Historisches Foto

Wo wurde dieses alte Bild-Schätzchen aufgenommen

Eine markante Stelle in Remscheid
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Eine markante Stelle in Remscheid.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die Ecke Allee-/Scharffstraße – Von den vielen Fotofachgeschäften ist nur Kaiser übrig geblieben.

Remscheid. Eine markante Stelle in Remscheid, deren Charakter sich über die Jahrzehnte geändert hat, nicht nur, weil das öffentliche Transportmittel eingestellt wurde. Remscheider werden trotzdem keine Probleme haben zu erkennen, wo dieses alte Bild-Schätzchen aufgenommen wurde. Schicken Sie Ihre Lösung bis 6. Januar, verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77 -81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de.

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Aus der Drogerie Kaiser wurde das Fotofachgeschäft Kaiser. Das Gebäude an der Ecke Allee-/Scharffstraße kennt jeder Remscheider. „Die dort vorhandene Drogerie Kaiser war immer die erste Adresse, wenn man seine Urlaubsfotos entwickeln lassen wollte. Auf der anderen Seite der Scharffstraße befand sich der ‘Stadthof’, der eigentlich nur aus Baracken bestand, die vor vielen Jahren modernen Gebäuden gewichen sind“, teilt Kurt Kneip dem Tüpitter mit.

Die Drogerie 1955 noch mit „4711“-Reklame. Repro: Roland Keusch

Für Ulrike und Karl-Heinz Trachte hatte die Ecke eine sehr persönliche Bedeutung: „Am 18. Mai 1966 begleitete mich mein Mann nach einer ‘Macbeth’-Aufführung im Stadttheater nach Hause. Genau an dieser Stelle wagte er es, mich zu küssen. Ein Jahr später haben wir uns dort verlobt. Nunmehr sind wir mehr als 52 Jahre verheiratet.“

Thorsten Wolff denkt daran, dass Smartphone-Bilder Freude an Kameras und deren Absatz enorm geschmälert haben. Mittlerweile ist Foto Kaiser das einzige Fachgeschäft in Alt-Remscheid, das überlebt hat. Früher gab es viel mehr. „Auf der Alleestraße waren unterhalb die Drogerie Osenberg, die ebenfalls Fotoartikel anbot, sowie Quelle bzw. Foto Quelle. Dies ist später an die obere Alleestraße umgezogen, in den heutigen Rossmann-Markt. Auf der oberen Alleestraße gab es Photo Porst (heute Kunstgalerie Wroblowski) sowie direkt am Rathaus Foto Herbertz/Top Foto. Weiter runter auf der Alleestraße, an der Ecke Martin-Luther-Straße, war ein weiteres Fachgeschäft – Foto Müller.“

Wie es drinnen bei Foto Kaiser aussah, beschreibt Wolff so: „Früher gab es neben Foto Kaiser, mit Eingang wie heute von der Scharffstraße, im Untergeschoss die Drogerie Kaiser. Die beiden Geschäfte waren durch eine Wendeltreppe verbunden. Später war in einem Teil des Untergeschosses, mittlerweile an andere Geschäfte vermietet, ein Beratungsraum von Foto Kaiser, wo man spezielle Sachen wie Fotolaborzubehör erwerben konnte.“

Bürgermeister Bertram Pfeiffer ließ 1854 Lindenbäume pflanzen

Dieses Gebäude muss Anfang der 1950er-Jahre gebaut worden sein, meint Heinz Jürgen Schmitz. „Ungefähr am heutigen Standort von Foto Kaiser muss sich bis zum Bombenangriff 1943 das Damenbekleidungsgeschäft Dich befunden haben. Vorbesitzer war eine Familie Löwenstein, die dort ein Haushaltswarengeschäft unterhielt. 1938 wurde die Familie Löwenstein Opfer der Nazis und der Judenverfolgung. Kaiser gegenüber stand das bergische Schieferhaus, in dem bis zur Zerstörung 1943 die Stadtbücherei untergebracht war. Vorher war bis 1876 die Burger Schule und von 1879 bis 1893 das Amtsgericht. In dem angrenzenden bergischen Schieferhaus, wo später der alte Stadthof war, praktizierte der bekannte Arzt Dr. Feinen.“

Kaiser ist geblieben, Backwerk hinzugekommen.

Wie Schmitz so geht Roland Benscheid auf die Namensgebung der Allee ein: „Die Alleestraße erhielt ihren Namen durch Bürgermeister Bertram Pfeiffer. Dieser hatte 1854 Lindenbäume zur Verschönerung des Stadtbildes pflanzen lassen.“ Benscheid zählt auch ein paar weitere Eckdaten zur Allee auf: „Im Mai 1950 wurde der erste Selbstbedienungsladen in Remscheid eröffnet. 1952 eröffnete das Bekleidungsgeschäft Sinn mit der ersten Rolltreppe Remscheids. In den 1970er-Jahren wurde die Alleestraße zur Fußgängerzone . In den vergangenen Jahren sind einige Einzelhandelsketten verschwunden und es gibt immer mehr Leerstände.“

1971 wurde die Alleestraße zwischen Scharffstraße und Markt als Fußgängerzone gewidmet, darauf weist Helmut Schucht hin.

Richtige Antworten schickten auch Volker Hebda, Mustafa Yildiz, Vanessa Calikusu und Brigitte Henkel, für die feststeht: „Ich bin immer gerne in diese Drogerie gegangen, dort gab es immer eine gute Beratung.“

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