Bergische Symphoniker

Hohes Niveau bei Nachwuchsdirigentinnen

Die Schwäbin Lea Ray ist frisch gebackene Stipendiatin. Foto: Roland Keusch
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Die Schwäbin Lea Ray ist frisch gebackene Stipendiatin.

Die Orchesterakademie der Bergischen Symphoniker vergibt jährlich ein Stipendium für junge Studentinnen.

Von Michelle Jünger

So wie jedes Unternehmen muss auch ein Orchester Nachwuchs sichten und auf lange Sicht fördern. Genau aus diesem Grund gibt es das Stipendium für Nachwuchsdirigentinnen, welches jährlich von der Orchesterakademie der Bergischen Symphoniker vergeben wird.

Für die Saison 22/23 haben sich um Vorfeld über zwanzig Studentinnen des Studienganges Chor- und Orchesterdirigieren beworben, zwölf von ihnen wurden zum Vordirigieren nach Remscheid eingeladen – die Bewerberinnen kommen aus aller Welt und studieren an deutschen oder österreichischen Musikhochschulen.

„Das Niveau und die Anzahl der Bewerbungen sind in den letzten zwei bis drei Jahren stark gestiegen.“

Daniel Huppert, Generalmusikdirektor

Wenn sie sich auf den Stipendiumsplatz bewerben, müssen die angehenden Dirigentinnen Videoproben einreichen, damit eine Vorauswahl getroffen werden kann. „Das Niveau und die Anzahl der Bewerbungen sind in den letzten zwei bis drei Jahren stark gestiegen“, sagt Generalmusikdirektor und Chefdirigent Daniel Huppert.

Bei dem Vorspiel gehe es ihm und der Akademie um viele Bestandteile, sowohl technische Aspekte des Dirigierens, als auch Ausstrahlung und Persönlichkeit würden beobachtet. Auch „Proben können“ sollten die Kandidatinnen bereits, so Huppert.

Das Vorspiel vor Ort sei deshalb auch der wichtigste Bestandteil bei der Auswahl, denn nur so könnte direkt überzeugt werden. Oder eben auch nicht, was vielfältige Gründe haben könne.

Eine der Teilnehmerinnen kommt aus der Ukraine, Oksana Velychko ist ihr Name. Bisher studierte sie an der Nationalen Musikakademie in Kiew, kam nun mitten im Master aufgrund des Krieges nach Deutschland. Geplant war das erst später.

Die junge Frau ist beeindruckt von dem Orchester, professionelle Orchester mit dieser Qualität fände man in der Ukraine nicht überall. Ihr Studium möchte sie nun in Dresden fortsetzen und sich im nächsten Jahr erneut auf einen Platz bei den Bergischen Symphonikern bewerben.

Ab September wird die Weimarer Studentin Lea Ray mitdirigieren

Überzeugt hat von allen zwölf Kandidatinnen die 25-jährige Lea Ray, die erst im zweiten Semester in Weimar studiert. Sie wird als Stipendiatin in der kommenden Saison für 10 Monate bei den Bergischen Symphonikern mit dirigieren. Einen Bachelor in Schulmusik und Querflöte hatte sie bereits absolviert, aber beim Dirigieren sei sie Zuhause und könne sich einfach frei fühlen.

„Mir geht es insgesamt immer darum, die Musik zu genießen, man kann in den 15 Minuten die Welt nicht umdrehen“, fasst sie ihre Zeit vor dem Orchester zusammen. Gefallen habe ihr auch, wie das Orchester reagiert habe.

Davon war auch Rebekka Zastrow beeindruckt, die an der Musikhochschule in Köln studiert. Sie hat ebenfalls ein Studium in Schulmusik in der Tasche, geht aber auch beim Dirigieren auf. Sie nimmt viel Erfahrung mit nach Hause und weiß, woran sie arbeiten muss.

„Für solche Gelegenheiten lernt man schon vorab viel. Jedes Orchester reagiert anders, nur so kann man lernen“, sagt sie. Ein wenig enttäuscht ist sie, aber sie möchte auf jeden Fall dranbleiben und es auch im kommenden Jahr wieder versuchen.

Hintergrund

Das Stipendium für Nachwuchsdirigentinnen von der Orchesterakademie wird seit der Gründung 1999 vom Land NRW finanziert. Während dieser Zeit hospitiert die Stipendiatin an der Seite von Chefdirigent Daniel Huppert, dirigiert aber auch eigene Projekte und Aufführungen, unter anderem Schulkonzerte oder Veranstaltungen.

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