Pandemie wirft dunkle Schatten

Hotel-Gewerbe in Remscheid sieht ganz schweren Zeiten entgegen

Markus Kärst ist Hotelier und Dehoga-Vorsitzender in Remscheid.
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Markus Kärst ist Hotelier und Dehoga-Vorsitzender in Remscheid.

Dehoga-Vorsitzender befürchtet: Übernachtungen von Geschäftskunden werden dauerhaft zurückgehen.

Von Andreas Weber

Remscheid. 2019 lag die Auslastung der Remscheider Hotels noch zwischen 48 und 55 Prozent, dieses Jahr wird sie auf 20 bis 25 Prozent sinken. Die Pandemie wirft dunkle Schatten. Die Zahlen, die Markus Kärst, Hotelier und Dehoga-Vorsitzender Remscheid, im Stadtentwicklungsausschuss verkündete, machen wenig Mut für die darbende Branche. In Remscheid liegt der Geschäftskundenanteil bei den Buchungen zwischen 85 und 90 Prozent. Vor-Ort-Termine im Business sind in Corona-Zeiten extrem zurückgegangen. Das wird so bleiben, prognostiziert Kärst: „Mehr Video-Konferenzen in Zukunft, weniger Reisen, mithin weniger Übernachtungen.“ Auf Anfrage der CDU war das Thema auf der Tagesordnung gelandet.

Die Christdemokraten wollten wissen, ob ein weiteres Hotel wie das „Holiday in Express“ der Tristar-Gruppe an der Lenneper Straße Sinn mache. Markus Kärst verneinte. „Natürlich begrüßen wir jedes Investoren-Interesse, aber unter diesen Vorzeichen wird es sich nicht rechnen. Erst über 60 Prozent Auslastung sind Hotels wirtschaftlich.“ Der Dehoga-Vorsitzende befürchtet einen harten Verdrängungswettbewerb wie in Wuppertal, wo in den letzten zwei Jahren 1500 neue Betten entstanden seien.

Remscheid hat zurzeit acht klassifizierte Sternehotels: drei mit vier Sternen, vier mit drei und eins mit zwei Sternen. Für Markus Kärst wäre es allenfalls interessant, für Top-Businesskunden in den Bereich „4 Sterne plus“ wie die Villa Paulus zu investieren. Baudezernent Peter Heinze verteidigte die Baugenehmigung für das Hotel. „Der Investor geht ins Risiko, das ist das freie Kräftespiel des Marktes. Die Verwaltung hat da keinen Spielraum.“

Jens Nettekoven (CDU) machte seine Verwunderung über die unterschiedliche Behandlung von Investoren am Beispiel eines Frischmarktes im Südbezirk fest. „Ich war bei der Expo Real in München dabei, als Edeka Interesse bekundete, sich an der Burger Straße entsprechend groß anzusiedeln. Das wurde von der Verwaltung mit dem Hinweis auf das Einzelhandelskonzept abgelehnt.“ Einerseits Zusagen (Hotel), andererseits Verhinderung, obwohl die Bürger es wünschen. Auch beim Aldi am Hasten, wie Nettekoven hinzufügte. Bernd Quinting (CDU) ärgerte sich, dass das 2012 verabschiedete Konzept zum „Hemmschuh“ geworden sei und fortgeschrieben werden müsse. Jens Nettekoven kündigte deshalb als Probe aufs Exempel an, einen Antrag zu stellen, einen Supermarkt mit über 800 Quadratmeter zu genehmigen. „Wenn wir Investoren begrüßen wollen, machen wir es doch am Südbezirk fest.“

Das Coronavirus trifft in Remscheid die 160 Betriebe im Gastgewerbe und die rund 1.600 Arbeitnehmer der Branche besonders hart. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin – und fordert einen Corona-Schutzschirm.

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