Historisches Foto

Erkennen Sie dieses imposante Gebäude?

Imposant steht es da. Und das bis heute. Doch welches Haus ist auf unserem aktuellen Rätselfoto zu sehen? Und was passiert hinter diesen Mauern? Erkennen Sie, um welches Gebäude es sich handelt? Dann schicken Sie die Lösung, gerne verbunden mit persönlichen Erinnerungen und Anekdoten, bis Donnerstag, 27. Oktober, per Post an den RGA, Alleestr. 77-81, 42 853 Remscheid, oder per Mail an: redaktion@rga.de
+
Welches Haus ist hier zu sehen?
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Unser Rätselfoto zeigte vergangene Woche den Brand in einer Disco.

Imposant steht es da. Und das bis heute. Doch welches Haus ist auf unserem aktuellen Rätselfoto zu sehen? Und was passiert hinter diesen Mauern? Erkennen Sie, um welches Gebäude es sich handelt? Dann schicken Sie die Lösung, gerne verbunden mit persönlichen Erinnerungen und Anekdoten, bis Donnerstag, 27. Oktober, per Post an den RGA, Alleestr. 77-81, 42 853 Remscheid, oder per Mail an: redaktion@rga.de

Weitere historische Fotos zum Rätseln

Gesucht: Der Lebensretter von vor 51 Jahren

Von Andreas Weber und Sven Schlickowey

Remscheid. Als Raimund Häcker auf das Rätselfoto vom vergangenen Samstag schaute, kamen die dramatischen Momente von vor 51 Jahren unvermittelt hoch. Bei dem heute 75-Jährigen lösten sie auch Schuldgefühle aus. Denn Häcker hat seinem Lebensretter bis heute nicht gedankt. Im Oktober 1971 lebte er mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern in der Alleestraße 74 im zweiten Stock über der Diskothek „Studio B“ und dem Fischgeschäft „Nordsee“.

In jener Nacht, es war zwischen 23 und 24 Uhr, die Disco war schon dicht, brach im „Studio B“ ein Schwelbrand aus. Keine offenen Flammen, aber der Rauch verbreitete sich durch alle Etagen. Häckers damalige Frau bemerkte den Geruch, der von außen an der Wand hochkroch, durchs Fenster drang. Sie weckte ihren Mann.

Im Oktober 1971 brannte es in dem Haus an der Alleestraße, der RGA Fotograf hielt den Feuerwehreinsatz fest.

Mit ihrem sechsjährigen Sohn und der zweijährigen Tochter schellten sie bei der Nachbarin, die eine Terrasse hatte, wo sich die Häckers ins Freie flüchten konnten. „Ich hatte mir ein Tuch über den Kopf gezogen, weil der Rauch im Treppenhaus beißend war. Nachdem wir bei Frau König geklingelt hatten, bin ich aber alleine noch mal in unsere Wohnung zurückgeeilt, weil ich die Mappe mit unseren wichtigen persönlichen Dokumenten rausholen wollte. Das war ein Fehler“, sagt Häcker.

Im Wohnzimmer schaffte er es im Nebel bis zwei Schritte vor das Fenster. „Weil ich keine Luft mehr bekam, fing ich an, um Hilfe zu schreien.“ Ein Feuerwehrmann auf der Leiter hörte ihn, drückte das Fenster ein und leitete Häcker über die Sprossen runter in Sicherheit. „Ohne ihn wäre ich umgekippt und weg gewesen. Er hat mir das Leben gerettet“, meint Häcker. Damals aber war ihm das gar nicht bewusst. Bedankt hatte er sich nur beim Imbissbudenbesitzer gegenüber, der kurz nach Ladenschluss auf dem Nachhauseweg Feuerwehr und Polizei alarmierte.

Heute reut es Häcker, wenn er an das glimpflich verlaufene Drama zurückdenkt. Beim Feuerwehrmann würde er gerne Versäumtes nachholen. In der Wohnung, die komplett renoviert werden musste, wurden er und seine Familie nicht mehr glücklich. „Die Angst war zu groß, dass es noch mal passiert.“ Damals zog Raimund Häcker zu seinen Schwiegereltern in die Preyersmühle.

