Historisches Foto

Welche Einrichtung suchen wir?

Um welche Einrichtung handelt es sich auf dem Foto?
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Um welche Einrichtung handelt es sich auf dem Foto?
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die untere Alleestraße - Lebensmittelmarkt Schürmann lockte mit dem ersten Selbstbedienungsladen.

Remscheid. Bei unserer heutigen Aufnahme haben wir einen Bildausschnitt gewählt. Es handelt sich um ein längliches Gebäude, in dem vor Jahrzehnten viele Remscheider vorübergehend „zu Besuch“ waren. Um welche Einrichtung handelt es sich auf dem Foto? Schicken Sie Ihre Lösung unseres Bilderrätsels, gerne auch verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, bis zum kommenden Donnerstag, 12. Mai, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77 - 81, 42 853 Remscheider oder per E-Mail an: redaktion@rga.de

Das historische Foto der vergangenen Woche:

Blick auf die untere Allee und Lebensmittel Schürmann, als Selbstbedienung gerade zu einem Schlagwort wurde.

Sieht so die Innenstadt der Zukunft aus? Die Alleestraße wird wieder für Fahrzeuge geöffnet. Jahrzehnte setzte die Stadtpolitik auf Verkehrsberuhigung, heute wird der motorisierte Verkehr als eine Option zur Belebung der in vielen Teilbereichen toten Einkaufsmeile gesehen. „Ja, damals war was los auf der unteren Alleestraße“, meint Dieter Prill. Besucher hätten fast alles vorgefunden. „Im großen Gebäude auf der rechten Bildseite war Remscheids größter Lebensmittelmarkt Schürmann. Autos fuhren fast bis zum Schuhhaus Rohr, links geht es wie heute neben Uhren und Schmuck Engels durch die Passage zum Ebert-Platz. Auf der anderen Straßenseite stand der Vollsortimenter Kaufhof. Die Adler-Apotheke hält sich bis heute dort.“

Zu Schürmann bemerkt Friedrich Ohler: „Vor seiner Eröffnung wurde er mit großer Reklame als erster SB-Laden im Land angekündigt. Kein Mensch konnte sich unter dem Kürzel etwas vorstellen. Entsprechend groß waren Neugier und Werbeeffekt.“ Roland Benscheid ergänzt zum Thema SB: „Dafür musste zunächst das Vertrauen der Kunden gewonnen werden, denn diese waren es gewohnt am Tresen bedient zu werden. Schürmann–Filialen gab es im ganzen Stadtgebiet, sowie weitere in umliegenden Städten.“ Verkaufsfördernd seien klebende Rabattmarken gewesen. „Ein volles Heftchen ergab eine Auszahlung von 1,50 Mark. Dieses System wurde nach 30 Jahren am 5. Februar 1967 aufgegeben. Erwähnenswert ist auch die bedeutende hauseigene Kaffeerösterei“, schreibt Benscheid.

Claus Kind erinnert daran, dass die große Neugestaltung der Allee mit der Umwandlung in eine Fußgängerzone erfolgte. „Schön waren die 60er-Jahre, als ich als ehemaliger Schüler der Hindenburgschule (heutige GBG) nach der Schule mit anderen entweder in der Alleestraße das ehemals schönste Café Remscheids, Café Hungenbach, aufsuchte oder zu Schürmann in die Essbar ging. Die Eissalons Panciera, Venezia oder Conti lockten im Sommer. Wir hatten die Qual der Wahl. Und heute?“

Edelgard Diederichs denkt beim Schuhhaus Rohr an das Angebot für Kinder: „Die hatten eine tolle Rutsche im Geschäft. Für die Kinderfüße gab es einen Röntgenapparat, wo man von oben auf die Füße schaute, um die richtige Größe zu ermitteln. Das war nicht überall zu finden.“

Ein Publikumsmagnet ist die untere Allee schon viele Jahre nicht mehr. Heute gibt es dort viele Leerstände und Billiganbieter.

Klaus Trester geht auf die zehn Kinos ein, die es mal gab, vier davon auf der Allee. Das letzte davon waren die City-Lichtspiele, zuletzt das Metropol Theater an der Alleestraße 28. Trester erzählt eine sehr persönliche Anekdote: „Das Filmtheater war 1957, als ich dort Filmvorführer wurde, ein Jahr alt. Am zweiten Arbeitstag kam es zum Eklat. Eine Kollegin, die am Vortag bei der Vorstellung des Kollegiums nicht dabei war, wollte mich nicht ins Haus lassen, mit der Bemerkung, dass Kinogäste erst 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn in den Saal dürften. Doch die Theaterleiterin rettete die Situation mit dem Hinweis, ich sei der neue Vorführer. Die Kollegin, die sich sehr ablehnend verhielt, wurde immer freundlicher zu mir und 1960 meine Frau, mit der ich leider nur 60 Jahre glücklich verheiratet sein durfte. Hätte sie ihren Rausschmiss ernst gemeint, hätten wir vieles verpasst.“

Heinz-Jürgen Schmitz rollt in seiner langen Zuschrift die wechselhafte Geschichte der Allee auf, geht auf den Bombenangriff 1943 ein, der die Allee als Trümmerfeld hinterließ und 1997, als die Straße aufgemöbelt wurde, ein neues Pflaster bekam, moderne Pavillons und die Engelspassage. „Auch die Allee-Arkaden erblickten das Licht der Welt. Ebenfalls erfolgte der Abriss des alten Stadthofs zu dieser Zeit“, schreibt Schmitz.

Richtig lagen auch Helmut Schucht, Bardo Reinke, Heinz-Peter Riedemann, Ulrich Hager, Frank Gutacker, Jost Hermann, Susanne Heynen.

Das neue Bilderrätsel: Welche Einrichtung suchen wir?

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