Pandemie

Impfung kommt für weitere Senioren zu spät

Krisenstableiter Thomas Neuhaus erklärte, dass durch die Öffnung der Altheime das Virus leichter dort eindringen könne. Foto: Roland Keusch
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Krisenstableiter Thomas Neuhaus erklärte, dass durch die Öffnung der Altheime das Virus leichter dort eindringen könne.
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Krisenstab meldet sieben weitere Corona-Opfer. Haus Lennep sorgt in der Politik für Streit.

Von Axel Richter

Remscheid. Vom 27. bis zum 31. Dezember sollen alle Bewohnerinnen und Bewohner der Alten- und Pflegeheime in Remscheid gegen das Coronavirus geimpft werden. Die Einrichtungen haben dazu mit dem Aufbau von Impfstraßen und Räumen zur Aufbereitung des Impfstoffes der Firmen Biontech und Pfizer begonnen. Für sieben weitere zum Teil hochbetagte Menschen kommt diese Entwicklung in der Pandemie zu spät.

Wie der Corona-Krisenstab mitteilt, sind drei 90, 81 und 75 Jahre alte Remscheiderinnen und vier 93, 84, 80 und 72 Jahre alte Remscheider an beziehungsweise mit Covid-19 verstorben. Die Zahl der Corona-Toten in Remscheid stieg damit auf 70.

Seit Anfang Dezember wütet Sars-CoV-2 besonders im Alten- und Pflegeheim Haus Lennep. Zwischenzeitlich sind zwölf Bewohnerinnen und Bewohner verstorben, 39 Senioren und 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden positiv auf das Virus getestet. Seit dem 12. Dezember helfen sechs Bundeswehrsoldaten in der Einrichtung aus und entlasten das Pflegepersonal, indem sie zum Beispiel Mahlzeiten zubereiten. Das Heim hat eine Verlängerung ihres Einsatzes bis zum 4. Januar beantragt.

Unterdessen gehen im Haus Lennep Karten, Briefe, kleine Päckchen und zahlreiche Anrufe ein. „Es gibt viel Kraft, wenn wir den großen Rückhalt der Lenneper spüren“, sagt Einrichtungsleiterin Jutta Berendes: „Ausdrücklich möchten wir uns für all die positiven, stärkenden und Mut gebenden Rückmeldungen herzlich bedanken.“

Das Einfallstor ins Haus Lennep ist nicht zu finden

In einer Sondersitzung des Sozialausschusses der Stadt fragte Dietmar Volk, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion, nach dem Weg, den das Virus in das Haus Lennep genommen hat. Ob alles unternommen wurde, um die Menschen zu schützen.

Ja, gab Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus (Grüne) zur Antwort. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 seien alle annähernd 8000 Heimbewohnerinnen und -bewohner in Remscheid abgestrichen worden. Und zwar in Abständen drei Mal hintereinander.

Das Einfallstor sei nicht zu ermitteln, erklärte Neuhaus. Allerdings sei der Weg naheliegend, den das Virus nahm. „In der ersten Coronawelle hat man die Heime abgeschottet und die alten Menschen eingesperrt. Das sollte sich nicht wiederholen. In der zweiten Welle bleiben die Heime geöffnet. Natürlich zu dem Preis, dass das Virus leichter eindringen kann.“ Dem Haus Lennep sei deshalb kein Vorwurf zu machen, ergänzte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), den es angesichts der Fragen nicht auf dem Sitz hielt. „Ich habe großen Respekt vor dem, was dort gerade geleistet wird“, erklärte der OB in Richtung CDU: „Und ich verwehre mich gegen jeden Zungenschlag, dass dort nicht verlässlich gearbeitet worden wäre.“

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Remscheid erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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