Unter der Inflationsrate

Immobilienpreise in Remscheid steigen langsamer

Viele Remscheider suchen teils händeringend nach passendem Wohnraum.
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Gebrauchte Eigentumswohnungen kosten sogar nur ein Prozent mehr.

Die Entwicklung bei Reihenhäusern und Wohnungen liegt in Remscheid unter der Inflation.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Lange Zeit kannten die Immobilienpreise in Remscheid nur eine Richtung: nach oben. Doch jetzt sieht es so aus, als verlangsame sich der Preisanstieg zumindest etwas. Wie die Empirica-Preisdatenbank, die die Angebotspreise aus allen Print- und Online-Anzeigen erfasst, zeigt, stiegen die Preise in Remscheid im zweiten Quartal 2022 nur noch um fünf Prozent. Im Vorjahr lag die Preissteigerung noch bei zwölf Prozent.

Preistreiber bleiben demnach die in Remscheid nach wie vor raren Einfamilienhäuser, die laut der Datenbank im Schnitt um 17 Prozent zugelegt haben. Während gebrauchte Reihenhäuser durchschnittlich nur vier, gebrauchte Eigentumswohnungen sogar nur ein Prozent mehr kosteten als im ersten Quartal des Jahres. Die Preisentwicklung in diesen Bereichen lag also unter der allgemeinen Inflationsrate.

„Es ist eine Beruhigung der teilweise turbulenten Preisentwicklung der vergangenen Jahre erkennbar“, sagt Georg Görnert, fürs Bergische zuständiger Gebietsleiter der Bausparkasse LBS. Grund seien wohl die gestiegenen Hypothekenzinsen, die die Finanzierung für den Käufer verteuern, und die allgemeine Inflation. „Trotzdem ist die Nachfrage weiter hoch.“

Dass die Immobilienpreise langsamer steigen oder teils sogar sinken, ist kein alleiniges Remscheider Phänomen. Die Wirtschaftswoche berichtete schon Mitte August davon, dass die „Rally“ beendet sei. Grundlage war eine Untersuchung eines Internetportals, das seine eigenen Anzeigen ausgewertet hat – und dabei feststelle, dass in mehr als der Hälfte der deutschen Großstädte mehr als 100.000 Einwohner die Angebotspreise für Eigentumswohnungen gefallen waren. Und in mehr als ein Drittel dieser Städte auch für Häuser. Man sehe mehr Angebote, längere Verkaufszeiten und eine Verlagerung Richtung Mietmarkt, zitierte die Zeitung aus der Untersuchung.

War der Immobilienmarkt, nicht nur in Remscheid, viele Jahre ein Verkäufer-Markt, könnte sich das also nun langsam wieder drehen. Denn die Interessenten profitieren nicht nur von niedrigeren oder zumindest nicht mehr so stark steigenden Objektpreisen, sondern auch von der insgesamt geringeren Nachfrage, die dies auslösen.

Hatte es in der Vergangenheit häufig Bieterverfahren gegeben, seien nun wieder Nachverhandlungen möglich, meinen Experten. „Bisher musste meist davon ausgegangen werden, dass der tatsächliche Kaufpreis höher als das ursprüngliche Angebot lag“, sagt LBS-Gebietsleiter Georg Görnert. „Jetzt haben Käufer oft wieder mehr Spielraum für Verhandlungen.“

Lesen Sie auch: Wohnkosten - Remscheid ist günstig für Singles

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