Flutkatastrophe

Hochwasser: Konzepte für sieben Hotspots in Remscheid

Das Hochwasser vom 14. und 15. Juli hat nicht für einen Ansturm auf die Starkregen-Stelle der Stadt gesorgt. Die versucht seit vielen Jahren Immobilienbesitzer für das Thema zu sensibilisieren. Foto: Michael Schütz
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Das Hochwasser vom 14. und 15. Juli hat auch in Remscheid Schäden verursacht.

Lehren aus dem Hochwasser im Juli: Erste Schritte im Bauausschuss für eine Verbesserung des Starkregenschutzes.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid will sich besser für Starkregen-Ereignisse wappnen. In einem ersten Schritt ließ sich nun der Bauausschuss die Starkregenkarte der Stadt erläutern. Daraus sollen Konzepte folgen, um die Schäden bei zukünftigen Überschwemmungen zu minimieren.

So enthält die Karte zum Beispiel 65 Flächen im Stadtgebiet, die als sogenannte Multifunktionsflächen in Betracht kämen. Darunter tiefer liegende Parkanlagen, Spielflächen und Grünstreifen, die geeignet wären, große Wassermengen „zwischen zu parken“, wie es Uwe Ross formulierte.

Der Ingenieur vom Büro Fischer Teamplan, das die Karte erstellt hat, räumte allerdings ein: „Die haben wir erstmal nur vom Schreibtisch aus klassifiziert.“ Ob sie wirklich in Frage kommen, um bei Starkregen Wasser aufzunehmen, müsse noch vor Ort geklärt werden.

Hochwasser: Starkregenkarte simuliert verschiedene Szenarien für Remscheid

Leite man nach einem Starkregen die Fluten zu diesen Gebieten um, könne dies die Situation zumindest entspannen, erklärt Ross im Gespräch mit dem RGA. Nötig sei aber ein ganzes Bündel von Maßnahmen – von der Stadt, aber auch von privaten Immobilienbesitzern. Dazu gehöre auch der bauliche Schutz von Gebäuden und die Renaturierung von Wasserläufen. Und ein Ereignis wie Mitte Juli sei ohnehin kaum beherrschbar. Experten sagen für die Zukunft Hitze und Fluten für Remscheid voraus.

Hochwasser und Starkregen: Welche Gebäude brauchen besonderen Schutz?

Neben Hinweisen auf mögliche Multifunktionsflächen bietet die Starkregenkarte auch zahlreiche andere Anhaltspunkte, zum Beispiel auf Gebäude, die einen besonderen Schutz benötigen.

Sieben sogenannte Hotspots habe man ausgemacht, so Ross, darunter der Gründerhammer und das Freibad im Eschbachtal. Für diese Bereiche entwickelt sein Büro nun konkrete Sanierungskonzepte. Für 80 weitere besonders betroffene Gebäude habe man zudem Risiko-Checklisten erstellt.

Außerdem sind in der Karte über 9500 Standorte, an denen wassergefährdende Stoffe vorzufinden sind, mehr als 700 Stromverteiler der Stadtwerke und 100 Sonderbauwerke der TBR erfasst.

„Die Daten liegen ja bei den Technischen Betriebe und den Stadtwerken vor“, sagt Uwe Ross. Dort arbeite man vermutlich schon damit. Wie man sonst mit den Erkenntnissen aus der Karte umgehe, müsse die Stadt entscheiden.

In der Starkregenkarte sind verschiedene Szenarien simuliert, bis hin zu einem Regenfall von 90 Millimeter in einer Stunde. Das klinge im ersten Moment wenig, erklärte Uwe Ross den Ausschussmitgliedern. „Aber das Wasser fließt natürlich die Hänge runter und sammelt sich in den Senken.“ Und könne dort dann auch schon mal mehr als einen Meter hoch stehen. Auch ganz aktuell ist das ein Thema: Um neue Schäden durch aufgestaute Fluten zu verhindern, wird der Morsbach nach dem Hochwasser aktuell von Unrat befreit.

Das Technische Hilfswerk ist unterdessen erneut in die Katastrophengebiete ausgerückt. Der Schreitbagger der Remscheider soll bei der Beseitigung der Schäden und den Aufräumarbeiten helfen.

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