Historisches Foto

Wer erkennt den Ort auf unserem heutigen Rätselbild?

In welcher Straße in der Innenstadt wurde unser heutiges Rätselfoto aufgenommen?
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In welcher Straße in der Innenstadt wurde unser heutiges Rätselfoto aufgenommen?
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Das Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die alte Post gegenüber vom Lenneper Bahnhof. Anfang der 60er-Jahre wurde das marode Gebäude aufgegeben.

Remscheid. Heute sieht es an dieser Stelle nicht viel anders aus als vor vielen Jahrzehnten. In welcher Straße in der Innenstadt wurde unser heutiges Rätselfoto aufgenommen? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, bis Donnerstag, 28. April, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per Email an: redaktion@rga.de

Das Rätselbild der vergangenen Woche: Die Post ist noch da, aber in einem neuen Gebäude

Über ein halbes Jahrhundert alt ist unser Rätselfoto aus Lennep, das ein stattliches Gebäude gegenüber dem dortigen Bahnhof zeigte, das abgerissen wurde und einem schlanken Zweckbau gewichen ist. Eine Gemeinsamkeit zeigt die Gegenüberstellung: Es ist im Vordergrund die Rundung am Eingang des Lenneper Bahnhofs. Was früher der Zugang für Reisende war, ist heute das Vordach für Ingo Brögelmanns Zentrum für Gesundheit.

Das alte Postgebäude am Lenneper Bahnhof wurde 1960 aufgegeben.

Gegenüber ist äußerlich alles anders geworden, geblieben ist nur die Post. Richtig erkannt von Helmut Schucht: „Anfang der 1960er-Jahre war das Postamt wegen Baufälligkeit geräumt worden. Es folgte ein jahrelanges Provisorium im Berliner Hof. Ein neues Gebäude steht an gleicher Stelle und ist mit der Verteilung der Post beschäftigt.“ Kundenverkehr gibt es aber nicht mehr.

Heinz-Jürgen Schmitz trägt vertiefend dazu bei: „Die Aufnahme entstand wohl um 1954/55 und wurde vom gegenüberliegenden Lenneper Bahnhof aufgenommen. Im Hinterhof des Gebäudes war lange Jahre der Paketdienst untergebracht. Röntgenschüler sollen sich dort ihr Feriengeld durch Postauslieferung verdient haben. Im Juni 1960 musste das Postamt wegen akuter Einsturzgefahr geräumt werden. Es folgte ein jahrelanges Provisorium im ehemaligen Saal des Berliner Hofes.“ 13 Jahre dauerte dieses, bis moderne Räume im Neubau bezogen wurden. Schmitz weist daraufhin, dass damals der Postleiter Karl-Heinz Bona hieß.

Der Sohn eines Postbeamten lebte seit 1940 in Lennep und war Beamter bei der Deutschen Bundespost. Stadtbekannt wurde Karl-Heinz Bona als Kommunalpolitiker. In den 1950er-Jahren trat er in die CDU ein, für die er lange in der Bezirksvertretung Lennep wirkte. In Lennep war er von 1957 bis 1975 und 1979 bis 1984 Bezirksvorsteher. 38 Jahre saß er zudem von 1961 bis 1999 im Remscheider Stadtrat, von 1964 bis 1979 sowie 1984 bis 1989 war er Bürgermeister und im Oktober 1968 zwölf Tage Oberbürgermeister.

Das Postgebäude am Bahnhof war zwischen 1919 und 1921 errichtet worden. Vierzig Jahre später drohten, die Decken einzustürzen, eine Folge auch der Bombenangriffe in den letzten Kriegstagen, wie Lennep-Historiker Wilhelm R. Schmidt über die dortige Postgeschichte bemerkt. Nachzulesen auf seiner Internet-Plattform „Lennep hat was“. Wilhelm R. Schmidt hat dazu persönliche Erinnerungen, wie er in dem Beitrag zur Postgeschichte schreibt. Daraus ein Auszug:

Die Post ist dem Standort treu geblieben - jedoch ohne Kundenverkehr.

„Das ‘alte’ Postgebäude gegenüber dem Lenneper Bahnhof habe ich noch gekannt. Dort ging mein Vater in den 1950er-Jahren auch am Wochenende mit mir hin, um die Schließfachpost für das Baugeschäft auf der Karlshöhe zu holen. Als Röntgenschüler arbeitete ich mit Freunden dort später bei der Paketumladestation. Wir warfen die Postpakete, die von der Annahmestelle am Mollplatz kamen oder die in Lennep umgeladen werden mussten, in hohem Bogen in die großen Laster, drinnen war dann einer, der die Pakete aus Platzgründen ordentlich stapelte. Auf der Schubkarre, so erinnerte sich neulich ein Freund bei einem Lenneper Stadtrundgang, wurden die schweren Geldkisten von der Bahn über die Straße gezogen und mit den VWs der Post zum Berliner Hof gefahren. In der Regel fuhr man die Pkw im zweiten Gang und mit nicht zu überhörendem Vollgas, und es hieß: Wer bremst, ist feige. Beim Geldtransport machten sich die fest angestellten Postler einen Spaß daraus, die Oberschüler mit der dabei obligatorischen Dienstpistole zu versehen. Bei einem Überfall hätten wir sicher nicht gewusst, wie man damit umgeht, und natürlich war die Übergabe an Schüler gar nicht erlaubt.“

Heinz-Jürgen Schmitz verweist noch auf ein weiteres Haus auf dem Rätselfoto: „Gut zu erkennen ist das ehemalige Hotel zur Post der Familie Hardig in der Bergstraße. Die 1799 gegründete Kaufmannsgesellschaft ließ hier 1876 ein eigenes Gesellschaftshaus erbauen. Bei einem der Luftangriffe auf Lennep wurde das Haus 1945 teilweise zerstört.“

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