Fachkräftemangel

Hoher Personalbedarf in sozialen Berufen

Martin Klebe, Geschäftsführer der Arbeitsagentur. Foto: Doro Siewert
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Martin Klebe, Geschäftsführer der Arbeitsagentur.

Arbeitsagenturchef Martin Klebe ist im Gespräch mit der Stadt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Der Fachkräftemangel in sozialen Berufen ist ein Thema, das Martin Klebe, Chef der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal, mit auf Versäumnisse der Politik zurückführt. Im Jugendhilfeausschuss erklärte er, dass man in Deutschland gerade mit der Kinderpflege lange stiefmütterlich umgegangen sei. „Der Beruf galt nicht als attraktiv.“ Zwar habe sich vieles geändert und man müsse für die Ausbildung nicht mehr bezahlen, aber es blieben immer noch Fallstricke.

Klebe lobte die zweijährige praxisintegrierte Kinderpflege-Ausbildung, PIA genannt, die mit über 1 000 Euro brutto gut bezahlt sei. Für Arbeitslose sei oft die fehlende Fachoberschulreife ein Hindernis. Außerdem, monierte Klebe, gehe es nicht an, dass die einjährige Kinderpflegeausbildung nicht angerechnet werde auf die Erzieherausbildung. Seit 2019 sei es der Agentur im Bergischen dennoch gelungen, sechs Arbeitslose in den Erzieherberuf zu bringen.

„Der Bedarf ist unvermindert hoch“, betonte der Agenturchef und verwies darauf, dass er mit Sozialdezernent Thomas Neuhaus im Gespräch sei, was man zusätzlich tun könne, um den Fehlbedarf zu decken. Kita-Planer Peter Nowack erklärte, dass die Stadt sehr umtriebig sei, für alle ihre 20 Kitas jegliche Ausbildungsformen anbiete, angefangen mit Praktika über die klassische Ausbildung bis zu PIA.

Mehr Azubi-Stellen für den sozialen Bereich in Remscheid

Dank entsprechender Ratsbeschlüsse sei es gelungen, in dem Bereich die Azubi-Stellen auf 24 auszubauen, gestützt durch eine Landesförderung. Thomas Neuhaus ordnete den Erzieherberuf als einen der härtesten überhaupt ein, warb aber gleichzeitig für die Ausbildung bei der Stadt: „Als große Institution kann man bei uns Kariere machen.“ Personalmangel in den Kitas gäbe es derzeit nicht.

Auch die Kranken- und Altenpflege, die früher getrennte Ausbildungsberuf waren, seit 2020 zusammen angeboten werden mit späterer Spezialisierung, müsse weiter gestärkt werden, forderte Martin Klebe.

In den nächsten zehn Jahren gäbe es eine Welle an Fachkräften, die in den Ruhestand wechseln. Die gelte es aufzufangen. Arbeitslose für diesen Bereich zu gewinnen, sei schwierig. Das gelänge in den seltensten Fällen, meinte Martin Klebe. Wesentlich erfolgreicher sei die Arbeitsagentur hingegen dabei gewesen, Geringqualifizierte für die Kranken- und Altenpflege zu begeistern.

Auch den Gaststätten in Remscheid fehlt das Personal

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