Geld fließt ins allgemeine Säckel

Hundesteuer: Remscheid nimmt 1,2 Millionen Euro ein

Weil die meisten Steuerzahler ungern Steuern zahlen, gibt es für Hunde „Halsbänder“, die explizit darauf hinweisen, dass sie „Steuerzahler“ sind. Stimmt natürlich nicht – Frauchen oder Herrchen zahlt schließlich.
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Weil die meisten Steuerzahler ungern Steuern zahlen, gibt es für Hunde „Halsbänder“, die explizit darauf hinweisen, dass sie „Steuerzahler“ sind. Stimmt natürlich nicht – Frauchen oder Herrchen zahlt schließlich.
  • Melissa Wienzek
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Einen Haufen mehr Geld hat die Stadt Remscheid vergangenes Jahr durch die Hundesteuer eingenommen: 1,2 Millionen Euro.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. 2021 war es knapp 1 Million Euro, wie Bernd Imig, Fachdienstleiter Steuern und Finanzen bei der Stadt, auf RGA-Nachfrage mitteilt. Die Anzahl der Hunde in Remscheid steigt: Während Ende der 90er Jahre noch um die 4500 Vierbeiner gezählt wurden, sind es mittlerweile 7198. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 waren es sogar 7232 haarige Begleiter. „Es handelt sich dabei immer um Wellenbewegungen. Aber grundsätzlich wächst die Zahl der Hunde in Remscheid kontinuierlich.“

Nicht jeder meldet aber seinen Hund an. Die Gesamtzahl der Vierbeiner ist durch die Dunkelziffer damit höher – die Stadt spricht von sogenannten „Schwarzhunde“. Gerade jetzt in der Energiekrise und da die Gebühren der Tierärzte seit Ende November drastisch gestiegen sind, dürfte die Stadt das wohl zu spüren bekommen. Regelmäßig stellt sie Nachforschungen an, um Schwarzhunde aufzuspüren – so auch jetzt wieder. „Wir geben demnächst eine Postwurfsendung an alle Haushalte raus. Darin bitten wir Hundehalter, deren Hund noch nicht versteuert ist, diesen anzumelden“, erklärt Bernd Imig. Das Verfahren sei effektiv – nachdem die Postwurfsendung raus sei, stiegen die Anmeldungen. Anfangs habe die Stadt noch mit einer Firma zusammengearbeitet, die zu Fuß „herumschnüffelte“. Das Ergebnis sei dasselbe, der Brief viel günstiger.

Hundesteuer in Remscheid

Zudem erhalte man viele Hinweise aus der Bevölkerung. Was droht Herrchen und Frauchen dann? „Wenn der Hund erst ein paar Wochen da ist, meldet man ihn an – da sind wir nicht so“, sagt Imig. Es gebe aber auch härtere Fälle. Im Zweifel könne die Stadt bis zu vier Jahre zurückveranlagen. Das Bußgeld richte sich dann nach dem konkreten Fall.

Unabhängig vom Alter des Hundes ist dieser binnen zwei Wochen nach Aufnahme in den Haushalt schriftlich, telefonisch oder persönlich beim Steueramt anzumelden. Die Hundemarke wird mit dem Steuerbescheid zugeschickt.

„Gefährliche Hunde“ kosten 660 Euro im Jahr

Hunde, die aus dem Tierheim aufgenommen werden, sind für die ersten zwölf Monate steuerfrei. Der erste Hund in Remscheid kostet 132 Euro pro Jahr, ab zwei Hunden kostet jeder Hund 165, ab dem dritten kostet jeder Hund 198 Euro pro Jahr. „Gefährliche Hunde“ kosten 660 Euro jährlich.

Auch, wenn immer wieder die Frage aufkommt: Die Hundesteuer ist keine zweckgebundene Steuer. Heißt: Die Einnahmen fließen ins allgemeine Stadtsäckel. Wie alle Steuern ist auch die Hundesteuer eine öffentlich-rechtliche Abgabe, die keine bestimmte Gegenleistung auslöst. Wohl gibt es aber an über 40 Stellen Kotbeutelspender und zwei Ausläufe: im Kuckuck und im Stadtpark.

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