Projektträger hoffen auf Spenden

Hospiz: Es fehlen noch 1,1 Millionen

So sieht die Baustelle an der Bornefelder Straße zurzeit aus. Der Rohbau soll in etwa anderthalb Monaten fertig sein.
+
So sieht die Baustelle an der Bornefelder Straße zurzeit aus. Der Rohbau soll in etwa anderthalb Monaten fertig sein.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Die Eröffnung in Bergisch Born soll im Frühjahr 2023 stattfinden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Unter der sengenden Sonne geben die zehn Bauarbeiter von August Schmidt derzeit noch mal richtig Gas. Auch, wenn es so manchen Schweißtropfen kostet. Denn dieses Projekt in Bergisch Born liegt ihnen am Herzen. Hier, auf der Stadtgrenze zu Radevormwald, Hückeswagen und Wermelskirchen, entsteht ein neues Leuchtturmprojekt der Region: das Christliche Hospiz Bergisches Land.

Sie füllen die Zeitkapsel, unter anderem mit dem RGA: (v. l.) Daniel Wiedenkeller, Philipp Künz, Stefan Leßenich, Wolfgang Jakobi, Corinna Dräger, Andreas Holthaus, Burkhard Mast-Weisz, Dietmar Persian. Ein Vertreter der Stadt Radevormwald fehlte.

Am Dienstag versenkten dazu die Vertreter der Städte gemeinsam mit den Gesellschaftern Diakoniestation Wermelskirchen, Caritas Remscheid und Förderverein Christliches Hospiz Bergisches Land vor Ort eine Zeitkapsel, in die natürlich auch der RGA hineingegeben wurde. Solange, wie die Mauern des Hospizes stehen, wird sie ewig in der Wand zum „Raum der Stille“ ein stiller Zeitzeuge bleiben. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sprach den Projektpartnern auch stellvertretend für Stefan Leßenich aus Wermelskirchen und Dietmar Persian aus Hückeswagen seinen Dank aus. „Was ihr in zehn Jahren geleistet habt, hat großen Respekt verdient.“ Ein Vertreter der Stadt Radevormwald fehlte. Wir geben einen Überblick über Bau, Kosten und Konzept.

Kosten: Laut Andreas Holthaus vom Vorstand des Fördervereins fehlen noch 1,1 Millionen Euro. 2,6 Millionen Euro sind bereits zusammengekommen. Als das Projekt vor zehn Jahren geplant wurde, hatte niemand mit Lieferengpässen und Kostenexplosionen beim Material während einer Pandemie gerechnet. „Auch wenn wir noch nicht die volle Summe zusammenhaben: Wir müssen jetzt starten und endlich in die Realisierung gehen“, betonte Holthaus. Um die restliche Summe einzutreiben, seien Benefiz-Aktionen mit Horst Kläuser geplant, unter anderem mit den „Klinkersteinen“ (. Und: Der Generalunternehmer August Schmidt aus Wermelskirchen hat zugesagt, die Baukosten, die über die ursprüngliche Planung hinausgehen, selbst zu übernehmen - als Spende für das Hospiz. Und die sind enorm gestiegen. „Wir wuppen das schon“, ist Architekt Daniel Wiedenkeller optimistisch. „Für uns bedeutet dieses Versprechen ein Stück mehr Sicherheit“, sagt Hospiz-Geschäftsführerin Corinna Dräger.

„Wir wuppen das schon.“

Architekt Daniel Wiedenkeller über die Finanzierung der gestiegenen Baukosten

Baufortschritt: Der Architekt geht davon aus, dass der Rohbau in einem bis anderthalb Monaten abgeschlossen wird. „Wir sind gut im Zeitplan - obwohl es sehr turbulente Zeiten sind“, sagt auch Philipp Künz von August Schmidt. Danach rücken die Dachdecker an, anschließend die Fensterbauer. Sofern die Fenster bis dahin geliefert wurden. Denn hier gibt es Engpässe.

Eröffnung: Aktuell strebt der Architekt eine Eröffnung im Frühjahr oder Frühsommer 2023 an - ohne Gewähr.

Größe: Das Grundstück Bornefelder Straße 50 umfasst insgesamt rund 9000 Quadratmeter. Darin enthalten sind rund 1000 Quadratmeter Ausgleichsfläche. Es handelt sich dabei um ein Erbpachtgrundstück der Stadt, das als Grünfläche dienen soll. Der Außenbereich soll künftig hübsch und einladend gestaltet werden - auch dafür wird das weitere Geld benötigt. „Auf jeden Fall wollen wir zwei Kirschbäume pflanzen“, sagt Dräger. Sie könnte sich auch vorstellen, den Außenbereich gemeinsam mit den Bewohnern zu gestalten. Das Gebäude umfasst 900 Quadratmeter. Es wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie eine Luft-Wärmepumpe erhalten. Zudem sponsern die EWR E-Ladesäulen.

Konzept: Das Bergische Hospiz soll ein ökumenisches Haus werden, in dem jeder mit oder ohne Konfession den letzten Lebensabschnitt verbringen darf. Es entstehen zehn Zimmer samt eigenen Baderäumen für zehn „Gäste“, wie sie Dräger liebevoll nennt. Jedes hat einen eigenen barrierefreien Ausgang zum Garten. Und kein Pflegebett, sondern ein normales Bett, an das auch ein Beistellbett gestellt werden kann. Zudem wird es zwei Angehörigenzimmer geben. Sie werden eingerichtet wie Hotelzimmer. Zudem eine große Wohnküche und ein Gemeinschaftsesszimmer. In der Mitte entsteht ein Patio, eine offene Fläche ohne Decke, zudem der „Raum der Stille“ zur inneren Einkehr. Am Eingang ist ein Loungebereich mit Kaffeemaschine geplant. Die Verweildauer liegt bei bis zu drei Monaten.

Personal: 21 Vollzeitkräfte werden benötigt. Im Herbst geht Corinna Dräger, die auch die Diakoniestation führt, in die Personaleinstellungen. „Wir haben schon ganz viele Initiativbewerbungen vorliegen“, freut sie sich.

Klinkerstein

Bei der Aktion „Klinkerstein“ erhält ein Unternehmen oder eine Privatperson für seine 500-Euro-Spende einen Klinkerstein, auf dem er oder sie in Großbuchstaben verewigt wird. Die Steine werden in die Fassade am Eingang eingesetzt.

bergisches-hospiz.de

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

OGS: Mütter fühlen sich allein gelassen
OGS: Mütter fühlen sich allein gelassen
OGS: Mütter fühlen sich allein gelassen
Darum bleiben Restaurants in Remscheid manchmal dicht
Darum bleiben Restaurants in Remscheid manchmal dicht
Darum bleiben Restaurants in Remscheid manchmal dicht
Wohnen wird im Stadtkern immer teurer
Wohnen wird im Stadtkern immer teurer
Wohnen wird im Stadtkern immer teurer
Schützenkirmes 2022 verspricht Trubel für Groß und Klein
Schützenkirmes 2022 verspricht Trubel für Groß und Klein
Schützenkirmes 2022 verspricht Trubel für Groß und Klein

Kommentare