Historisches Foto

Welches Anwesen ist auf dieser alten Postkarte zu sehen?

-
+
Wo befand sich das Anwesen?

Vergangene Woche war die Landwirtschaftsschule zu sehen. Dort wurden angehende Bauern ausgebildet.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Beim Anblick dieses Repros einer nahezu hundert Jahre alten Postkarte ist der Betrachter geneigt, an eine Sommerfrische in einem Urlaubsdomizil zu denken. Doch dieses Schloss gab es in Remscheid, freilich sehr idyllisch gelegen. Wo befand sich das Anwesen? Schicken Sie Ihre Lösung bis 25. November, verbunden mit persönlichen Anekdoten, an RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid; oder per Mail an: redaktion@rga.de Repro: Roland Keusch

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Unser Rätselfoto der vergangenen Woche war eine harte Nuss. Viele Einsendungen erreichten trotzdem den RGA. Gesucht war aber nicht das Röntgen-Gymnasium, wie viele Leser vermuteten. Sondern die Landwirtschaftsschule, wie Maike Klein richtig erkannte. Aber in den Räumen dieser Schule waren viele Jahre auch Schülerinnen und Schüler des Rögy untergebracht.

In der Landwirtschaftsschule wurden Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet.

„Meine Eltern besuchten die Landwirtschaftsschule Lennep in den Winterhalbjahren 1956/57 und 1957/58. Die Schule wurde oft umgangssprachlich Winterschule genannt, weil man sie nur von November bis März besuchte“, weiß Maike Klein.

An der Winterschule ging es streng zu

Die Männer lernten Ackerbau, Viehzucht, und Mathe, die jungen Frauen hauswirtschaftliche Fächer. „Als Anekdote wird heute noch erzählt, dass die Mädchen leckeren Vanillepudding kochten und diesen zum Abkühlen nach draußen auf die Fensterbank stellten. Dort verschwand er dann auf wundersame Weise. Es ist anzunehmen, die jungen Männer haben ihn entwendet“, berichtet Klein.

Auch Rosemarie Rasche-Paulusch erinnert sich an die Winterschule. „In den Sommermonaten war keine Zeit für die angehenden Bäuerinnen und Bauern.“ Ihre Eltern besuchten die Schule von 1947 bis 1949. „Mein Vater war Sonnborner, also Städter, war aber schon als Kind interessiert an Landwirtschaft. Mit 16 Jahren zog er über die Höfe“, berichtet sie. Ihre Mutter kam vom elterlichen Hof – für sie war früh klar, dass sie Bäuerin wird. Auf der Schule lernten sich ihre Eltern kennen. Die Klassen waren damals getrennt. „Es ging streng daher, aber man fand auch Schlupflöcher, um zum anderen Geschlecht zu gelangen,“ berichtet Rosemarie Rasche-Paulusch.

Den Charme hat das Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule behalten.

Ebenfalls viel erzählt bekommen von seinen Eltern hat auch Ulrich Hager. Inge Pleiß hat die Landwirtschaftsschule 1954/55 selbst besucht. „Direktor war damals Dr. Kötz, Leiterin der Mädchenabteilung.“ Inge Pleiß schickte dem RGA gleich ihre Eintrittskarte zum Winterfest der Ehemaligen 1998 in Wermelskirchen mit.

Eine düstere Erinnerung hat Erika Frey an die Landwirtschaftsschule: „Meine Großeltern lebten in der Röntgenstraße. 1945 nach einem Luftangriff und einem Volltreffer auf unser Haus, überlebten wir den Angriff im Keller, ringsum nur Tote.“ Sie selbst war damals zehn Jahre alt und suchte Zuflucht bei den Großeltern. „In unmittelbarer Nähe ist das Röntgen-Gymnasium. Ich erinnere mich, dass rechts daneben die Landwirtschaftsschule war. In dieser Gegend, nahe der Teichstraße, bin ich 60 Jahre nicht mehr gewesen“, schrieb sie.

Heinz-Jürgen Schmitz weiß mehr über die Geschichte des Gebäudes: „Diese Schule wurde 1888 ins Leben gerufen, in der Leverkuserstraße. 1926 zog die Schule in das jetzige Gebäude an der Röntgenstraße.“ Das Gebäude wirke bergischer als ihre im preußischen Stil gehaltene Nachbarin, das Röntgen-Gymnasium. „In trauriger Erinnerung bleibt, dass nur wenige 100 Meter von der ehemaligen Landwirtschaftsschule entfernt am 27. Februar 2000 eine Polizeiobermeisterin heimtückisch ermordet wurde.“ Ebenfalls richtig lagen Wolfgang Kunze, Anne Kaiser, Frank Auras und Kirsten Radermacher.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz bei 325,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz bei 325,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz bei 325,5
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung

Kommentare