Temperaturen steigen auf über 35 Grad

Tipps für die Hitzewelle - Nachbarn sorgen für Abkühlung

Bei Temperaturen über 30 Grad war es an der Kräwi noch recht leer – und das, obwohl das Freibad geschlossen ist.
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Bei Temperaturen über 30 Grad war es an der Kräwi noch recht leer – und das, obwohl das Freibad geschlossen ist.
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  • Frank Michalczak
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Remscheid erwarten am Dienstag 35 Grad im Schatten. Die Feuerwehr ist auf den Notfall vorbereitet. Das Gesundheitsamt gibt Tipps.

Remscheid. Obwohl an diesem Montag die Sonne über Kräwinkel lachte, blieb es im Freizeitparadies ruhig, zunächst jedenfalls: „Wir hatten bislang 750 Gäste. Jetzt aber zieht der Betrieb an“, berichtete Geschäftsführer Ralf Barsties vom Unternehmen Arbeit Remscheid, das die Anlage betreibt, am späten Nachmittag. Am Sonntag sei zum fünften Mal in dieser Saison die 1000-Besucher-Marke überschritten worden. Für diesen Dienstag empfiehlt er: „Möglichst früh zur Kräwi kommen.“ Denn die Meteorologen erwarten 35 Grad – im Schatten. 

Wer die kurze, aber heftige Hitzephase gut überstehen will, sollte seinen Alltag an die hohen Temperaturen anpassen, rät Dr. Gabriela Marek, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts. „Gerade Ältere müssen sich schonen. Dazu zählt, Einkäufe frühmorgens zu erledigen und vor allem sehr viel trinken, zum Beispiel lauwarmen Tee.“ Auf der Martin-Luther-Straße haben Anwohner deswegen eine Tasche nach draußen gehangen, wo sich Spaziergänger und Co. bedienen dürfen und kalte Getränke bekommen.

RGA-Leserin Constanze Epe hat diese Kühltasche auf ihrem dem Weg durch die Martin-Luther-Straße entdeckt und ist begeistert.

Pralle Sonne unbedingt meiden, Sport reduzieren. Wichtig sei es zudem, die Wohnung zu kühlen. „Morgens durchlüften, dann wie in südlichen Ländern die Schotten dicht machen“, erklärt die Medizinerin, die einen Tipp des Umweltamtes weitergibt. Eine Hitzeschutzfolie aus dem Baumarkt oder dem Autozubehör mit Klebeband von außen angebracht wirke Wunder gegen Hitze, insbesondere an schrägen Dachfenstern. Aber unbedingt darauf achten, dass die silberne Seite das Sonnenlicht reflektiert, also nach außen angebracht wird. „Und bei der Ernährung auf Obst und Gemüse zurückgreifen. Das liegt nicht schwer im Magen und bringt dem Körper Feuchtigkeit.“

Bäume im Wald leiden schon jetzt unter der Trockenheit

Während die Menschen unter der Hitze stöhnen, beschleicht viele zugleich die Angst vor einer kalten Wohnung in Herbst und Winter. „Brennholz ist das neue Klopapier“, sagt Forstamtsleiter Markus Wolff mit Blick auf die Hamsterkäufe zu Beginn der Corona-Pandemie. Auch bei den Förstern übersteigt die Nachfrage nach Holz längst die Kapazitäten. Dabei dürfte in diesem Sommer erneut viel Trockenholz hinzukommen. Mit Sorge blicken die Förster deshalb auf die Rekordtemperaturen. Nach den Dürresommern 2018, 2019 und 2020 hat es zwar 2021 mehr geregnet. Dennoch ist der Waldboden als Wasserspeicher längst nicht wieder aufgefüllt. Im Gegenteil: „Der Tank ist leer“, sagt Wolff.

Das bekommen nach den Fichten die Buchen und Eichen zu spüren. Bei jenseits der 35 Grad gilt das umso mehr für Jungbäume. Auf den ungeschützten Freiflächen verbrennen so jetzt die Nachpflanzungen, die die Förster im Frühjahr vorgenommen haben. Schützen können sie sie nicht. Lediglich den Stadtbäumen können die Grünflächenarbeiter helfen. Seit einigen Jahren sorgen grüne Wassersäcke für dauerhafte Bewässerung. Das habe sich bewährt, sagt Wolff. Die Linden am Willy-Brand-Platz gedeihen, statt wie früher im Hitzestress die Blätter abzuwerfen.

Graslandfeuerindex erreicht die höchste Stufe 5

Im Wald steigt unterdessen die Brandgefahr. Bei der Feuerwehr liegt der Waldbrand-Index bei einer 4 auf einer Skala von 1-5. Es besteht erhöhte Gefahr. Wer in der Natur unterwegs ist, sollte keine Zigarettenkippen wegschmeißen oder Glas hinterlassen. Müll kann Feuer entfachen. Matthias Schröter und Ferdinand Rockholtz weisen daraufhin, dass von März bis Oktober eh Rauchverbot im Wald herrsche, Grillen im Freien nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt sei, Abstände zur Vegetation zu halten seien.

Die Stufe 4 ist im Wald erreicht, beim Graslandfeuerindex klettert sie am Dienstag auf eine 5, gleichbedeutend mit „sehr hohe Gefahr“. Die Feuerwehr muss bei dieser Warnstufe eine schnelle Wasserversorgung aufbauen können. Auch ihr Rettungsdienst ist vorbereitet. „Wie immer“, erklärt Abteilungsleiter Michael Hill. Extreme Hitze zählt zu den größeren Gefahrenlagen, die die Feuerwehr im Rahmen landesweiter Einsatzkonzepte stets im Auge hat. Hill erklärt auch: „Was Rettungseinsätze betrifft, können wir unsere Kapazitäten verdoppeln: vier Rettungswagen stehen für Notfälle zur Verfügung, weitere vier für den Brandschutz.“

Im Internet

Ratschläge und Tipps zum Umgang mit Hitzewellen finden Interessierte auch auf der Internetseite der Stadt Remscheid unter folgendem Link. Dabei die Rubrik „Anpassung an den Klimawandel“ sowie „Gesundheit und Hitze“ wählen: remscheid.de/klimaschutz; Zusätzliche Infos zu einem Klimaforschungsprojekt, an der auch Remscheid teilnimmt: uni-potsdam.de/de/extrass

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