Historisches Foto

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit diesem Gebäude?

Wo stand der Karstadt damals?
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Wo stand der Karstadt damals?

Architekt Ludwig Lemmer lieferte die Pläne für die Reihenbauten, die wir in der vergangenen Woche suchten.

Von Alexandra Dulinski und Andreas Weber

Remscheid. 1977 lockte der Karstadt viele Menschen in seine Hallen. Wo stand das Gebäude damals? Und an welche Ereignisse erinnern Sie sich? Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 3. Juni, entweder per E-Mail oder per Post, verbunden mit persönlichen Anekdoten, die Sie mit diesem Ort verbinden, an: RGA, Alleestr. 77-81, 42 853 Remscheid; oder auch per E-Mail: redaktion@rga-online.de

Remscheid: Siedlung Neuenhof weckt Erinnerungen an Kindheitstage

Seit 14 Jahren leben sie nicht mehr in Remscheid, doch der Tüpitter bleibt eine unverzichtbare Lektüre für Gudrun und Reinhard Matuschzik. Als sie vergangenen Samstag den RGA öffneten, staunten sie. Zu sehen war ihr Kiez, die Straße, in der sie einen Großteil ihres Lebens verbracht haben. Auf dem Rätselfoto gesucht war der Neuenhof, der sich unmittelbar an den Sportplatz Struck anschließt. Gudrun Matuschzik (71 Jahre) ist gegenüber vom Sportplatz im Haus Nr. 6 groß geworden, Ehemann Reinhard (79 Jahre) wuchs im Haus Nr. 34/36 auf, das auf dem Rätselfoto rechts zu sehen ist.

Vergangene Woche suchten wir die Siedlung Neunhof.

Von 1949 bis 1968 lebte er in der elterlichen Wohnung in der dicht bebauten Arbeitersiedlung. „Viele aus dem Osten Vertriebene wurden dort untergebracht zu Zeiten, als große Wohnungsnot herrschte“, meint die treue RGA-Leserin. Nach ihrer Hochzeit zogen die Matuschziks 1968 gegenüber ins Haus Nr. 33. Die Häuser waren spartanisch, moderne Heizungen und Badezimmer gab es lange nicht. Fünf Familien lebten in ihrem Haus, die Matuschziks auf 68 Quadratmeter mit ihrer Tochter.

Reinhard Matuschzik, der 43 Jahre bei der Firma Ibach in der Königstraße beschäftigt war, zog als Handwerker vor, was viele erst 2003 mit der Modernisierung erhielten: ein Bad. „Wir hatten aber schon alles selber gemacht, als die generellen Umbauten begannen.“ Es war beengt, aber: „Wir hatten früher ein Zusammengehörigkeitsgefühl, was es später nicht mehr so gab.“

2007 folgten die Matuschziks ihrer Tochter, die es nach Niedersachsen verschlagen hat. Seither lebt das Ehepaar in einem Dorf bei Winsen an der Aller, blieb aber stets heimatverbunden und studiert samstags genau das RGA-Fotorätsel.

Auf der Bökerhöhe ist er aufgewachsen, berichtet Wolfgang Fuchs. „In der Dörpfeldschule habe ich Lesen und Schreiben gelernt.“ Auf dem Foto erkannte er ebenfalls die Siedlung Neuenhof. Fuchs: „Hier haben wir uns oft mit Schulfreunden zum Spielen getroffen.“ Ralf Becker erinnert sich, dass Klassenkameraden am Neuenhof wohnten. Auch Tadeusz Kliem erkannte das gesuchte Viertel.

Heute sieht es in der Siedlung so aus.

Roland Benscheid hat die Mittelstraße in guter Erinnerung. „Meine Eltern und ich besuchten in den 1950er-Jahren öfters die dort wohnenden Großeltern und eine Tante“, erinnert er sich. Da die Familie kein Auto besaß, fuhren sie mit der Straßenbahn vom Friedrich-Ebert-Platz bis zur Haltestelle Lenneper Straße. Ab dort waren es etwa 20 Minuten Fußweg bis zum Neuenhof. Benscheid weiß einiges über die Geschichte der Siedlung zu berichten: Der Neuenhof sei ein anschauliches Beispiel für die städtebauliche und architektonische Entwicklung des Siedlungsbaues in Remscheid zwischen den beiden Weltkriegen. „Erbaut wurde die Siedlung von 1925 bis 1929 nach den Plänen von Ludwig Lemmer“, weiß Benscheid. Zum Angebot gehörten Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen. „Es gab Vorgärten und rückseitige Hausgärten“, weiß Benscheid. Ab 2000 seien umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen mit Vergrößerung der Bäder durchgeführt worden. Die Fassaden bekamen moderne Farben. „Die Siedlung wurde am 14. Juni 1996 in die Denkmalliste der Stadt eingetragen“, weiß Roland Benscheid.

Heinz-Jürgen Schmitz erkannte ebenfalls die Handschrift Ludwig Lemmers, der 1983 starb, wie Schmitz weiß. „Mit dem Aufstieg der Remscheider Industrie entstanden ganze Reihenhausbauten. Um die Ideen Lemmers umzusetzen, gründeten sich Genossenschaften“, berichtet er. Er datiert die ersten Ausschachtungsarbeiten auf das Jahr 1924. Ende 1926 habe der Baugenossenschaft jedoch der Konkurs gedroht. Die Bauten wurden deshalb von der Stadt übernommen. „Wenn man heute auch den Charme der 20er-Jahre vergebens sucht, so blieb doch der Charakter von Dorfstraßen erhalten“, erklärt Schmitz.

In den vergangenen Jahren geriet der Neuenhof in die Diskussion aufgrund der äußerst schwierigen Parksituation und des maroden Straßenbelages.

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