Historisches Foto

Dieses Gebäude erfüllt heute nicht mehr seinen ursprünglichen Zweck

Abkühlung gefällig? Dann schauen Sie, liebe Leser, ob Sie dieses Objekt identifizieren.
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  • Andreas Weber
    vonAndreas Weber
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Das RGA-Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte das prächtige Mannesmann-Haus an der Burger Straße – Ehemalige Mieterin denkt an 17 wunderschöne Jahre zurück.

Remscheid. Es ist das Mannesmann-Haus, bewohnt einst von Firmenmitarbeitern mit großen Räumen, herrlichem Blick nach Wermelskirchen, zum Kölner Dom und auf der anderen Seite zum Remscheider Stadtkegel, das auf dem Rätselfoto gesucht wurde. Heidrun Pankewitz hat 17 Jahre mit zwei anderen Familien in der ersten Etage des Hauses Burger Straße 117 gelebt. Noch heute schwärmt die RGA-Leserin von dem Leben in und um die Villa: „Der riesige Garten mit Nutzung und Streuobstwiese war ein Paradies für uns Erwachsene wie für die Kinder. Die Bäume luden zum Klettern ein, Volleyball, Tischtennis, Schlittenfahrern im Winter, Hoffeste mit Freunden und Nachbarn hinterm Haus sorgten für unbeschwerte Tage“, zählt Pankewitz auf.

Als sie einzog, besaß das Haus keine Hausnummer. „Die Post mit der Anschrift ‘neben der Mannesmann-Schule’ kam an.“ Als ihr Sohn zum 1. Schuljahr dort angemeldet wurde, flachste sein Lehrer: „Dann kannst du ja im Schlafanzug zur Schule kommen.“ Heidrun Pankewitz erinner sich auch, dass es beim Einzug eine Ofenheizung mit drei Öfen für jede Etage gab. „Das führte dazu, dass sich abends die drei Familienväter im Keller trafen, um die Öfen für die Nacht zu bestücken und manchmal genüsslich ein Bierchen tranken.“

Ein geräumiges Haus für drei Familien: Die stattliche Mannesmann-Villa in der Burger Straße 117 im Ortsteil Bliedinghausen.

Als einen Höhepunkt sieht sie den 18. Geburtstag ihres Sohnes, der auf dem geräumigen Speicher im Haus stattfand: „Scharen von Mitschülern und Freunden stiegen aus dem Bus, um zu feiern. Dankenswerterweise erlaubten unsere Mitbewohner die Party mit lauter Musik.“ Der Umzugsschmerz hielt lange bei Heidrun Pankewitz an. „Mein Wunsch wäre gewesen, diese wundervolle Villa nach einem Lottogewinn zu erstehen.“ Den gab es zwar nicht, auf den Anblick ihres Traumhauses muss Pankewitz dennoch nicht verzichten. Sie lebt in unmittelbarer Nachbarschaft.

Roselie Ohler bemerkt dazu: „Die drei großen Wohnungen in der altbergischen Villa wurden vor dem 2. Weltkrieg bis weit in die 1970er-Jahre von leitenden Angestellten der Firma Mannesmann Röhrenwerke bewohnt. Nach Kriegsende musste das Haus binnen zwei Stunden für die Amerikaner geräumt werden. Diese Besatzung dauerte nur kurz, Remscheid wurde britische Zone. Später zogen die ursprünglichen Bewohner wieder zurück.“

Bis heute hat sich das charakteristische Äußere mit grünen Schlagläden, dem weißen Holzwerk und dunkelgrauer Verschieferung gehalten.

Ein „Heimspiel“ hatte auch Birgit Pabst, die in der Burger Straße 132 a lebt und die altbergische Villa sofort erkannte. Astrid Hölschen schreibt: „In diesem Haus hat Dr. Otto-Felix Mannesmann eine Zeit lang gelebt, ein Bruder der berühmten Erfinder Reinhard jun. und Max Mannesmann, die 1886 nicht weit entfernt von diesem Haus das erste nahtlose Rohr aus einem massiven Stahlblock durch Walzen hergestellt haben.“ Wilfried Bewig wurde 1953 in die Mannesmann-Schule eingeschult. „In der alten Villa wohnte zu meiner Jugendzeit die Familie Linden. Mit Gisela Linden haben wir auf dem Hinterhof Ball und Verstecken gespielt.“ Auch Wolfgang Palenga hat die Schule früher besucht. Er ergänzt: „Zur linken Seite der Schule befand sich die Feilenfabrik Paass.“

Roland Benscheid fährt mehrmals täglich an der Villa vorbei. „Dabei achte ich, ob sich nicht der mobile Radarwagen der Stadt vor dem Haus aufgestellt hat, was häufig vorkommt.“ Der Familie Mannesmann attestiert Benscheid: „Sie und das mit ihr verbundene Industrieunternehmen haben lange zur Weiterentwicklung des Stadtteils Bliedinghausen und der Bildung der Bevölkerung beigetragen.“

Den geschichtlichen Hintergrund des Gebäudes in Bliedinghausen beleuchtet Heinz-Jürgen Schmitz. Um 1900 sei es erbaut worden, beim gehobenen Bürgertum damals gut angekommen mit seinen Stilelementen des Neobarock und Neorokoko. „Das Haus ist im Besitz von Mannesmann und wird von der Mannesmann Immobilien verwaltet.“ Zur benachbarten Schule weiß Heinz-Jürgen Schmitz: „In der Bombennacht vom 30. auf den 31. Juli 1943 wurde sie zerstört. Für die neue Schule erfolgte 1949 die Grundsteinlegung, 1950 wurde sie dann eingeweiht.“

Weitere richtige Einsendungen schickten Dieter Prill, Brigitte Herbertz und Helmut Schucht.

Das neue Rätselbild

Abkühlung gefällig? Dann schauen Sie, liebe Leser, ob Sie dieses Objekt identifizieren, das seit langem nicht mehr seinen einstigen Zweck erfüllt. Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 25. Februar, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid. redaktion@rga-online.de Repro: Roland Keusch

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