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Welche beiden Straßen treffen hier aufeinander?

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Unser Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte das Metropol am Markt – RGA-Leser erinnern sich an die Kindervorstellungen am Sonntagmorgen, die eine Mark kosteten.

Remscheid. An dieser Stelle treffen zwei Straßen aufeinander. Hier geht´s bergab. Die eine trägt die topographischen Gegebenheiten schon in ihrem Namen. Schicken Sie ihre Lösung bis zum 27. Januar, gerne auch verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de.

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Ein solches Kino gibt es schon lange nicht mehr in Remscheid. Eine gefühlte Ewigkeit dauerte es, bis das Cinestar am Hauptbahnhof ein Vakuum schloss, das Lichtspielhäuser wie Union und Metropol hinterlassen hatten. Unser Rätselfoto zeigte das Metropol am Markt. „Es war das gemütlichste Kino in der City. Ob Sperrsitz oder Loge, in den 60er- und 70er-Jahren war der Komfort schon groß“, denkt Claus Kind zurück. Damals sei alles am Markt noch in Ordnung gewesen. „Es gab genügend Cafés und Restaurants. Nach dem Kino ging es entweder in die „Hufschmiede“, „Bürgerbräu“ oder „Schmidt am Markt“.

1952 war die Geschäfts- und Freizeitwelt am Markt noch in Ordnung. Repro: Roland Keusch

Gabriele Skowronnek lebte vis-avis: „Wir haben 1962 bis 1973 in der Alleestraße 5 im Haus über Lederwaren Gräfinghoff gewohnt. Von unserer Lieblingsaussicht am Küchenfenster konnten wir wunderbar unter anderem auf das Kino schauen, wo ich als Kind öfter am Sonntagvormittag um 11 Uhr in die Kindervorstellung durfte. Das konnte ich bald alleine machen, da es damals auf der Höhe von ehemals Woolworth eine Ampel gab und ich gefahrlos hinüberlaufen konnte. Rechtzeitig zum Mittagessen war ich zurück.“ Im Übrigen verweist Skowronnek darauf, dass dort, wo man auf dem Bild das Geschäft Wolsdorff erkennen kann, später ihr Onkel und ihre Tante jahrelang ihr Zoofachgeschäft führten. „Dort wurde ich mit der Welt von Kleintieren vertraut gemacht“.

Stefan Debus schaute sonntags morgens andere Schocker: „Oft gab es im Metropol Monsterfilme wie ‘Godzilla’ oder ‘King Kong’, manchmal einen Elvis-Film.“ Finanziert wurde das Erlebnis zuhause mit einem Trick: „Da wurden drei Mark für den ‘Klingelbeutel’ besorgt und dann ab ins Kino. Da hatte ich mich versehentlich verlaufen: Kino statt Kirche. Na ja, klingt ähnlich. Als 13- oder 14-jähriger Konfirmand konnte man das schon mal verwechseln.“ Unvergessen, so Debus sei der Ruf zwischen Vor - und Hauptfilm gewesen: „Eis jemand?“.

Früher beherbergte das Haus an der Elberfelder Straße 2 das Kino Metropol, heute die Spielhalle Admiral.

Kino oder Kirche war für Hans Walter Becker nicht die Frage. Beides war möglich: „Ich erinnere mich an die Kindervorstellungen am Sonntagmorgen um 11 Uhr. Dorthin ging ich nach dem Besuch des Gottesdienstes.“

Tim Bergmann kennt das Kino aus den Zeiten, als es später an der Alleestraße beheimatet war: „Es war kleines, kuscheliges Kino, in dem der Besitzer Georg Dawo selbst Karten und Verpflegung verkaufte. Im Vergleich zu den Kinotempeln von heute zu zivilen Preisen. Nach dem Union am Markt musste leider das Metropol schließen. Zu groß war der wirtschaftliche Druck, aber auch ein zuletzt desolater Zustand des Gebäudes und eine ungünstige Lage mit angrenzenden Wohnhäusern.“

Die nachtblinde Sängerin Evelyn Künnecke an die Hand genommen

Klaus Trester sorgte im „Metropol am Markt“ mit seinen rund 800 Plätzen als größtem Kino in Remscheid für Erhellung: „Gab es doch einmal im Monat sonntags ein einladendes Bühnenprogramm der leichten Unterhaltung. Dann kam meine Zeit. Ich war zwar im City-Lichtspielhaus an der Alleestraße als Filmvorführer beschäftigt, wechselte aber an diesen Tagen meine Arbeitsstätte, um als Beleuchter und Bühnenmeister im Metropol meinen Dienst zu tun. Beide Kinos gehörten zu einem Unternehmen. So war ich auch immer auf Tuchfühlung mit den Künstlern auf der Bühne, aber auch dahinter, egal, welche Wehwehchen sie hatten.“

Wie die nachtblinde Evelyn Künnecke, die er an die Hand nahm und, weil sie nach ihrem Auftritt Durst auf ein Bier hatte. „Durch den Saal wollte sie aber nicht gehen, also gingen wir ums Haus herum in Richtung Werkzeugschmiede.“ Die Sängerin habe noch lange danach von der Episode erzählt.

Klaus Trester erinnert unter den zahlreichen Kinos, die Remscheid hatte, an eines, dass bis 1943 existierte: „Das Apollo-Theater (Scala). Leider wird dieses Kino totgeschwiegen, man hört nichts von diesem, mit 700 Plätzen versehenen Kino. Vielleicht können die Redakteure vom RGA über ihren Schatten springen und über dieses Haus, neben dem ehemaligen Postamt, heute Ämterhaus einen Bericht verfassen.“

Auf dem Höhepunkt der Kinowelle gab es zehn Lichtspieltheater

Remscheids erster Lichtspielpalast wurde 1911 an der Ecke Stachelhauser Straße, später Union-Theater, eröffnet, weiß Heinz Jürgen Schmitz. Auf dem Höhepunkt der Kinowelle ab Mitte der 60er-Jahre gab es zehn Lichtspieltheater in Remscheid, schreibt Roland Benscheid. Zum Metropol bemerkt er: „1952 wurde Remscheid’s größtes Filmtheater an der Elberfelder Straße eröffnet. Ich habe es als Kind in den 1950er-Jahren oft besucht. Jeden Sonntag um 11 Uhr gab es für Kinder eine Sondervorstellung. Gezeigt wurden für eine Mark Filme von Dick & Doof, Fuzzy Western, Micky Maus und Tom & Jerry. Ab Anfang der 60er-Jahre wurden die ersten Karl May und James Bond gezeigt. Ließ nach einiger Zeit das Interesse nach, wurden die Filme in den kleineren Kinos in den Stadtteilen gezeigt.“

Richtige Antworten schickten auch Ulrich Hager, Dieter Prill, Helmut Schucht, Friederike Schönfelder, Wolfgang Kunze.

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