Rätselfoto

Historisches Foto: Kennen Sie diesen Freizeitort?

Um welchen Freizeitort handelt es sich?
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Um welchen Freizeitort handelt es sich?
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Das Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die Häuserfront mit zahlreichen Geschäften in den 1950er-Jahren. Auch der erste McDonald‘s war später hier zu finden.

Remscheid. In dieser Woche suchen wir in unserem „Historischen Foto“ einen Freizeitort. Wissen Sie, wo dieser Schwan ein beschauliches Leben führte? Schicken Sie Ihre Lösung bis Donnerstag, 14. April, gerne verbunden mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid, oder per E-Mail: redaktion@rga.de.

Das Rätselbild der vergangenen Woche

Und hier kommt die Lösung zum Foto der vergangenen Woche: Die Häuserfront am Markt war eine große Einkaufszone, an die sich ältere Leser gerne erinnern. Edelgard Diederichs schreibt dazu: „Neben Ofen Liesendahl war der Wienerwald, wo es leckere Hähnchen gab. Weiter links auf dem Foto, wo jetzt das Sozialkaufhaus ist, war in den 60er- und 70er-Jahren Mode Dyckhoff.“

Die Häuserfront am unteren Markt in den 50er-Jahren, unter anderem mit Ofen Liesendahl.

Das RGA-Rätselfoto wurde in den 1950er-Jahren aufgenommen. Roland Benscheid macht das an Folgendem fest: „Die Bismarckstraße am Markt ist noch nicht für den Straßenbahnbetrieb vorbereitet. Es sind noch keine Oberleitungen vorhanden. Die Straßenbahn verkehrte ab 20. Juni 1958 über die neu verlegten Gleise der Neuen Bismarckstraße.“ Auch Benscheid nennt die bekannten Geschäfte Ofen Liesendahl und Möbel Unger. „Einige Häuser weiter Richtung Markt wurde Anfang der 1980er das erste McDonald’s-Restaurant in Remscheid eröffnet.“ Daran erinnert sich auch Anke Rösner sehr gut.

Volker Hebda kaufte seine Öfen bei Liesendahl und auch Helga Jandt ist oft dort gewesen. „Meine Eltern sind mit uns Kindern 1961 aus der DDR geflohen. Wir waren einige Zeit an der Trecknase im Aufnahmelager. Die Familie Liesendahl hat dort für uns Kinder einen Gottesdienst abgehalten, der von der freikirchlichen Gemeinde organisiert wurde. Ich bin da gerne hingegangen.“
Weitere Folgen unseres „Historischen Fotos“ finden Sie hier.

Wie Dieter Prill erkannte Jörg Wagner, dass das Foto in der Blumenstraße aufgenommen worden war: „Hier kamen wir oft vorbei, wenn wir als Kinder zum sonntäglichen Gottesdienst in die evangelische Kirche am Markt mussten, ebenfalls zum Einkaufen in der City, auf der Allee. Heute ist keines der damals ansässigen Geschäfte noch vorhanden.“ Wagner bleibt der erste „Mäckes“ präsent. Fast Food war jedoch nicht sein Ding. „Deshalb vermisse ich es nicht.“

Historisches Foto: Am Markt trafen sich Hessen, die auf Arbeitssuche waren

Heinz-Jürgen Schmitz denkt daran, dass in 50er-Jahren moderne Geschäfte in die Erdgeschosse am Markt Einzug hielten und jeder Neubau ein großes Ereignis war, besonders im Zentrum der Zerstörung nach dem Großangriff 1943 auf Remscheid.

Die Fassaden haben sich nicht grundlegend verändert, die Geschäfte sind jedoch andere.

„Ab 1952 bis 1956 wurde die Neugestaltung des Marktes in Angriff genommen. Heute ist der Markt ein toller Bereich für Fußgänger.“ Liesendahl hatte auch eine Filiale in Lennep an der Kölner Straße, teilt Schmitz mit. Dort habe es neben Kohleöfen eine große Auswahl an Waschvollautomaten gegeben. „Gut zu erkennen ist das Modegeschäft Tillmans sowie das Möbelhaus Giminski. Ebenfalls das Café von Wilhelm-Günter Schmitz. Der Konditor hat 1979 die größte Torte der Welt gebacken und kam ins Guinness-Buch der Rekorde.“ Ein Ereignis war die 1994 mit einem Festakt gefeierte Eröffnung der Stadtloggia. Nach Umbauten zog 2002 das Alex ein; heute ist dort die Bar Beya beheimatet.

Am Markt befanden sich neben dem McDonald´s und dem Wienerwald das Union-Theater, Café Lahme, die Wiener Stuben. Schmitz weist daraufhin, dass 1958 der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer Remscheid besuchte und am Markt eine Rede hielt. „Eigentlich war der Markt immer der Mittelpunkt der Stadt, hier fanden die Wochenmärkte statt, die Geschäftswelt hatte sich niedergelassen. „Auch die ‘Hesseninsel’ ist vielen Remscheidern in guter Erinnerung“, weiß Helmut Schucht. „Hesseninsel“ wurde im Volksmund der Teil des Marktes genannt, auf dem sich arbeitsuchende Hessen trafen. Sie waren einst ins prosperierende Remscheid gekommen und fanden dort meist auch Arbeit.

Tordis Knipp verweist auf verwandtschaftliche Bande: „Im Haus-Nr. 21 hat meine Tante im dritten Stock ohne Aufzug über 50 Jahre gewohnt. Das Zimmer meiner Cousine war im Dachgeschoss mit den Balkonen.“ Ingrid Ernst zog es beruflich zum Markt. Bei Tillmanns (Haushaltswaren, Eisenwaren, WMF Porzellan) lernte sie 1955/56 als Einzelhandelskauffrau. „Das alte Geschäft war in einem alten Haus am Anfang der Blumenstraße. Wir Lehrlinge haben die vorhandene Ware in Körben zum Neubau gebracht.“

Richtig lagen auch Frank Gutacker, Ulrich Hager, Gülcan Elmas, Wolfgang Kunze und Brigitte Herbertz.

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