Historisches Foto

Welches Motiv suchen wir hier?

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  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Das RGA-Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte den alten Bahnhof an der Beyenburger Straße – Heute ist dort nur noch ein Haltepunkt

Es dürfte nicht schwer sein, zu erkennen, welches Motiv sich unser Fotograf einst raussuchte. Veränderungen gibt es aber an der Mauer und im Hintergrund. Was suchen wir heute? Was hat sich verändert? Schicken Sie die Lösung bis 20. Mai per E-Mail oder Post, verbunden mit persönlichen Anekdoten, die Sie mit diesem Ort verbinden an: RGA, Alleestr. 77-81, 42 853 Remscheid; E-Mail: redaktion@rga-online.de Archivfoto: Michael Sieber / Repro: Roland Keusch

Das Rätselfoto der vergangenen Woche: Die Weihnachtsgans nahm den Zug bis nach Lüttringhausen

Remscheid. Für Edeltraud Engeländer fing am Bahnhof Lüttringhausen alles an. „Ich bin dort geboren, mein Vater hatte bis 1960 die Bahnhofswirtschaft.“ Viele schöne Erinnerungen sind der RGA-Leserin geblieben, gleichwohl stört sie: „Heute sieht alles schlimm aus.“ Der Bahnhof, am 1. September 1868 eröffnet von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn mit der Linie Rittershausen (heute Oberbarmen) nach Lennep, regte auch Harald Simon zu einer Mail an: „In dem Gebäude waren im Untergeschoss der Schalterraum und der Warteraum, der mit einer Gaststätte verbunden war. Darüber waren zwei Obergeschosse und ein Dachgeschoss mit Wohnungen für die Mitarbeiter.“ Auch Simon spricht den Niedergang an: „Statt das alte Gebäude zu erhalten, wurde zwischen 1989 und 2006 für Millionenbeträge von der Deutschen Bahn auf beiden Seiten der Schienen Haltepunkte gebaut.“

Historisches Foto: Das ehemalige Restaurant wird von den Eisenbahnfreunden Remscheid als Vereinsheim genutzt.

Klaus Müller präzisiert: „Der Bahnhof Lüttringhausen wird heute im ÖPNV nur noch als Haltepunkt in der Kursbuchstrecke 458 geführt. Er verfügt über zwei Bahnsteiggleise, aber es gibt drei funktionsbereite Neben-, Güter- und Rangiergleise sowie eine regelmäßig genutzte Anschlussstelle für die Firma Dirostahl.“ Der Bahnhof liegt an der Ecke Von-Bottlenberg-/Beyenburger Straße. Das alte Gebäude verfällt seit vielen Jahren. Das ehemalige Restaurant wird von den Eisenbahnfreunden Remscheid als Vereinsheim genutzt.

Der Bahnhof Lüttringhausen lag an einer Hauptbahn von Wuppertal bis Solingen. Ende der 1990er wurde die gegenüberliegende Güterhalle abgerissen.

Heinz-Jürgen Schmitz ergänzt, dass der Bahnhof einen Fahrkartenschalter, Gepäckschalter sowie ein Stellwerk für den Fahrdienstleiter besaß. „Damals gab es keine Unterführung zu den einzelnen Gleisen, was heute undenkbar wäre. Bis in die späten 1980er war der Zwischenbahnsteig in Betrieb. In den 1990ern wurde der Fahrdienstleiterposten aufgegeben und der Bahnhof in einen Haltepunkt zurückgebaut. Heute befindet sich südlich an der Straßenüberführung ein modernes Wartehaus.“

Roland Benscheid geht auf den Nachbarn ein: „Die im Bahnhofsbereich ansässige Firma Dirostahl war bis ungefähr 2006 ein wichtiger Anschließer an das Schienennetz. Danach diente die ehemalige Ladestraße als Lagerplatz für die Dirostahl Stahlbrammen und Rohstahlteile. Ich wohnte in den 1980er Jahren am Kremenholl und konnte aus meinem Fenster die schwer beladenen Stahlzüge von Müngsten kommend bestaunen. Mit starkem Motorengeräusch zogen bis zu drei Diesellokomotiven der Baureihe V 212 die Stahllast bis nach Lüttringhausen.“

RGA-Leser wurde immer im Bollerwagen vom Lüttringhauser Bahnhof abgeholt

Rudi Goecke fällt eine familiäre Episode zum Lüttringhauser Bahnhof ein: „Mein Vater bekam von seinem Freund an der Grenze zu Niedersachsen jeweils zu Weihnachten eine frisch geschlachtete Gans geschickt. Er rief morgens an, er habe die Gans per Bahn verschickt, die am späten Nachmittag pünktlich am Bahnhof ankam.“ Horst Giminski denkt zurück, wie er in den 1950er Jahren von seinen Großeltern vom Bahnhof mit dem Bollerwagen abgeholt wurde. Und er erinnert sich an die dortigen Gaststätten Gilsbach und Fam. Wichard.

Lothar Förder ist von dort in jungen Jahren sechs Mal wöchentlich nach Remscheid gefahren. Carmen Vogt fuhr vom Bahnhof Lüttringhausen als Jugendliche zur Berufsschule nach Wuppertal und zur „Überbetrieblichen“ nach Düsseldorf. „Was jedes Mal ein Gaudi war, wenn wir mehrere im Abteil waren“, schreibt sie.

Das Bahnhofsgebäude verfiel über die Jahre zusehends: Das Dach war undicht und Decken brachen ein. Die Bahn verkaufte das Objekt 2018 an eine Immobilienfirma, die auch renovierte.

Oliver Müller wuchs in den frühen 70er Jahren an der Barmer Straße in Lütterkusen auf. In seiner Jugend erlebte er den Bahnhof in Betrieb mit einem „muffigen Geruch in der Bahnhofshalle“. Müller verweist rechts im Bild auf den mittlerweile abgerissenen Güterschuppen, hinter dem ein Kieswerk lag. „In früheren Jahren haben mein Vater Ralf Gerhard Müller, der als Dreher bei Dirostahl beschäftigt war, und ich dort so manchen Eimer Kies für die Wege in der Kleingartenanlage in Lennep ‘abgezapft’. Man möge es uns nach diesen vielen Jahren nachsehen.“

Weitere richtige Zuschriften sandten Ulrich Hager, Claudia Heins, Ernst Erdmann, K. Stracke-Leis, Paolo Miola und Dieter Prill.

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