit, aufgerufen, dabei zu helfen. Vonseiten der Stadt werde Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan die Leitung übernehmen, berichtet Neuhaus: „Er verfügt unter anderem über das logistische Know-how.“ Zudem wird es eine ärztliche Leitung von der KV geben.

Vor jeder Impfung, die natürlich freiwillig ist, wie Thomas Neuhaus betont, gebe es erst eine Aufklärung und eine Anamnese, bei der mögliche Risiken und Vorerkrankungen abgeklärt werden. Und auch nach dem „Pieks“ ist die Arbeit des Zentrums noch nicht getan: Die Geimpften sollen sich anschließend noch einige Zeit dort aufhalten, falls es zu Reaktionen kommt, erklärt Thomas Neuhaus: „Dafür müssen wir auch Sanitäter zur Verfügung stellen.“

Hinzu komme die Dokumentation, die „Königsdisziplin“, wie der Krisentableiter meint. Schließlich müsse sichergestellt werden, dass jeder Geimpfte auch die notwendige zweite Dosis bekommt.

Schulen

Weitere Schulen sind von Quarantäne betroffen: 17 Schüler der Klasse 7a der Alexander-von-Humboldt-Realschule, zwölf des Kurses 10a-2 der Hauptschule Hackenberg, 27 Schüler der Q2 des Leibniz-Gymnasiums und 21 des Kurs HH20d des BK Verwaltung.

Corona-Fallzahlen der Stadt Remscheid

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Aus für ThyssenKrupp: Über 60 Jobs gefährdet
Aus für ThyssenKrupp: Über 60 Jobs gefährdet
Aus für ThyssenKrupp: Über 60 Jobs gefährdet
„Vereinigte Hüttenwerke“ verschwinden am Remscheider Rathaus
„Vereinigte Hüttenwerke“ verschwinden am Remscheider Rathaus
„Vereinigte Hüttenwerke“ verschwinden am Remscheider Rathaus
Halle West bleibt noch länger Impfzentrum
Halle West bleibt noch länger Impfzentrum
Halle West bleibt noch länger Impfzentrum

Kommentare