Historisches Foto

Welche Häuser sind hier zu sehen?

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Was ist hier zu sehen?

Unser Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte das Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen.

Vergangene Woche ein einzelnes Haus – diesmal eine ganze Häuserfront. Erkennen Sie, wo dieses Bild aufgenommen wurde? Dann schicken Sie Ihre Lösung bis Donnerstag, 7. April, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid, oder per E-Mail: redaktion@rga.de

Hier kam der berühmteste Sohn der Stadt zur Welt

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ein typisches Schieferhaus, wie es viele in Remscheid gibt – mit einer durchaus außergewöhnlichen Geschichte: Unser Rätselbild der vergangenen Woche zeigte das Geburtshaus des bekanntesten Sohn der Stadt, von Wilhelm Conrad Röntgen. Nicht nur wachsechte Lenneper konnten das erkennen.

Fast unscheinbar aber mit viel Geschichte: Das Lenneper Geburtshaus von Röntgen. Repro: Roland Keusch

„Ich vermute, diesmal ist das gesuchte Haus das Geburtshaus von Herrn Röntgen am Gänsemarkt in der Lenneper Altstadt“, schreibt uns zum Beispiel Ulrich Hager. Das Bild sei natürlich schon Jahrzehnte alt. „Ich hoffe, ich habe richtig getippt.“ Hat er. Genau wie Klaus Luchtenberg, der schreibt: „Es handelt sich um das Röntgen-Geburtshaus am Gänsemarkt/Ecke Pastoratstraße, das nach der Komplettsanierung wieder ein Schmuckstück ist.“

Heinz-Jürgen Schmitz geht nicht nur auf das Ereignis ein, das das Haus berühmt machte („Die Geburt Röntgens in diesem Haus war ein zufälliges Ereignis, denn die Familie stammte aus Holland und blieb auch nicht lange in Lennep.“), sondern weiß auch einiges über die Geschichte des Gebäudes zu berichten: „Das Foto macht deutlich, dass sich am Geburtshaus nach zahlreichen Umbauten hauptsächlich im Innenbereich einiges geändert hat.“ Im Erdgeschoss sei lange Jahre die Bibliothek des Röntgenmuseums mit etwa 3000 Titeln untergebracht gewesen. „Heute beherbergen die beiden Obergeschosse unter anderem moderne Schlafstellen für auswärtige Gäste.“

2019 wurde die Restaurierung des Haues abgeschlossen.

Und natürlich gibt es zahlreiche Informationen und Anekdoten über Röntgen selber und seine Entdeckung. Zum Beispiel dass er am 27. März 1845 in der damals noch selbstständigen Stadt Lennep geboren wurde, wie Dieter Prill schreibt. Oder dass er 1901 den ersten Nobelpreis für Physik erhielt, woran Helmut Schucht erinnert, natürlich für die von ihm entdecke oder später auch nach ihm Strahlung. „Das Deutsche Röntgenmuseum in Remscheid-Lennep ist Zeuge dieser für die Vielfalt der wissenschaftlichen Forschung so ungeheuer wichtigen Entdeckung“, schreibt Helmut Schucht.

Diese Entdeckung allerdings gelang ihm nicht in seiner Geburtsstadt, sondern am 8. November 1895 in Würzburg, wo er seit 1888 an der Uni lehrte und forschte. In Würzburg gibt es übrigens heute, genau wie in Lennep, ein Röntgen-Gymnasium, das ebenfalls eine weltweit bekannte Persönlichkeit hervorgebracht hat: NBA-Star Dirk Nowitzki.

Dass Wilhelm Conrad Röntgen Uni-Professor und später auch -Direktor wurde, ist durchaus als ungewöhnlich zu betrachten, vor allem weil bis heute nicht klar ist, ob er überhaupt einen Schulabschluss hatte. Ein kleine Privatschule im niederländische Utrecht verwies ihn ohne Abschluss, beim späteren Versuch, die Zulassungsprüfung „examen admissionis“ nachzuholen, scheiterte er.

Dass er seine Entdeckung nicht patentieren ließ, war hingegen offenbar Absicht, es ist überliefert, dass Röntgen wollte, dass die gesamte Menschheit davon profitieren konnte. Eine Anfrage der AEG beantwortete er, dass er der Meinung sei, dass „seine Erfindungen und Entdeckungen der Allgemeinheit gehören und nicht durch Patente, Lizenzverträge und dergleichen einzelnen Unternehmungen vorbehalten bleiben dürften“. Fairerweise muss man dazu sagen, dass Röntgen sich diese Haltung auch leisten konnte. Er hatte von seinen Eltern ein kleines Vermögen geerbt. Und selbst als er das durch die Inflation der Nachkriegszeit verlor, blieben ihm seine Bezüge als Professor.

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