Die Disco blieb ihm trotzdem in bester Erinnerung. „Ein Hammerladen war das“, meint er. Dass er nur eine Treppe runtergehen musste, um Unterhaltung zu haben, trug dazu bei, dass Häcker Stammgast war.

Zu den regelmäßigen Besuchern des Studio B gehörte auch Anne Beinghaus: „Mein Mann und ich gehörten damals, wie viele andere auch, zu den Stammgästen. Regelmäßig an den Wochenenden traf sich dort der gesamte Freundeskreis“, schreibt sie uns. 1970 hätten die beiden geheiratet. „Und der Polterabend wurde, wie konnte es anders sein, ausgiebig und mit viel Tamtam in unserer Diskothek gefeiert.“ Allerdings nicht mit Porzellan, wie sie betont, stattdessen sei das ganze Treppenhaus mit Bierdeckeln übersät gewesen. „Die wir nur mit großer Mühe zusammenfegen konnten“, wie Anne Beinghaus sich erinnert: „Weil irgendein Spaßvogel sie auch noch angefeuchtet hatte.“

Wenn auch aus leicht anderer Perspektive: Das Gebäude ist bis heute gut als solches zu erkennen.

Ähnlich positiv scheinen auch die Erinnerungen von Anita Dittmann an den Tanzschuppen zu sein: „Das war eine tolle Zeit“, schreibt sie uns. Cornelia Koch schließt sich an: Sie erinnere sich gerne an viele Besuche mit Freunden in der Disco: „Es gab immer wieder Motto-Partys, der Spaß blieb nicht aus.“

Auf den Feuerwehreinsatz, der auf dem Bild zu sehen ist, geht Roland Benscheid ein: „Zum Einsatz kamen eine Magirus Drehleiter, ein Schlauch- und Gerätewagen sowie ein Tanklöschfahrzeug.“ Über das Haus schreibt er: „Das Gebäude in der Alleestraße 27 hatte den Bombenangriff 1943 weitgehend überstanden. Vor dem Krieg befand sich darin das Evangelische Gemeindeamt.“

Auch Heinz-Jürgen Schmitz weiß einiges über die Immobilie zu berichten: „Das zum Teil noch heute in Jugendstilelementen gehaltene Gebäude weist eine lange Tradition auf. Zuletzt war das Haus in aller Munde, als der Investor Schönhals mit Partner Babic für Mutter und Kind ein Spielhaus auf die Beine stellen wollte. Eine tolle Idee, die jedoch bis heute leider nicht umgesetzt wurde.“

Schmitz zählt zudem, wie viele andere Teilnehmer auch, zahlreiche andere Geschäfte in dem Gebäude und in der direkten Nachbarschaft auf: Nordsee, Zigarrenhaus Mühlensiepen – und natürlich Gottlieb Schmidt, der „als einziger am Standort erhalten geblieben ist“. Derweil erinnert Olaf Wolter daran, dass sich im Keller des Gebäudes eine Kneipe befand: „Alleestuben. Schöne Kneipe, schöne Zeit.“ Und daran, dass nach der Disco eine ganz andere Nutzung gefunden wurde: „Im Studio B war später ein Pornokino. Lange her.“

Die richtige Antwort wussten auch Helmut Schucht, Heinz-Peter Riedemann, Dieter Prill, Fritz Peter Schröder, Jürgen Winter, Simone Arnz, Volker Hebda, Petra Jacke, Ulrich Hager und Erika Piariwsko.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei durchsucht auch Wohnung in Remscheid
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei durchsucht auch Wohnung in Remscheid
Bundesweite Razzia wegen Hass im Internet: Polizei durchsucht auch Wohnung in Remscheid
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Drogerie und Markt beim Aldi im Südbezirk: „Weg wird steinig“
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Aldi kommt ins Allee-Center – Eröffnungstermin steht fest
Metallverwerter retten Lenneper Gans
Metallverwerter retten Lenneper Gans
Metallverwerter retten Lenneper Gans

Kommentare