Meine erste Platte

Im Herzen ist er ein Punk-Fan

Sebastian Schafstein kann den Text seiner ersten Platte „Straight ahead“ (l.) heute noch auswendig. Diese CD kaufte er zusammen mit einer Platte der er Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan (r.)
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Sebastian Schafstein kann den Text seiner ersten Platte „Straight ahead“ (l.) heute noch auswendig. Diese CD kaufte er zusammen mit einer Platte der er Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan (r.)

Sebastian Schafstein hörte seine Liebslingsband Pennywise zufällig in Neuseeland

Von Peter Klohs

Remscheid. Dass Sebastian Schafstein der, wie er selbst sagt, „ultimative Star-War-Fan“ ist, liegt zum größten Teil an der Filmmusik von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, die John Williams zum 1983 gedrehten Blockbuster beisteuerte. „Da habe ich zum ersten Mal gespürt, dass Musik etwas ausdrücken und Gefühle hervorbringen kann.“ Insoweit war die Filmmusik für ihn immens wichtig.

Musikalisch sozialisiert wurde er jedoch auf gänzlich andere Art. Sebastians Vater hörte die Pop- und Rockmusik der ausgehenden 60er Jahre, seine Mutter war in der Disco-Fraktion. Sebastian schloss sich, als es 13, vielleicht 14 Jahre alt war, der Jugendbewegung der Skater an. „Wir haben uns immer auf dem Rathausplatz getroffen“, erzählt der 1985 geborene Remscheider. „Es war schön, Teil dieser Jugendbewegung zu sein und so ein Zeichen zu setzen, dass man rebellisch war. Ich habe mir von einem Skater-Freund seinen Walkman ausgeliehen und die darauf befindliche Musik gehört, die mich sofort gefangen nahm. Ich konnte gar nicht aufhören, diese Musik zu hören. Stilistisch war das Melodic-Skate-Punk. Das Album hieß ‚Straight ahead‘ und die Band Pennywise, wie der Clown bei Stephen King. Ich rannte sofort zu Radio Welle, einem Musikladen, der all dieses abgefahrene Zeug hatte, und kaufte mir die Platte. Allerdings zusammen mit einer CD der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang Clan, die ‚Enter the Wu-Tang‘ hieß, beides Meilensteine in der Musikgeschichte. Zumindest in meiner.“

Seitdem, gibt Sebastian zu, ist sein Musikgeschmack vielfältiger geworden. „Aber im Herzen trägt man die alten Hymnen noch mit sich und hört gerne wieder mal rein.“ Die politischen Aussagen der Band Pennywise haben ihn auch sozial geprägt. „Als richtige Punks waren die natürlich politisch links“, weiß er. „Alles andere wäre auch fatal.“

Mittlerweile kann er der Musik seines Vaters etwas abgewinnen

Inzwischen kann er auch der Musik, der sein Vater zuhörte, mit Gewinn lauschen. Pink Floyd, The Doors, The Who. Nach wie vor fremdelt Sebastian bei deutschem Schlager, Dub-Step und Mainstream-Musik im Allgemeinen. Klassik hört er gerne: Chopin, Vivaldi, Rachmaninoff. Auch der Filmmusik ist er treu geblieben.

„Ich höre noch immer viel Musik“, sagt der Mittdreißiger. „Ich brauche das: Abends in Ruhe ein Album zu hören. Musik macht etwas mit mir. Der Ballast, den man mit sich rumschleppt, wird kleiner.“ Wenn er keine CD auflegen mag, hört er bevorzugt Musik über Spotify. „Ich war nie der CD-Sammler“, sagt er dazu.

Dass er seine erste Lieblingsband Pennywise live gesehen hat, muss man unter der Rubrik „Unwahrscheinliche Zufälle“ abheften. „Hier in Deutschland hatte es sich nie ergeben, die kalifornische Punkband live zu sehen. Ich war beruflich in Neuseeland unterwegs und sah ein Konzertplakat: Pennywise waren auf Tournee und spielten in der Stadt, wo ich wohnte. Da musste ich natürlich hin. Es war episch.“ Noch nicht im Konzert erlebt hat er David Gilmour, den Gitarristen von Pink Floyd. „Vielleicht kommt er noch mal auf Tournee“, hofft er.

Und zum Schluss unseres Gesprächs bin ich bereit: Hörtest Pennywise. Punk halt, mit mitgröhlfähigem Refrain und letzten Endes halb so wild.

Zur Person

Sebastian Schafstein, 1985 in Remscheid geboren, wuchs am Reinshagen auf. Heute ist er Contentmanager bei der Gebrüder Mannesmann GmbH. Außerdem ist er, gemeinsam mit seinem Bruder Moritz, Inhaber des Spirituosenherstellers Ovin Pion in der Lempstraße. Aufsehen erregte das Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit dem Rammstein-Sänger Till Lindemann, der eine eigene Vodka-Marke (Doctor Dick) mit den Gebrüdern Schafstein herausbrachte.

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