Aktion

Impfzentrum in Remscheid verzichtet auf Termine

Eine Impfung gegen das Coronavirus. Archivfoto: cb
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Eine Impfung gegen das Coronavirus.
  • Frank Michalczak
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Wer will, kann nächste Woche zum Corona-Schutz spontan die Sporthalle West besuchen

Remscheid. Für alle ab 16 Jahren bietet das Impfzentrum in Reinshagen eine besondere Aktionswoche: Wer möchte, kann sich ab nächsten Montag, 12. Juli, bis einschließlich Sonntag, 18. Juli, ohne Termin gegen Corona impfen lassen. Von 10 bis 17 Uhr steht dafür das Team täglich bereit.

Wie Stadtsprecherin Viola Juric erklärt, haben Interessenten die Wahl zwischen unterschiedlichen Impfstoffen, so lange der tägliche Vorrat reicht. Je nach Altersgruppe kommen Biontech, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson infrage. Bei Letzterem ist keine Zweitimpfung nötig und der volle Impfschutz 14 Tage nach dem Piks vorhanden. Eine Ausnahme bilden die 16- und 17-Jährigen, für die aktuell nur der Schutz mit Biontech möglich sei.

Wie der Leiter des Remscheider Corona-Krisenstabs, Sozialdezernent Thomas Neuhaus, berichtet, sollen somit weitere Hürden zum Impfen fallen. „Wir verzeichnen derzeit deutlich weniger Buchungen. Und wir stehen damit im Vergleich mit anderen Städten nicht alleine da.“ Es gelte nun, die Unentschlossenen für das Impfen zu gewinnen.

Remscheid: Job-Center verschickt Briefe mit Impf-Informationen

Neuhaus setzt dabei auch auf die gezielte Ansprache, die bereits über das Job-Center erfolgt sei: „Die Mitarbeiter haben zuletzt rund 100 Leistungsempfänger über 60 Jahren angerufen und sie über das Angebot informiert, dass Johnson & Johnson für sie bereit steht.“ 78 von ihnen hätten die Gelegenheit am Schopfe gepackt. „Andere waren bereits von ihrem Arzt geimpft worden.“

Zusätzliche Informationen über die Impfkampagne sollen in den nächsten Tagen alle Haushalte erreichen, die in Remscheid auf staatliche Unterstützung angewiesen sind – sei es auf Hartz IV-Leistungen oder Sozialhilfe. Allein von Hartz IV leben rund 10 500 Menschen in Remscheid. „Forschungen haben auch unabhängig von der Pandemie aufgezeigt: Wer arbeitslos ist, wird schneller krank. Es ist daher geboten, ihnen Orientierung zu geben und sie darauf hinzuweisen, wie wichtig der Impfschutz ist“, erläutert Neuhaus die Aktion des Job-Centers. Denn die momentan niedrigen Infektionszahlen können sich in einigen Wochen als trügerisch erweisen. Die als hochansteckend geltende Delta-Corona-Variante beginnt sich auch in Remscheid auszubreiten. So will Neuhaus vor allem die Jüngeren vom Impfen überzeugen. Denkbar wären auch in Remscheid Aktionen im „zielgruppengerechten Ambiente“. Wie diese aussehen könnten, will er unter anderem mit den Mitgliedern des Jugendrats besprechen.

Für die kommende „Woche der offenen Tür“ bittet Stadtsprecherin Viola Juric darum, die nötigen Unterlagen mitzubringen. Dazu zählen der für den Impfstoff passende Aufklärungsbogen und Einwilligungsdokumente. Ebenfalls Pflicht: An den Personalausweis und Impfpass, falls vorhanden, denken. Die Erstimpfung ohne Termin richte sich vor allem an Menschen aus Remscheid, erklärt Viola Juric. „Wenn sie in Begleitung eines Freundes oder einer Freundin kommen, die nicht in Remscheid leben, ist dies kein Problem. Wir weisen niemanden ab.“

Standpunkt

frank.michalczak@rga.de

Kommentar von Frank Michalczak

Die Zeiten bleiben verrückt: Noch vor wenigen Wochen herrschte tiefe Enttäuschung vor, dass Impfstoff kaum vorhanden war und dass sich Terminbuchungen in den Impfzentren als höchstkompliziert darstellten. Nun können Interessenten urplötzlich ganz spontan in der Sporthalle West vorbeischauen und sich vor Ort sogar den Impfstoff aussuchen. Dies zeigt, dass offenbar mittlerweile das Angebot die Nachfrage übersteigt. Um aber die Pandemie nachhaltig eindämmen zu können, wird es entscheidend darauf ankommen, jene zu überzeugen, die den Piks ablehnen oder die es als lästig empfinden, deswegen zum Arzt oder ins Impfzentrum zu müssen. Ärgerlich ist es, dass Termine nicht wahrgenommen werden, die vereinbart wurden. Das war allein im Juni 50 000 Mal im Rheinland der Fall, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein auf RGA-Anfrage über auf das Geschehen in den Impfzentren mit. Corona ist trotz aller Lockerungen längst noch nicht überstanden. Welche Folgen die Delta-Variante haben wird, ist ungewiss. Deswegen kann nur der Appell lauten: Impfen lassen!

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