Ihr Blütenstaub dient als Futter für die Honigbienen

Weibliche und männliche Birkenblüten. Foto: Jörg Liesendahl
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Weibliche und männliche Birkenblüten.

Diplom-Biologin Stefanie Barzen stellt heute die Birke vor – Heilpflanze und früher auch Papierersatz

Die Hänge- oder Sandbirke gehört zusammen mit Hainbuche, Erle und Hasel zur Familie der Birkengewächse, erklärt Diplom-Biologin Stefanie Barzen der Natur-Schule Grund heute in der RGA-Serie „Was wächst denn da am Wegesrand?“.

Sie wird etwa dreißig Meter hoch und ist mit einem Alter von 80 bis 100 Jahren eher kurzlebig. Ihre Standorte sind eher feuchte, lichte Laub- und Nadelwälder, Moorböden. Als Pionierpflanze nahrungsarmer Böden findet man sie an Bahnlinien, auf Industriebrachen, in Steinbrüchen.

Die Birke ist von schlankem Wuchs mit hängenden Zweigenden. Diese leicht vom Wind zu bewegenden Zweige sind mit Korkwarzen versehen, die auf die in nächster Umgebung wachsenden Zweige anderer Bäume wie Schleifpapier wirken und Lichtkonkurrenten aus dem Weg schmirgeln.

Ihre auffallend weiße, besonders im Jugendalter noch glatte Rinde, entsteht durch den Farbstoff Betulin, ein Terpenabkömmling, der den Baum vor Fressfeinden und Nässe schützt. Die herzförmigen, recht langstieligen Laubblätter mit dem doppelt gesägten Rand zeigen ihr helles Grün im Frühjahr, etwa zur Zeit der Blüte. Mit einer Blütezeit von April bis Mai gehört die Birke zu den Frühblühern. Sie ist ein einhäusiger, getrenntgeschlechtlicher (Frauen und Männer leben in einem Haus, teilen aber nicht das Schlafzimmer) „Kätzchenblüher“. Weibliche Kätzchen sitzen aufrecht am Zweig, während die längeren, männlichen Kätzchen hängen und etwa fünf Millionen Pollenkörner pro Kätzchen zur Windbestäubung entlassen. Diese Mengen an Blütenstaub dienen auch Honigbienen als Futter. Bis zum August, September haben sich mit etwa drei Millimetern sehr kleine Flügelnüsschen gebildet, die, ausgestattet mit einem dünnen Flügelhäutchen rechts und links der Nuss, vom Winde verweht werden. Sie sind bei Singvögeln begehrt.

Die Birke enthält Flavonoide, Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, ätherische Öle, Harz, Vitamin C und wird eingesetzt gegen Gicht, Arthritis, Rheuma. Tee aus Birkenblättern hilft gegen Nieren- und Blasenentzündungen, Nierengries und Blasensteine, er dient außerdem zur Entwässerung. Der Betulin-haltige Sud aus der Rinde hilft bei Hauterkrankungen. Der von März bis April gewonnene Blutungssaft der Birke enthält 2 % Zucker. Man kann ihn frisch trinken, zu Sirup einkochen, zu Wein vergären. Auch als Haarwasser findet er Verwendung. Das aus der Rinde heraus gekochte „Birkenteer“ dient zur Versorgung kleiner Wunden und Hautkrankheiten, zum Abdichten von Booten und Gefäßen gegen Wasser, als „Juchtenöl“ zum Behandeln von Leder.

In früheren Zeiten diente ihre Rinde als Papierersatz, sie liefert Material für Zellstoff, Sperrholz, Reisigbesen und sehr schönes Furnierholz.

www.natur-schule-grund.de

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