Historisches Foto

Wo ist dieses Bild im Jahr 1973 entstanden?

In welcher Ortschaft war Fotograf Rudi Honsberg im September 1973 unterwegs?
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In welcher Ortschaft war Fotograf Rudi Honsberg im September 1973 unterwegs?
  • Andreas Weber
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Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die Freiheit-/Ecke Südstraße – Viele Leser erinnerten sich an Zeiten, als es auf der heute viel befahrenen Straße viel ruhiger zuging

Remscheid. Von einer vielbefahrenen Straße in der Innenstadt in die ländlichen Ecken von Remscheid: In welcher Ortschaft war Fotograf Rudi Honsberg im September 1973 unterwegs? In jedem Fall, so viel sei verraten, lichtete er die Hausnummer 32 ab. Schicken Sie Ihre Lösung bis zum 28. Oktober, gerne verbunden mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid; oder E-Mail: redaktion@rga.de Foto: Rudi Honsberg/ Repro: Roland Keusch

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Freiheit-/Ecke Südstraße. Die Antwort war nicht nur für Ingrid Fröhlich eine klare Sache. 1953 aus dem Kreis Eckernförde umgesiedelt, lebte sie mit ihrer Familie 30 Jahre gegenüber der Einmündung in der Freiheitstraße 136. An eine nette Episode erinnert sich die Pensionärin: „Es war ein Sonntag und ich im Wohnzimmer, als draußen ein tolles Trompetenspiel erklang. Der Musikant, so erkannte ich erstaunt, stand im Frack, weißen Schal und Zylinder vor unserem Fenster. Es stellte sich heraus, dass der Remscheider Schützenkönig gegenüber wohnte und der wurde so geweckt. Unser Opa wartete am Fenster fast zwei Stunden. Dann kam eine geschmückte Kutsche mit Kutscher und hielt auf dem Zebrastreifen an. Das Königspaar stieg ein. Ein toller Anblick.“

Von vielen Lesern erkannt: die Freiheitstraße im Jahr 1963 – noch mit Einkaufsmarkt und einer Kneipe.

Die Läden, die sich auf dem Bild aneinanderreihten, konnten viele Leser aufzählen. Hans Jürgen Ginsberg war einer von ihnen: „Edeka Laden Holz, daneben das Zeitschriftengeschäft Waldow, dann die Post und die Gastwirtschaft Dürholt.“ Gegenüber war der Edeka-Laden von Hilde Schmidt. „Sie war meine Schwiegermutter. Ich habe beim Einkaufen ihre Tochter kennengelernt und 1965 geheiratet“, erzählt Ginsberg. Ingrid Fröhlich erinnert sich, dass man bei der besagten Kneipe nur von „dat Milli“ sprach. „Sie schenkte auch Bier zum Mitnehmen aus, man musste nur ein großes Glas mitbringen.“ In der einfachen Pinte stand ein Billardtisch. „Mein Vater ging damals nahezu jeden Sonntag zu Fuß von der Hindenburgstraße hin, um eine Partie zu spielen. Aus der Gaststätte sind später Wohnungen geworden“, schreibt Gerd Kaib.

Sigrid Schultes denkt an ihren Schulweg zum GBG zurück. „Zweimal am Tag führte mich mein Weg hier von Kremenholl entlang. Damals war man jung und ging zu Fuß. Es fuhren nicht so viele Autos, alles war viel ruhiger, der Schulweg kam mir nie lang vor. Meine Freundin und ich hatten uns immer viel zu erzählen.“ Auch Dieter Prill lief als Pennäler dort zweimal täglich entlang. „Auf dem Heimweg haben wir uns öfters am Büdchen von Heinz Radziwill am Amtsgericht mit Süßigkeiten versorgt.“ Die Besonderheit sei gewesen, so Prill, dass die Südstraße noch in beide Richtungen befahren werden konnte.

Kristina Tamm half früher in dem Zeitschriften- und Lottoladen von Familie Waldow hinter dem Tresen aus. Tamm wohnte bis Dezember 1964 in dem Eckhaus Nr. 149, 2. Stock. „Das unter uns wohnende Ehepaar hat sich oft über den Radau beschwert, worauf unser Vater anmerkte, ‘er könne uns Kinder ja schlecht unter die Decke hängen’.“ Es lebten viele Kinder im Haus, die im Hinterhof spielten. „Unser Eldorado war jedoch der noch fast unbebaute Kremenholl.“

Freiheitstraße heute: Das Fachwerkhaus ist abgerissen.

Auch Hannelore Boretius spielte in den Hinterhöfen. „Im Sommer 1963 war ich zwar nicht mal drei Jahre alt, aber dennoch habe ich im Haus 153 zwischen Post und ehemaliger Gaststätte meine Kindheit verbracht. Damals sind wir auf dem Bürgersteig Fahrrad gefahren, Rollschuhe und Roller – heute undenkbar.“ Ralf Grimberg wird diese Ecke sein Leben lang nicht vergessen: „Als ich mit sieben Jahren das erste Mal alleine vom Wohnort Kremenholl zur Post gehen und Briefmarken kaufen sollte, war ich furchtbar aufgeregt. Anstatt nach dem Erwerb der Briefmarken nach draußen zu gehen, bin ich in der Post in der Telefonzelle gelandet. Der Postbeamte hatte Schnappatmung und sich kaputt gelacht. Nachdem ich den Ausgang gefunden hatte, bin ich mit feuerrotem Kopf rausgeschlichen.

Rudi Hahn, der von RGA-Fotograf Rudi Honsberg als jugendliche Radrennfahrer des RV Adler Lüttringhausen nach Erfolgen mehrfach abgelichtet wurde, denkt an zwei Institutionen an der Freiheitstraße, die es heute noch gibt, die aber nicht im Bild sind: Pneumatik/Hydraulik Schmachtenberg und Motor Eberhardt.

Weitere richtige Antworten schickten Reinhard Gast, Ulrike Braselmann, Thorsten Wolff, Heinz-Jürgen Schmitz, Heinz-Peter Riedemann, Ulrich Hager, Dagmar Löwer, Birgit Völpel, Dirk Wünsch, Wolfram Heinrichs, Karin Zoll-Sonje, Ernst Erdmann, Frank Secchi, Günter Wolf, Brigitte Weischet,, Bardo Reinke, Brigitte Herbertz, Renate Riemenschneider, Helmut Schucht, Doris Fischer.

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