Historisches Foto

Neues Rätsel: Dicht an dicht in einem urbanen Viertel

Von der Natur in ein urbanes Viertel. Hier lebten die Menschen 1979 dicht an dicht. 
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Von der Natur in ein urbanes Viertel. Hier lebten die Menschen 1979 dicht an dicht. 

Das Rätselfoto zeigte die 1891 eingeweihte erste Trinkwassertalsperre Deutschlands. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Läufer.

Von Andreas Weber

Die beiden Türme sind nicht mehr da, die Herberge im Hintergrund wurde auch ersetzt durch das Serways-Hotel direkt an der Autobahn.

Einen wahrlich historischen Beitrag zur Lösung des Rätselfotos leistete Heidi Behrens. Sie kramte aus ihrem Fundus eine steinalte Postkarte hervor, die einen „Gruß aus Remscheid-Süd“ sendet. Darauf abgebildet sind der Kindergarten Dicke Eiche und die Eschbachtalsperre. Adressiert war die Karte an ihre 1902 geborene Mutter Erna, geschrieben hatte sie Schwester Maria. Die Abbildung zeigt exakt das Talsperren-Foto, das vergangenen Samstag im RGA identifiziert werden sollte.

Damals noch mit Türmen und einer Herberge im Hintergrund. „Die Türme auf der Staumauer sind verschwunden und das Hotel-Restaurant wurde in der Mitte des vorigen Jahrhunderts durch das heutige Serways-Hotel ersetzt“, schreibt Dieter Prill. Und der passionierte Rätselknacker weiß: „Die Talsperre ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der 1977 angelegte Wander- und Lehrpfad lädt zu einer etwa einstündigen Umrundung ein.“

Vergleicht man beide Bilder der Eschbachtalsperre, so lässt sich sagen, dass es über hundert Jahre später rund um die Staumauer noch grüner geworden ist.

Heinz-Jürgen Schmitz erinnert daran, dass der Bau der ersten Trinkwassertalsperre Deutschlands ein Experiment war, dessen Gelingen am 14. November 1891 mit viel „Tamtam“ gefeiert worden war. Zur Talsperre bemerkt er: „Hinter der 25 Meter hohen und 15 Meter dicken Staumauer stauen sich rund eine Million Kubikmeter Wasser. Das Niederschlagsgebiet von 4,5 Quadratkilometern besteht bis heute aus Wald und Wiesen.“

Wie viele andere Leser geht Oliver Müller auf die Grundsteinlegung ein: Sie fand am 4. Mai 1889 unter Leitung von Professor Dr. Ludwig Otto Intze, Dozent an der Uni Aachen, der durch den Fabrikanten Robert Böker unterstützt wurde.

Albert Schmidt griff Pionierleistung beim Bau der Panzertalsperre auf

Zunächst gab es gegenüber dem Großprojekt, das 536 000 Mark kostete, Skepsis in der Bevölkerung, die aber wich, als die Bauarbeiten begannen. Heinz-Jürgen Schmitz geht wie Daniel Sieper auf hohen Besuch ein. „Der Bau der ersten Talsperre Deutschlands hatte sich bis Berlin herumgesprochen, so dass am 12. August 1899 ihre Majestät Kaiser Wilhelm II. der Talsperre einen Besuch abstattete.“ Daniel Sieper weist auch daraufhin, dass diese Pionierleistung, Intze-Prinzip (Gewichtsstaumauer) genannt, Schule machte: „Der Lenneper Albert Schmidt wandte es beim Bau der Panzertalsperre, der zweiten Trinkwasser-Talsperre Deutschlands und beim Bau der Bevertalsperre an.“

Die Gastro im Hintergrund war früher das Hotel mit Restaurant Remscheider Hof, dessen Inhaber Walter Jäger war, berichtet Helmut Schucht. Auf der Terrasse des heutigen BAB-Hotels genießt man einen schönen Blick auf das Wasser. Heinz-Jürgen Schmitz verhehlt nicht, dass das grüne Idyll mit Wald drumherum einen Wermutstropfen hat: „Mit dem Bau der Autobahn 1939 wurde es an der Talsperre unruhiger, was sich bis heute nicht geändert hat.“ Ein attraktives Ziel für Ausflügler und sportliche Betätigung bleibt die Talsperre allemal.

Zum Beispiel für Menschen wie Teddy und Jutta Baehr. Etliche Laufkilometer haben sie um das Gewässer und die Staumauer abgespult: „Mit der Talsperre verbindet uns seit über 35 Jahren als ehemalige aktive Läufer sehr viel.“ Der Weg rund um die Remscheider Talsperre sei teilweise verlegt worden. „Ursprünglich verlief der Weg direkt am Wasser entlang, unterhalb des ‘Steinernen Kreuzes’, er endete an der Staumauer des Intze-Denkmals.“

Horst Rohleff erinnert sich an folgende Anekdote: „Als ich in Ulm lebte, sah ich in einem ‘Tatort’ in der ARD das Motel an der Autobahn über der Eschbachtalsperre. Es war ein Stück Heimat für den Barmer in Schwaben.“

Die Talsperre gehört zum Gewässerverbund des Wupperverbandes. Um die Trinkwasserversorgung der Stadt sicherzustellen, existiert seit 1909 eine 15 Kilometer lange Rohrleitung zur höher gelegenen Neyetalsperre, die bei Hückeswagen liegt.

Weitere richtige Einsendungen erreichten den RGA von Ulrich Hager, Ernst Erdmann, Reinhard Theil und Klaus Trester.

Neues Rätsel

Von der Natur in ein urbanes Viertel. Hier lebten die Menschen 1979 dicht an dicht. Bis heute hat die Straße ihren grundlegenden Charakter nicht verloren. Was suchen wir heute? Schicken Sie die Lösung bis 27. Mai per E-Mail oder Post, verbunden mit persönlichen Anekdoten, die Sie mit diesem Ort verbinden an: RGA, Alleestr. 77-81, 42 853 Remscheid; E-Mail: redaktion@rga-online.de

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