Ideen sollen den Fußverkehr in der Innenstadt fördern

Die Teilnehmer diskutierten unter anderem über den Weg vom Rathausplatz auf die Allee. Foto: Manuel Böhnke
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Die Teilnehmer diskutierten unter anderem über den Weg vom Rathausplatz auf die Allee. Foto: Manuel Böhnke

Eine Begehung machte Defizite im Bereich rund um die Alleestraße deutlich

Von Manuel Böhnke

Alt-Remscheid Nein, katastrophal sei die Situation für Fußgänger in der Remscheider Innenstadt nicht, räumte Kirsten Niklas ein. Oftmals gehe es um Kleinigkeiten. Und vor allem darum, „Flächengerechtigkeit herzustellen“. Was die Mitarbeiterin des Planungsbüros Via damit meinte: Der Fußverkehr sei bei der Stadtplanung häufig eher stiefmütterlich behandelt worden. Dieses Defizit soll der Fußverkehrs-Check in Remscheid angehen. Bei einer Begehung am Mittwochabend wurde darüber diskutiert, welche Stellen im Bereich rund um die Allee für Passanten problematisch sind.

Die Spaziergänge am Mittwoch in Alt-Remscheid und gestern in Lennep seien das Kernstück des Fußverkehrs-Checks, erläuterte Kirsten Niklas. Der städtische Fachdienst Umwelt hatte sich für das Programm beworben – und als eine von zwölf Städten in NRW den Zuschlag erhalten. Der von Via fachlich begleitete Check wird vollständig vom Zukunftsnetz Mobilität NRW gefördert. Ziel der Planer ist es, bei der Begehung mit der Hilfe von „Alltagsexperten“ aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft Problemstellen und Knackpunkte zu identifizieren.

Dass es in der Innenstadt noch Verbesserungspotenzial gibt, wurde gleich an der ersten Station deutlich: dem Rathaus. „An den Treppen zum Haupteingang fehlen Markierungen für sehbehinderte Menschen“, kritisierte etwa Christa Kottsieper. Außerdem bemängelte das Mitglied des Blinden- und Sehbehindertenvereins ein fehlendes Leitsystem auf dem Weg zum Rathaus. Auf dem Theodor-Heuss-Platz fehlen zudem Sitzgelegenheiten und Begrünung – ebenso wie am Markt, fügten einige der rund 25 Teilnehmer der Begehung an. „Die Randbereiche haben viel Potenzial“, bestätigte Planer Jörg Thiemann-Linden.

Die Gehverbindung zwischen Rathaus und Alleestraße, das Überqueren der Verbindungen zwischen Allee- und Konrad-Adenauer-Straße, die Situation rund um die Bismarckstraße – viele größere und kleinere Probleme wurden deutlich. Und Lösungen diskutiert. Thiemann-Linden schlug im Bereich Allee-, Hindenburg- und Hochstraße etwa eine Art Kreisverkehr vor. So könne man auf die dortige Ampel, die nicht optimal für Fußgänger ist, verzichten. Gleichzeitig könne auf der Fastenrathstraße mehr Platz für Fußgänger entstehen.

Die Ergebnisse kommen in die politischen Gremien

Dass an der Begehung nicht nur Menschen mit Sehbehinderungen, sondern auch vier Rollstuhlfahrerinnen dabei waren, machte Schwierigkeiten bei der Aufgabe der Planer deutlich. Beispiel Theater-Vorplatz: Dort wünschten sich die Teilnehmer einen Fußgängerüberweg zwischen den Bushaltestellen. Während für die Rollstuhlfahrerinnen ein möglichst weit abgesenkter Bordstein optimal wäre, sind Blinde mit Langstock auf einen gewissen Höhenunterschied angewiesen. „Man muss möglichst allen Beteiligten gerecht werden“, betonte Thiemann-Linden. Er stellte eine geteilte Alternative vor, die den Anforderungen entspräche.

Solche größeren Maßnahmen fließen ebenso wie leichter umzusetzende Dinge – etwa das Markieren dunkler Pöller auf der Allee – in die Ergebnisse der Planer ein. Bei einem Abschlussworkshop im November werden sie aufbereitet, bewertet und strukturiert. Letztendlich münden mögliche Lösungsansätze in eine Dokumentation. Darüber beraten anschließend die politischen Gremien. Wie viele Ergebnisse des Fußverkehrs-Checks in Remscheid tatsächlich umgesetzt werden, vermag Lukas Gregori deshalb noch nicht zu sagen. „Wir hoffen aber auf jeden Fall, dass das Thema dadurch stärker in den Fokus rückt“, sagte der städtische Klimaschutzmanager.

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