Im Zirkus gibt es immer genug zu tun

Was machen Artisten, wenn sie nicht in der Manege stehen können? Antonio Casselly überprüft nach dem Sturm die Spanngurte. Foto: Doro Siewert
+
Was machen Artisten, wenn sie nicht in der Manege stehen können? Antonio Casselly überprüft nach dem Sturm die Spanngurte.

Das Training der kleinen Artisten musste sturmbedingt ausfallen

Von Alexandra Dulinski

Verlassen liegt die Zeltstadt der Familie Casselly am Donnerstag auf dem Schützenplatz im strömenden Regen da. Kein Kindergeschrei ist aus der Ferne zu hören, die Zelte sind verschlossen – und blähen sich im Wind. Ins Vorzelt ist eine Menge Laub hereingeweht worden. „Das Zelt zittert“, beschreibt Alexia Casselly den Zustand passend.

„Heute Nacht um vier Uhr wurden wir durch den Sturm geweckt“, berichtet Antonio Casselly, der seinem Publikum besser als Clown Antonio bekannt ist. Einen lauten Knall auf seinem Wohnwagen habe es gegeben, binnen zwei Minuten war die ganze Familie versammelt. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Die Lichterfront mit den Zäunen war umgefallen, die Werbebanner flatterten wie Fahnen im Wind. „Die haben wir eingepackt, damit sie nicht abreißen“, erklärt Antonio Casselly.

Bis sechs Uhr haben die Artisten aufgeräumt und Wache geschoben. Sogar auf das Dach des großen Zelts sind sie am Vormittag geklettert, um die Dachluke zu schließen, die sich durch den Wind geöffnet hatte. Schon am Abend zuvor wurden alle Zelte ordentlich verschnürt und Spanngurte nachgezogen.

Um 9 Uhr, als die ersten Nachwuchsartisten schon zur Frühbetreuung da waren, wurde klar: Das Training am Donnerstag muss ausfallen. Doch was machen Artisten, wenn sie mal einen Tag nicht in der Manege unterwegs sind? „Heute wäre perfektes Wetter für die Sauna oder das Schwimmbad“, sagt Antonio Casselly lachend. Aber dann nutzt er doch lieber die Zeit für Dinge, zu denen er sonst nicht kommt. „Ich wollte die Reifen am Campingwagen erneuern und sie zur Werkstatt bringen“, berichtet er. Mails mit Kartenvorbestellungen für den Weihnachtszirkus in Hürth müssen beantwortet und Vorankündigungen für die einzelnen Künstler geschrieben werden. Die Texte verfasst er handschriftlich. „Ich arbeite noch an dem roten Faden, der durchs Programm führt“, sagt der Artist.

Kinder sind in Topform

Seine Frau Romina kocht derweil für die Familie. Schwester Alexia besorgt in Remscheid Ersatzteile für jene Dinge, die in der Nacht kaputt gegangen sind – Lampen zum Beispiel. „Wir kennen uns hier ganz gut aus“, sagt Antonio. „Zuhause sind wir immer dort, wo der Wohnwagen gerade steht.“

Zwar musste das Training der etwa 90 kleinen Artisten am Donnerstag ausfallen, der großen Gala am Samstag steht aber nichts im Weg. „Die Kinder hier in Remscheid sind topmotiviert und so gut drauf, die Vorstellung könnte schon heute sein“, sagt Antonio Casselly am Donnerstagnachmittag. Am Freitag wird für den letzten Feinschliff gesorgt, damit es am Samstag heißen kann: „Manege frei!“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Auffällig aussehendes Duo raubt Obdachlosen in Remscheid aus
Auffällig aussehendes Duo raubt Obdachlosen in Remscheid aus
Auffällig aussehendes Duo raubt Obdachlosen in Remscheid aus
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Zwei weitere Todesfälle
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Zwei weitere Todesfälle
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Zwei weitere Todesfälle

Kommentare