Mut und Hoffnung in der Coronakrise nicht verlieren

Gemeinsamer Appell von Religionsgemeinschaften und Stadt

Anknüpfend an die Aktion „sprechende Tüten an“, bei der Brottüten mit einer Botschaft zur Hoffnung auf den Wochenmärkten in Alt-Remscheid, Lüttringhausen und Lennep Ende des vergangenen Jahres verteilt wurden, haben die Remscheider Religionsgemeinschaften und die Stadt einen Aufruf verfasst, in dem sie gemeinsam an die Remscheider appellieren auch in den kommenden Wochen und Monaten der Coronakrise den Mut nicht zu verlieren und weiter Stärke und Zusammenhalt zu zeigen.

Superintendentin Antje Menn (Evangelischer Kirchenkreis Lennep), Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster (Katholisches Stadtdekanat), Pastor André Carouge (Friedenskirche), Leonid Goldberg (Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal) und Tevfik Baylan für die muslimische Gemeinden in Remscheid rufen mit ihrem Appell dazu auf, auch künftig vertrauensvoll miteinander umzugehen und nicht das Vertrauen in das geplante Vorgehen in der Pandemie zu verlieren.

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider,

Wie sehr hat das vergangene Jahr unser Leben verändert. Noch zu Beginn des Jahres 2020 konnte niemand davon ausgehen, wie tief die Einschnitte im öffentlichen wie privaten Leben sein würden. Mittlerweile gehören Masken und Abstandsverpflichtung zu unserem Alltag, Geschäfte und Gastronomie sind seit dem erneuten Lockdown geschlossen, Kulturveranstaltungen finden nicht statt. Alle Religionsgemeinschaften haben sich in 2020 in ihren Festen stark einschränken müssen, selbst Gottesdienste mussten ausfallen. Auch dass wir den Jahreswechsel nur in sehr kleinem Rahmen erleben durften, war sehr ungewöhnlich.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind auch bei uns viele Menschen aller Generationen erkrankt. Wir mussten von vielen Bürgerinnen und Bürgern Abschied nehmen, die an und mit Corona verstorben sind. Das berührt uns sehr, wir sind in Gedanken bei den Angehörigen.

Nun wissen wir, dass der Lockdown zumindest bis Ende Januar andauern wird. Die ersten Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen wurden durchgeführt, weitere folgen in den kommenden Tagen. Danach werden zunächst die Ältesten unter uns zu einem Termin in das Impfzentrum eingeladen. Bis alle Remscheiderinnen und Remscheider die Möglichkeit haben, sich durch eine Impfung vor dem Corona-Virus zu schützen, wird noch eine gewisse Zeit vergehen.

Wir danken allen, die seit Wochen und Monaten alles dafür tun, dass unser Zusammenleben trotz aller Einschränkungen „funktioniert“. Unser Dank gilt so vielen Menschen, dass jede Aufzählung das Risiko beinhaltet, jemand zu übersehen. Sie geben damit Liebe an ihre Mitmenschen weiter, die von Herzen kommt und im Alltag Wirkung zeigt. Daher ein großer Dank an alle!

Wir möchten alle Bürgerinnen und Bürger bitten, ihr Vertrauen in das geplante Vorgehen nicht zu verlieren. Fragen und Kritiken an einzelnen Entscheidungen sind verständlich.

Aber bitte gehen Sie nicht denjenigen auf dem Leim, die die Pandemie negieren oder sogar für die Infragestellung unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung und die wesentlichen Werte unserer Verfassung instrumentalisieren. Es sind in unserer Stadt nur wenige; wir wollen, dass das so bleibt.

Wir stehen dafür ein, auch die kommenden Wochen und Monate gemeinsam miteinander verantwortungsvoll zu gestalten und laden Sie dazu ein, dabei mitzumachen.

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