RGA vor Ort

Idylle trifft industriellen Weltruhm: Das ist der Süden

Firmen wie Weltmarktführer Vaillant prägen den Südbezirk. . .
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Firmen wie Weltmarktführer Vaillant prägen den Südbezirk. . .
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Vaillant, Mannesmann und Klinikum prägen den kleinsten Stadtteil genauso wie das Freibad, Talsperre und der höchste Punkt

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Klein, aber oho – das ist der Remscheider Süden. Denn der Südbezirk ist zwar mit 1388 Hektar Fläche der kleinste Stadtbezirk Remscheids, hat es aber in sich. Warum, erklären wir heute - und in den nächsten fünf Tagen. Denn nun dreht sich unsere große Stadtteilserie im RGA um den Süden der Seestadt auf dem Berge. Wie wohnt es sich hier? Wie sieht es mit den Einkaufsmöglichkeiten aus? Auf welche Kitas und Schulen gehen die Kinder? Und welche Freizeitmöglichkeiten gibt es hier? Das beleuchten wir in dieser Woche.

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Die Einwohner: Fast ein Viertel aller Remscheider Bürger lebt hier. Seit 2016 hat der Süden sogar ein Prozent mehr Einwohnerinnen und begrüßen dürfen. Die Einwohnerdichte ist mit 1767 Einwohner pro Quadratkilometer ordentlich. Während in Ehringhausen mit seinen Villen noch viele alteingesessene, gebürtige Südbezirkler leben, ist am Hohenhagen mit der damals größten Wohnbebauung Remscheids vor rund 20 Jahren ein riesiges Neubaugebiet entstanden. Neben dem Zentralpunkt befindet sich das Quartier Rosenhügel.

4000 Einwohner von der Bismarckstraße bis zum Zentralpunkt und von der Burger Straße bis runter zum Papenberg zählt der Rosenhügel, das Quartier im Süden Remscheids, in dem zahlreiche Nationen und Generationen auf engem Raum zusammenleben. 40 Prozent sind türkischstämmig, zudem leben hier auch viele Italiener oder Osteuropäer. 2015 fanden zudem durch die Flüchtlingswelle auch weitere Nationen auf dem Rosenhügel ein neues Zuhause.

Galt das Quartier in der Vergangenheit als schwieriges Viertel, blüht er in den letzten Jahren mehr und mehr auf. Darum kümmern sich nicht zuletzt das Stadtteilbüro oder das WTT mit seinen

gezielten Angeboten für Groß und Klein im Quartier. Die Menschen im Süden sind also genauso bunt wie der kleine Stadtteil selbst. Was macht den Süden so lebens- und liebenswert? „In den Treffen bei Stadtteilfesten, bei Vereinen et cetera bekomme ich immer schöne Rückmeldungen, dass das Arbeiten und Leben im Südbezirk miteinander wunderbar funktionieren“, sagt Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD).

Höchster Punkt Remscheids: Zurecht dürfen die Bürger dieses Stadtbezirks einen kleinen Höhenflug haben – schließlich befindet sich hier auch der höchste Punkt Remscheids und der näheren Umgebung: Der Hohenhagen liegt 378,86 Meter über Normalnull. Woher kommt eigentlich die Bezeichnung Hohenhagen? „Hagen bedeutet Hecke oder Windschutz“, erklärt Stadtführer Lothar Vieler. „Da der Hohenhagen 13 Meter höher liegt als der Stadtkegel, hat sich Remscheid immer wohlgefühlt“, schmunzelt er. Denn der Hohenhagen schützt so die Innenstadt vor dem Wind.

Industrie: Der Süden ist geprägt von Industrie. Namhafte Unternehmen wie Weltmarktführer Vaillant, Edscha und Salzgitter Mannesmann Stainless Tubes Deutschland GmbH sitzen hier. Und Remscheids einziger Obi-Markt. Entlang der Neuenkamper Straße reihen sich die Autohäuser, Druseidt, das BZI und so viele weitere Firmen aneinander. Man kann sie gar nicht alle aufzählen. Im Süden befindet sich auch Remscheids Krankenhaus, das Sana-Klinikum. Die A 1 grenzt Remscheid-Süd sowohl im Süden als auch im Osten von anderen Bezirken ab.

Weltruhm: Außer dem Weltmarktführer Vaillant, der den gesamten Stadtteil nicht nur namentlich (Johann-Vaillant-Platz), sondern auch ideell prägt, gelang hier zudem in der Nacht vom 21. auf den 22. August 1186 eine revolutionäre Erfindung: Reinhard und Max Mannesmann fertigten aus einem massiven Stahlblock allein durch Walzen das nahtlose Stahlrohr - bis heute wird das Mannesmann-Verfahren weltweit betrieben. Kein Fahrrad, kein Krankenhausbett, kein Auto ohne diese geniale Erfindung.

. . . genauso wie das Grün, hier die Eschbachtalsperre.

Freizeit: Das einzige Freibad der Stadt, Deutschlands ältestes Binnenfreibad, befindet sich im idyllischen Eschbachtal. Das Grün prägt diesen Stadtteil genauso wie die Industrie: Eschbachtalsperre, übrigens die erste Trinkwassertalsperre Deutschlands, der Kuckuck, Wanderwege durchs Eschbachtal. Nicht zu vergessen natürlich das Westdeutsche Tourneetheater an der Bismarckstraße.

Aktuelle Themen: Der „Blaue Mond“, der wieder aufgerichtet wird, der Durchstich Intzestraße, der Freibad-Neubau, die Kuckuck-Umgestaltung, das Problem der fehlenden Einkaufsmöglichkeiten. Die Menschen wünschen sich schon lange einen Frische- und Drogeriemarkt. Vor allem die Ehringhauser sind unterversorgt. „Außerdem gehen wir oft unter wegen anderer Themen in der Stadtmitte oder in Lennep“, sagt Bezirksbürgermeister Stefan Grote. Sein Credo sowie des Stadtteilparlaments sei: Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Ortsteile

Die Viertel: Diese Stadtviertel gehören zum Südbezirk: Zentralpunkt, Neuenkamp, Fichtenhöhe, Wüstenhagen, Bökerhöhe, Mixsiepen, Struck, Falkenberg, Bliedinghausen, Ehringhausen.

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Die RGA-Serie: In der kommenden Woche dreht sich in unserer Serie als Erstes alles um Bauen und Wohnen im Süden. Weiter geht es dann mit exklusiven Einblicken in das Mannesmann-Röhrenwerk weiter. Als nächstes heißt unser Thema Einkaufsmöglichkeiten in Remscheids kleinstem Stadtteil. Anschließend dreht sich alles um die Bildung. Und zum Schluss schließlich um Kultur, Gastro, Freizeit.

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